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(11.05.2012) Am zweiten Tag der Deutschen Meisterschaften in Berlin konnten fünf weitere DSV-Schwimmer auf den Zug nach London aufspringen. Paul Biedermann sicherte sich souverän das Olympiaticket über die 200m Freistil. Hinter ihm qualifizierte sich auch Clemens Rapp für einen Einzelstart in London. Über die 200m Brust sorgten Marco Koch und Christian vom Lehn für Topzeiten und lösten problemlos die Fahrkarte nach London. Silke Lippok konnte bereits am Vormittag glänzen und die geforderte Normzeit hinlegen.

 

Souveräne Leistung von Weltrekordhalter Paul Biedermann: Der Hallenser entschied seine Paradestrecke 200m Freistil in 1:46,70 Minuten für sich und konnte damit problemlos die Olympianorm von 1:47,76 Minuten um mehr als eine Sekunde unterbieten. “Ich war mehr aufgeregt als sonst, eine Olympia-Quali geht auch an mir nicht spurlos vorbei. Ich erwarte viel von mir, das ist nicht immer so hilfreich, ich bin froh, dass ich es geschafft habe” so Biedermann, der in der Weltrangliste damit an siebter Stelle liegt und nach dem Rennen unzufrieden mit seiner Zeit war. “Mit der Zeit bin ich überhaupt nicht konkurrenzfähig, das ärgert mich jetzt schon. Ich hoffe, dass ich mich noch steigern kann.” Heute Nacht (MEZ) werden auch die beiden US-Stars Ryan Lochte und Michael Phelps beim US Grand Prix in Charlotte über diese Strecke an den Start gehen.

Eine Hundertstel entscheidet über Olympiastart

Extrem knapp ging es im Kampf um den zweiten Startplatz für London über diese Strecke zu. Hier schlug Clemens Rapp in 1:47,57 Minuten nur um eine hauchdünne Hundertstelsekunde vor US-Legionär Dimitri Colupaev an. Platz vier erschwamm sich Robin Backhaus (1:48,19), der damit als Mitglied der 4x200m Freistilstaffel ebenfalls für Olympia planen kann. Damit dürfte der DSV ein schlagkräftiges Team in London an den Start bringen können. Weltweit konnten bisher vor allem die Franzosen glänzen, von denen bereits vier Athleten Zeiten von unter 1:47 Minuten hinlegen konnten. Dahinter folgen etwa gleichauf derzeit die jeweils ersten vier der deutschen und australischen Meisterschaften.

Koch und vom Lehn holen sich Olympiaticket

Die wohl stärkste Leistung des Tages zeigte der Weltcup-Dritte Marco Koch, der über die 200m Brust in 2:09,48 Minuten für ein Ausrufezeichen sorgen konnte. Er knackte damit nicht nur erneut die Olympianorm (2:11,68) sondern platzierte sich in der Weltrangliste auch vierter Stelle. Bereits im Vorlauf hatte der Darmstädter in 2:10,83 Minuten die geforderte Zeit für London unterboten.
Hinter Koch konnte sich auch WM-Medaillengewinner Christian vom Lehn seinen Platz im Olympiateam sichern. In 2:10,07 Minuten schwamm er die bisher achtschnellste Zeit des Jahres und blieb ebenfalls locker unter der Normzeit. Bronze ging an Maximilian Kraus in 2:14,72 Minuten.

Silke Lippok holt sich das Titel-Triple

Nachdem sie in 1:57,61 Minuten bereits im Vorlauf die Olympianorm knacken konnte, reichte Vize-Europameisterin Silke Lippok im Finale über die 200m Freistil eine Zeit von 1:57,93 Minuten, um sich den Meistertitel und damit das Ticket für London zu sichern. Für die Abiturientin war es der dritte Titel in Folge über diese Distanz. Die weiteren beiden Podestplätze belegten die Hallenserinnen Theresa Michalak (1:59,12) und Daniela Schreiber (1:59,41). Platz vier sicherte sich Annika Bruhn in 1:59,53 Minuten, die damit auf ein Ticket für die Staffel hoffen darf. Die vier blieben damit in der Addition auch unter der vom DSV geforderten Zeit zur Qualifikation für ein deutsches 4x200m Freistilquartett von 7:57,15 Minuten.

Brustdamen scheitern an Normzeit

Kein Olympiaticket wurde über die 200m Brust der Damen vergeben. Hier sicherte sich Sarah Poewe in 2:27,47 Minuten den Titel. Auf Platz zwei kam mit zwölf Hundertsteln Rückstand Caroline Ruhnau. Die Bronzemedaille ging in 2:29,50 Minuten an Vanessa Grimberg.

Mensing und Meeuw siegen im Rückensprint

Über die nicht-olympischen 50m Rücken sicherte sich Jenny Mensing in 28,70 Sekunden den Titel. Auf Platz zwei kam Doris Eichhorn die in 28,99 Sekunden einen neuen Altersklassenrekord bei den 19-Jährigen aufstellte. Bronze ging in 29,05 Sekunden an Lisa Graf. Bei den Herren ging der Titel an Vize-Weltmeister Helge Meeuw, der in 25,27 Sekunden Alibek Käsler (25,78) auf Platz zwei verweisen konnte. Stefan Herbst (25,85) komplettierte das Podium.