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(26.07.2021) Sarah Köhler hat souverän ihr Ticket für das Olympia-Finale über die 1500m Freistil gebucht. In den Vorläufen der Spiele von Tokio zog die Vize-Weltmeisterin in 15:52,67 Minuten als Sechste in den Endlauf ein.

Damit bestätigte Köhler nahezu genau ihre Vorleistung aus dem April (15:52,20) und sah durchaus danach aus, dass sie noch ein paar Schippen drauflegen kann. Das dürfte im Finale auch notwendig sein. Vor zwei Jahren holte Köhler bei der WM in Korea mit ihrem Deutschen Rekord von 15:48,83 Minuten die Silbermedaille. Heute waren in Tokio in den Vorläufen bereits vier Schwimmerinnen schneller als diese Leistung.

Aber abgerechnet wird im Endlauf, wie Köhler weiß: "Die Karten werden fürs Finale neu gemischt. Der Endlauf ist morgens und wir haben schon ganz oft gesehen, dass andere langsamer waren in den Finals als im Vorlauf."

Eine Klasse für sich war mal wieder Katie Ledecky, die es sich nicht nehmen lassen will, ihre Lieblingsstrecke bei der Olympia-Premiere für sich zu entscheiden. Seit acht Jahren dominiert die US-Amerikanerin die 1500m, doch auf der olympischen Bühne ist die Strecke in Tokio erstmals mit dabei. Heute deutete Ledecky direkt mal ihre Ambitionen an. In 15:35,35 Minuten schwamm sie mehr als sechs Sekunden schneller als die an zweiter Stelle folgende Chinesin Wang Jianhjiahe, die in 15:41,49 Minuten einen Asienrekord aufstellte. Bemerkenswert: Ledecky hatte kurz zuvor im selben Abschnitt auch die Vorlaufbestzeit über die 200m Freistil abgeliefert.

Ihre Teamkollegin Erica Sullivan (15:46,67) wird man im 1500m-Finale ebenfalls auf dem Zettel haben müssen. Fest steht zudem: Die Weltmeisterin Simona Quadarella ist in Form. Nachdem sie in der unmittelbaren Vorbereitung auf Tokio noch wegen gesundheitlicher Probleme eine Pause einlegen musste, lieferte sie heute in 15:47,34 Minuten eine vielversprechende Vorstellung ab. Sarah Köhler wird im Finale am Mittwochmorgen ihren Deutschen Rekord angreifen müssen, um im Rennen um die Medaillen mitzumischen. Doch wie sie selbst schon sagte: Das Finale wird nochmal ein komplett neues Rennen.

Köhler sieht durchaus noch Luft nach oben bei sich selbst: "Ich war heute ein bisschen hektisch im Wasser. Da muss ich fürs Finale ein bisschen Ruhe reinbringen und dann hoffe ich, dass es nochmal schneller wird.“

Um den Einzug ins Finale zu schaffen, musste eine Zeit von 15:58,96 Minuten geschwommen werden. Die zweite Deutsche im Feld, Celine Rieder, konnte bei ihrem Olympiadebüt nicht an die Leistung der Qualifikationsphase anknüpfen. In 16:32,57 Minuten blieb die 20-Jährige deutlich über ihrer Bestzeit von 16:09,00 Minuten. 

Schneller unterwegs waren heute die Liechtensteinerin Julia Hassler (16:12,55) und die Österreicherin Marlene Kahler (16:20,05). Beide sorgten jeweils für nationale Bestmarken. Kahler stellte als Siegerin des zweiten Vorlaufs sogar kurzzeitig einen Olympia-Rekord auf. Da die Strecke zum ersten Mal bei den Spielen zum Programm gehört, und Kahler zu diesem Zeitpunkt das Klassement anführte, kam ihr diese Ehre zuteil.

Drei von vier deutschen Kraulschwimmerinnen gelang somit heute der Sprung in die nächste Runde. In den Halbfinals der kommenden Nacht sehen wir Isabel Gose und Annika Bruhn über die 200m Freistil. Mehr dazu gibt's hier: Gose und Bruhn kraulen mit Bestzeiten ins Olympia-Halbfinale

Pech hatte hingegen David Thomasberger, der knapp über die 200m Schmetterling ausschied. Mehr dazu: 0,08s hinter Superstar Le Clos! David Thomasberger schrammt am Olympia-Halbfinale vorbei

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Bild: Archiv