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(20.12.2021 | Bilder: Henschelmedia) Im vorletzten Finalabschnitt der Kurzbahn-WM in Abu Dhabi zündeten die internationalen Stars am Montag ein wahres Feuerwerk der Spitzenleistungen. Für das unumstrittene Highlight sorgte die Kanadierin Margaret MacNeil, die über die 50m Rücken einen neuen Weltrekord aufstellte.

In einer beeindruckenden Zeit von 25,27 Sekunden unterbot MacNeil die alte Rekordmarke um ganze 3,3 Zehntel. Glänzen konnte die frisch gebackene Weltmeisterin dabei vor allem durch eine herausragenden Tauchphase. Den kanadischen Doppelsieg perfekt machte Kylie Masse, die in 25,62 Sekunden vor der Schwedin Louise Hansson (25,86) anschlug. Nach Gold über die doppelte Distanz reichte es für die Schwedin auf der kurzen Rückenstrecke zu Platz drei. Auch der österreichischen Rückenspezialisten Caroline Pilhatsch war der Sprung ins Finale gelungen. 26,05 Sekunden bedeuteten einen guten sechsten Platz.

Jubeln durften Kanadas Damen auch in der 4x200m Freististaffel. In 7:32,96 Minuten verfehlte das Quartett den Weltrekord um lediglich elf Hundertstel und sicherte sich den Titel. Silber ging dahinter an die Schwimmerinnen aus den USA (7:36,53) gefolgt von den Damen aus China (7:39,92). Mit dabei waren in diesem Finale auch die deutschen Damen, die mit guten Einzelleistungen überzeugen konnten. In selber Besetzung, aber veränderter Reihenfolge, gelang es Isabel Gose (1:55,00), Annika Bruhn (1:57,48), Leonie Kullmann (1:56,89) und Marie Pietruschka (1:57,76) allesamt ihre Zeiten aus dem Vorlauf zu verbessern. Als Team konnten sie ihre Gesamtzeit (7:47,13) um 3,74 Sekunden steigern und kamen so bis auf acht Zehntel an den Deutschen Rekord heran. 

Die zweite Staffel des Tages war an Spannung kaum zu übertreffen. Am Ende eines eng umkämpften Rennens über die 4x50m Lagen der Männer durften gleich zwei Teams ganz hoch aufs Treppchen. Die Schwimmer aus Russland und den USA schlugen zeitgleich an und stellten in 1:30,51 Minuten den Veranstaltungsrekord ein. Das Podium komplettierte die nur unwesentlich langsamere Staffel der Weltrekordhalter aus Italien (1:30,78).

Ein besonders enges Rennen wurde auch über die 50m Schmetterling der Männer erwartet, denn mit Nicholas Santos und Szebasztian Szabo standen unter anderem die gemeinsamen Weltrekordhalter (21,75) auf dem Block. Und diese Erwartungen sollten nicht enttäuscht werden! In einem Wimpernschlagfinale setzte sich Nicholas Santos aus Brasilien durch und verteidigte in 21,93 Sekunden seinen Titel im stolzen Alter von 41 Jahren. Damit knackt Santos den Rekord des ältesten Schwimm-Weltmeisters aller Zeiten - erneut. Denn schon vor drei Jahren sicherte er sich bei seinem WM-Sieg im Alter von 38 Jahren diese "Oldie-Bestmarke". Mit auf das Siegerpodest sprinteten auch Dylan Carter (21,98) und Matteo Rivolta (22,02). Die drei Medaillengewinner trennten somit gerade einmal neun Hundertstelsekunden. Der Ungar Szebasztian Szabo (22,14) musste sich am Ende mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben. Zumindest den Weltrekord darf er aber noch immer sein Eigen nennen.

Das Finale über die 200m Lagen der Frauen entwickelte sich zu einem Dreikampf, der erst auf den letzten Metern entschieden wurde. Über ihren ersten Weltmeistertitel jubeln durfte Sydney Pickrem, die in 2:04,29 Minuten nicht zu schlagen war und Kanada damit die dritte Goldmedaille des Tages bescherte. Silber sicherte sich dahinter die erst 16-jährige Chinesin Yiting Yu, die in 2:04,48 Minuten einen neuen Junioren-Weltrekord aufstellen konnte. Auf dem Bronzerang landete, wie schon bei den Olympischen Spielen in Tokio, die US-Schwimmerin Kate Douglass (2:04,68). Mit ihrer Leistung aus dem Vorlauf (2:04,24) hätte Douglass das Finale übrigens zu ihrem Gunsten entschieden. Die Schweizerin Maria Ugolkova (2:07,26) beendete das Rennen auf Rang sieben.

Bei den Herren stand heute das Finale über die doppelte Distanz auf dem Plan, das der Japaner Daiya Seto (3:56,26) mit einem Start-Ziel Sieg gewinnen konnte. Ähnlich wie bei den Damen zuvor konnte der Zweitplatzierte Ilia Borodin einen neuen Junioren-Weltrekord aufstellen, den zuvor Daiya Seto inne hatte. In 3:56,47 Minuten verbesserte der junge Russe zugleich auch den Europarekord. Auf den Bronzerang schwamm Carson Foster (3:57,99) aus den USA.

Es war heute ein richtiges Rekordfestival in Abu Dhabi: Über die 100m Brust der Frauen durfte sich Qianting Tang sowohl über den Gewinn der Goldmedaille als auch über einen neuen Asienrekord freuen. In 1:03,47 verwies die junge Chinesin ihre schwedische Konkurrentin Sophie Hansson (1:03,50) hauchdünn auf den Silberrang. Auch die Drittplatzierte Mona McSharry (1:03,92) konnte unter der Marke von 64 Sekunden bleiben.

Morgen gilt es dann nochmal alle Kräfte zu mobilisieren, denn es steht der letzte Wettkampftag eines intensiven und von Highlights geprägten Jahres an. Welche Schwimmerinnen und Schwimmer sich heute schon in aussichtsreiche Positionen für den letzten Finalabschnitt schwimmen konnten, könnt ihr in Kürze in der Zusammenfassung der Halbfinals nachlesen. Aus deutscher Sicht ruhen die Hoffnungen vor allem auf Florian Wellbrock, der über die 1500m Freistil in den Kampf um die Medaillen eingreifen wird.

Die wichtigsten Links zur Kurzbahn-WM 2021:

 

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