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(17.12.2021 | Bild: Henschelmedia) Starker Auftritt, aber die Medaillen waren bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Abu Dhabi für Fabian Schwingenschlögl heute einen Tick zu weit entfernt. Über die 100m Brust wurde der Neckarsulmer in 56,29 Sekunden Fünfter.

Damit kam er bis auf 13 Hundertstel an seinen Deutschen Rekord heran. Dieser hätte fallen müssen, um auf dem Podest stehen zu dürfen. Dort machten es sich am Freitag der Weißrusse Ilya Shymanovich (55,70), Nicolo Martinenghi (55,80) aus Italien und der US-Amerikaner Nic Fink (55,87) bequem, die sich auf den letzten Metern ebenso wie der Niederländer Arno Kamminga (56,06) und Fabian Schwingenschlögl allesamt einen packenden Fight im die Medaillen geliefert hatten.

Die weiteren Finals am Freitag fanden zwar ohne deutsche Beteiligung statt, für Fans des Schwimmsports gab es hier aber dennoch einige Leckerbissen. Direkt zum Auftakt des Wettkampftages setzten so zum Beispiel Louise und Sophie Hansson, Sarah Sjöström und Michelle Coleman über die 4x50m Lagen ein dickes Ausrufezeichen. In 1:42,38 Minuten stellte das Quartett den von den USA gehaltenen Weltrekord ein und sorgten für das erste WM-Gold einer schwedischen Staffel überhaupt. Die Teams der USA (1:43,61) und der Niederlande (1:44,03) sicherten sich die weiteren Medaillen. Bei der Oranje-Staffel brachte Ranomi Kromowidjojo als Schlussschwimmerin in 22,85 Sekunden einen beeindruckenden Split ins Becken, der ihrem Quartett noch die Medaille bescherte. Bei den Schwedinnen ließ Sarah Sjöström in 23,96 Sekunden auf der Schmetterlingstrecke ihr Können aufblitzen. Zum Vergleich: Der Weltrekord über die 50m im Einzel steht bei 24,38 Sekunden.

Es sollte nicht der einzige schwedische Sieg des Tages bleiben. In einem unglaublich spannenden Finale über die 100m Rücken ließ Louise Hansson dem Staffeltriumph auch eine Einzel-Goldmedaille folgen. In 55,20 Sekunden ließ sie die kanadische Olympiazweite und Langbahn-Weltmeisterin Kylie Masse um gerade einmal zwei Hundertstel hinter sich. Nur weitere 18 Hundertstel dahinter folgte die US-Amerikanerin Katherine Berkoff

Zuvor hatte sich auch Louises Schwester Sophie ein zweites Mal aufs Podest stellen dürfen. Über die 50m Brust schnappte sie sich in 29,55 Sekunden die Bronzemedaille. Nur fünf Hundertstel vor ihr schlug die 16-jährige Italienerin Benedetta Pilato an. Den Titel sicherte sich die mit 18 Jahren ebenfalls zu den Youngsters zählende Anastasia Gorbenko aus Israel in 29,34 Sekunden.

Ähnlich spannend ging es im Finale über die 200m Freistil der Herren zu und auch hier triumphierte ein Teenager. Den Sieg holte sich in 1:41,60 Minuten der erst 18-jährige Koreaner Hwang Sunwoo mit hauchdünnen drei Hundertsteln Vorsprung auf den Russen Aleksandr Shchegolov und nur 13 Hundertstel vor dem Titelverteidiger Danas Rapsys aus Litauen. Für Hwang, der in diesem Jahr bereits mehrfach mit starken Leistungen glänzte, ist es die erste Medaille auf dem internationalen Parkett.

Eine Premiere gab es auch über die 100m Rücken der Herren. Hier sorgte der international bisher eher unbekannte US-Amerikaner Shaine Casas für eine faustdicke Überraschung. Im ersten WM-Einzelfinale seiner Karriere schlug der 21-Jährige nach 49,23 Sekunden als Sieger an und verwies dabei keinen Geringeren als den Olympia-Zweiten Kliment Kolesnikov (49,46) auf den zweiten Platz. Im engen Kampf um Bronze ging der dritte Podestplatz an den Rumänen Robert Glinta (49,60). Gerade einmal 0,7 Zehntel trennten die acht Finalisten, die allesamt unter 50 Sekunden blieben.

Auch die Entscheidung über die 4x50m Freistil Mixed zeigte heute: Bei der Kurzbahn-WM kommt es auf jede Hundertstel an. Mit nur 0,06 Sekunden Vorsprung schnappten sich die Stars aus Kanada (1:28,55) den Sieg vor den Niederlanden und dem Team des russischen Schwimmverbands (1:28.97), das wiederum die USA nur sieben Hundertstel hinter sich hielt. Auch in diesem Rennen glänzte Ranomi Kromowidjojo in 22,97 Sekunden übrigens wieder mit einem Split unter 23 Sekunden.

Einen klaren Favoritensieg gab es hingegen über die 200m Schmetterling der Damen. Hier krönte sich die chinesische Olympiasiegerin Zhang Yufei (2:03,01) auch unangefochten zur Kurzbahn-Weltmeisterin. Deutliche 1,34 Sekunden Vorsprung hatte sie auf die Zweitplatzierte, Charlotte Hook aus den USA. Bronze erkämpfte sich die erst 15-jährige Lana Pudar (2:04,88) aus Bosnien und Herzegowina, die ihrem Land damit die erste Medaille überhaupt bei Schwimm-Weltmeisterschaften bescherte. 

Nach dem heutigen Doppelgold winkt Schweden am Samstag eine weitere Titelchance: Über die 100m Freistil sicherte sich Sarah Sjöström im Halbfinale in 51,53 Sekunden die Bahn vier für den Endlauf. Bei den Herren sehen wir auf dieser Bahn im Endlauf über die 100m Schmetterling den Italiener Matteo Rivolta (49,07), der unter anderem vom Südafrikaner Chad le Clos (49,56) oder auch dem Schweizer Noe Ponti (49,62) Konkurrenz bekommen wird.

Die wichtigsten Links zur Kurzbahn-WM 2021:

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