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(26.07.2021) Bestzeit beim Top-Event - dieses Ziel hat Marek Ulrich bei den Olympischen Spielen nun bereits zweimal erreicht und das, obwohl er lange zittern musste, ob es überhaupt für ein Ticket nach Tokio reicht. Erst Angang Juli wurde der hoch gewachsene Rückenschwimmer für die Spiele in Japan nachnominiert. Diese Entscheidung rechtfertigt er nun mit schnellen Zeiten im Becken.

Nachdem er im Vorlauf über die 100m Rücken in 53,74 Sekunden bereits eine Hundertstel von seinem Hausrekord abgeknabbert hatte, legte Ulrich im Halbfinale noch einmal eine ordentliche Schippe nach. In 53,54 Sekunden drückte der Leipziger, der eigentlich seine Karriere Anfang 2018 bereits beendet und fast zwei Jahre pausiert hatte, seine Bestzeit noch einmal deutlich nach unten. "Ich hab gezeigt, dass ich zurecht hier dabei bin", so Ulrich. "Die Entscheidung mit dem Schwimmen weiterzumachen, erweist sich schon heute als richtig."

Am Ende reichte es in Tokio zu Rang 13 in der Halbfinalrunde, die der US-Amerikaner Ryan Murphy (52,24) für sich entschied. Bis auf 3,4 Zehntel kam der als Außenseiter angetretene Ulrich an die Finalplätze heran. „So richtig fassen kann ich es noch nicht. Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen sprachlos, dass ich mich nochmal steigern konnte"; meinte Ulrich nach seinem Auftritt in Tokio. "Ich hatte eine unruhige Nacht und bin jetzt megastolz, dass ich nochmal so schnell schwimmen und einen raushauen konnte.“ Die Form stimmt beim mehrfachen Deutschen Meister und das macht auch Hoffnungen für die Lagenstaffel. Den Platz als Startschwimmer im deutschen Quartett dürfte Ulrich, der zuvor noch Kopf-an-Kopf mit dem Berliner Ole Braunschweig lag, nun sicher haben. 

In den weiteren Halbfinals am Montag durfte auch Anna Elendt auf den Block steigen. Nachdem sie im Vorlauf über die 100m Brust in 1:06,96 Minuten zum zweiten Mal in ihrer Karriere die 1:07er Marke geknackt hatte, blieb sie im Halbfinale knapp darüber. In 1:07,31 Minuten kam die in den USA trainierende Frankfurterin ebenfalls auf Rang 13. „Die Freude überwiegt auf jeden Fall, weil ich es ins Halbfinale geschafft habe. Damit habe ich erst gar nicht gerechnet, das ist auf jeden Fall schon ein toller Erfolg. Gestern Abend bin ich schon recht nah an die Bestzeit angeschwommen, viel mehr kann ich da nicht erwarten.“

Für den Einzug ins Finale musste eine Zeit von 1:06,59 Minuten geschwommen werden. Dass Elendt so eine Zeit auch drauf hat, stellte sie im Juni bei der Schwimm-DM in Berlin unter Beweis. In 1:06,50 Minuten sorgte sie dort für einen neuen Deutschen Rekord. Die Top-Zeit über die 100m Brust kam heute von der Südafrikanerin Tatjana Schoenmaker (1:05,07), die erneut so schnell unterwegs war, dass auf den letzten Metern fast ihre Badekappe verloren ging. Sie dürfte auch im Endlauf eine Ernst zu nehmende Konkurrentin für die Titelverteidigerin Lilly King werden, die in 1:05,40 Minuten als Zweite weiterkam.

Über die 200m Freistil sehen wir in der kommenden Nacht den Briten Duncan Scott auf der Bahn vier. In 1:44,60 Minuten war er heute im Semifinale eine Klasse für sich. Stark war auch Kieran Smith aus den USA in 1:45,07 Minuten. Dahinter ging es äußerst eng zu. Der Cut für den Einzug ins Finale war bei 1:45,71 Minuten. Dazu fehlte auch dem Schweizer Antonio Djakovic nicht viel, der in 1:45,92 Minuten auf Platz elf landete. Ohne deutsche Beteiligung ging auch das Halbfinale über die 100m Rücken der Damen über die Bühne. Die Spitzenzeit kam hier von der US-Amerikanerin Regan Smith in 57,86 Sekunden.

Die Zusammenfassung der Finals vom Montag gibt es hier: Olympia-Finals: Papa Peaty unschlagbar | Dressel holt sein erstes Gold

Die Links zu den Olympischen Spielen 2021:

Bild: IMAGO / Camera 4