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(29.07.2021) Was für ein packendes Sprintfinale: Der US-Superstar Caeleb Dressel hat sich in Tokio über die 100m Freistil den Sieg geschnappt und damit das erste Einzelgold seiner Karriere bei Olympischen Spielen geholt. Doch die internationale Konkurrenz machte es dem Sprintstar so schwer wie selten zuvor.

In 47,02 Sekunden lag Dressel im Anschlag nur hauchdünne sechs Hundertstel vor dem australischen Titelverteidiger Kyle Chalmers, der in 47,08 Sekunden so schnell war wie nie zuvor in seiner Karriere. Beide wackelten damit auch kräftig am noch zu Hightech-Zeiten aufgestellten Weltrekord des Brasilianers Cesar Cielo (46,91). Der Russe Kliment Kolesnikov holte dahinter in 47,44 Sekunden Bronze. Der 16-jährige rumänische Youngster David Popovici, der eine sensationelle Vorleistung von 47,30 Sekunden mitbrachte, sammelte auf Rang sieben in 48,00 Sekunden Erfahrung für seine weitere Karriere.

Über die 200m Schmetterling sorgte die Chinesin Zhang Yufei für ein dickes  Ausrufezeichen. In 2:03,86 Minuten blieb sie als erste Schwimmerin ohne Unterstützung eines seit 2010 verbotenen Hightech-Anzugs unter der 2:04er Marke und holte überlegen Olympiagold. Dahinter schnappten sich die beiden US-Amerikanerinnen Regan Smith (2:05,30) und Hali Flickinger (2:05,65) die weiteren Medaillen vor amtierenden Weltmeisterin Boglarka Kapas (2:06,53) aus Ungarn.

Eine faustdicke Überraschung gab es über die 200m Brust der Herren. Weniger durch die Medaillengewinner, sondern vor allem durch denjenigen, der sich mit Platz vier zufrieden geben musste. Der russische Welt- und Europameister sowie Weltrekordhalter Anton Chupkov schrammte auf Platz vier in 2:07,24 Minuten um elf Hundertstel am Podest vorbei. Chupkov war in den zurückliegenden Jahren der große Dominator auf dieser Distanz und hatte zuletzt im Mai noch bei der Schwimm-EM mit Gold in 2:06,99 geglänzt. Das hätte heute immerhin zu Silber hinter dem Australier Zac Stubblety-Cook (2:06,38) gereicht. Den zweiten Platz sicherte sich wie schon über die 100m Brust der Niederländer Arno Kamminga (2:07,01) vor dem Finnen Matti Mattson, den wohl kaum einer auf dem Zettel hatte und der in 2:07,13 Minuten das Rennen seines Lebens machte.

Die weiteren beiden Finals fanden am Donnerstag mit deutscher Beteiligung statt. Über die 800m Freistil verpasste Florian Wellbrock die Medaillen nur äußerst knapp. Mehr dazu: Um Haaresbreite geschlagen! Wellbrock Vierter im Herzschlagfinale von Tokio

Die Links zu den Olympischen Spielen 2021:

Bild: IMAGO / Pro Shots