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(14.10.2019) Die International Swimming League nimmt Fahrt auf. Das zweite Meeting der neuen Profiliga in Neapel entwickelte sich zum erhofften spannenden Aufeinandertreffen internationaler Schwimm-Superstars. Dabei wehrten die Energy Standard Athleten aus Europa in der Gruppe A haarscharf den Angriff der US-Amerikanischen Cali Condors ab.

Die Condors waren mit einem kleinen Vorsprung in den zweiten Wettkampftag gegangen (Zsfg. Tag 1 hier: International Swimming League: Cali Condors auf Revanche-Kurs). Für die Energy Standard Schwimmer hatte es aber zunächst zu Beginn des Abschnitts direkt einen ersten kleinen Hoffnungsschimmer gegeben. Nachdem Sarah Sjöström (51,66) und ihre Teamkollegin Kayla Sanchez (51,87) über die 100m Freistil auf der Kurzbahn stark punkteten, setzte sich ihre Mannschaft knapp an die Spitze und behielt diese auch als Condors-Star Caeleb Dressel seinerseits über die 100m Freistil eine Zeit von 45,77 Sekunden rausfeuerte.

Doch schon kurz darauf eroberten die US-Schwimmer aus Kalifornien dank starker Leistungen der Brustschwimmer um Superstar Lilly King die Führung zurück und bauten diese im Laufe des Abschnitts Stück für Stück weiter aus. Phasenweise sah es bereits nach einem sicheren Sieg des Teams von der US-Westküste aus. Die letzte Chance für Energy Standard lag in den abschließenden KO-Rennen über die 50m Freistil, in denen sie zuletzt beim Auftaktmeeting in Indianapolis die maximal Punktzahl von 96 Zählern einfahren konnten. Der Abstand vor diesen Events betrug 32,5 Punkte, also war noch alles drin.

Und es wurde tatsächlich noch einmal richtig spannend: Bei den Damen punktete Energy erneut voll. Sarah Sjöström und Femke Heemskerk setzten sich hier in der Runde der besten 8 und dem Lauf der besten 4 Schwimmerinnen jeweils durch und standen so gemeinsam im One-on-One-Finale. Dass Sjöström hier Erste wurde, war letztendlich für die Teamwertung egal. Das Energy Standard Team sammelte damit satte 48 Zähler und übernahm die Führung um einen hauchdünnen halben Punkt.

Die Entscheidung fiel dann im KO-Event der Herren. Hier setzte sich im Mann-gegen-Mann-Finale zwar Caeleb Dressel (Condors) gegen den Energy-Sprinter Florent Manaudou durch und holte damit 27 Punkte, während es für Manaudou "nur" 21 Punkte gab. Das Zünglein an der Waage waren jedoch die "Zweit-Schwimmer" eines jeden Teams, denn in der ISL darf jede Mannschaft pro Event zwei Sportler an den Start schicken. Hier holte Condors-Schwimmer Bowe Becker, der knapp in der ersten Runde ausschied, auf Platz fünf lediglich vier Pünktchen, während es für den im Halbfinale auf Rang drei anschlagenden Energy-Athlet Ben Proud zwölf Zähler gab. Damit holten die Condors bei den Herrensprints 31 Punkte und Energy Standard sackte 33 Zähler ein.

Am Ende setzten sich so die Energy Standard Schwimmer mit insgesamt 493 Punkten hauchdünn vor den Cali Condors durch, die letztlich 490,5 Zähler auf dem Konto hatten. Ein Abstand, der nach den insgesamt 37 Events des Wochenendes etwa dem Unterschied von gerade einmal zwei Plätzen in allen Einzelrennen entspricht. An Caeleb Dressel lag es nicht: Er wurde mit 57,5 Zählern "MVP" - also wertvollster Schwimmer des Meetings.

Ähnlich spannend ging es im Kampf um Platz drei des Meetings zu, denn mit den Gastgebern der Aqua Centurions und DC Trident aus Washington waren ja noch zwei weitere Teams am Start. Diese hatten schon nach dem ersten Tag einen deutlichen Rückstand auf die Cali Condors und Energy Standard, lieferten sich aber untereinander einen packenden Fight bis zum letzten Rennen.

Für die Aqua Centurions punkteten dabei auch die deutschen Schwimmer Philip Heintz (3. 200m Lagen), Franziska Hentke (5. 200m Schmetterling) sowie Sarah Köhler und Poul Zellmann, die beide über die 400m Freistil auf Platz drei landeten und dabei jeweils in den Bereich ihrer persönlichen Bestleistungen schwammen. 

Doch letztlich hatten auch sie das Nachsehen. DC Trident, für die die mehrfache Deutsche Meisterin Annika Bruhn am Sonntag im Einzel über die 100m Freistil sowie in den Staffeln im Einsatz war, hatte in der Endabrechnung 322 Punkte geholt und damit einen unglaublich knappen halben Punkt mehr auf dem Konto als die Aqua Centurions, die nun darauf hoffen müssen, dass die beiden europäischen Teams der Gruppe B (Team Iron, Budapest und London Roar) an den kommenden Wochenenden möglichst wenige Punkte sammeln. 

Denn für alle Mannschaften lautet das Ziel, sich für das ISL-Finale im Dezember in Las Vegas zu qualifizieren. In der Vorrunde stehen dafür für jedes Team drei Wettkämpfe an. Neben der Vor- und Rückrunde der jeweiligen Gruppe gibt es im November jeweils noch ein Event in dem nur die Europa-Teams und nur die US-Teams gegeneinander schwimmen. Die danach in der Vorrundenwertung jeweils besten zwei europäischen und US-Amerikanischen Mannschaften dürfen nach Las Vegas und dort im großen ISL-Showdown antreten.

Endstand des Meetings in Neapel:

  1. Energy Standard – 493
  2. Cali Condors – 490,5
  3. DC Trident – 322
  4. Aqua Centurions – 321,5

Ligawertung nach zwei Events:

  • Energy Standard – 8
  • Cali Condors – 6
  • DC Trident – 4
  • Aqua Centurions – 2
  • New York Breakers*   
  • LA Current*
  • London Roar* 
  • Team Iron*

*Gruppe B schwimmt an den kommenden beiden Wochenenden.

Die Ergebnisse der deutschen Schwimmer:

  • 100m Freistil: 7. Annika Bruhn - DC Trident - 53,60
  • 400m Freistil: 3. Sarah Köhler - Aqua Centurions - 4:00,87
  • 400m Freistil: 3. Poul Zellmann - Aqua Centurions - 3:41,80
  • 200m Lagen: 3. Philip Heintz - Aqua Centurions - 1:54,05
  • 200m Lagen: 8. Franziska Hentke - Aqua Centurions - 2:13,57
  • 200m Schmetterling: 5. Franziska Hentke - Aqua Centurions - 2:07,66

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