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(12.05.2020) Italiens Olympiasieger Gregorio Paltrinieri nutzt die Verschiebung der Olympischen Spiele auf das Jahr 2021, um auf dem Weg nach Tokio noch einmal neue Weichen zu stellen. Wie der Ausdauerspezialist in dieser Woche bekanntgab, gehen er und sein langjähriger Trainer Stefano Morini künftig getrennte Wege.

Morini hatte den mehrfachen Weltmeister seit 2011 betreut und unter anderem 2016 zum Olympiasieg sowie zu insgesamt mehr als 20 Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften geführt. Dementsprechend schwer sei ihm die Entscheidung auch gefallen, erklärt Paltrinieri in einem durch den italienischen Verband veröffentlichten Statement.

"Morini ist der beste Coach, der mich je trainiert hat. Er hat mich entwickelt und mein Leben sowohl im als auch außerhalb des Pools unterstützt. Unsere Beziehung geht weit über das Schwimmbecken hinaus. Er ist Familie", so Paltrinieris emotionale Worte.

Dass er dennoch nun zu seinem neuen Coach Fabrizio Antonelli wechselt hat einen Grund: Dieser leitet die nationale Trainingsgruppe der Freiwasserschwimmer. Nachdem Paltrinieri im Pool über die langen Freistilstrecken alles abgeräumt hat, was es nur zu holen gibt, legt er seinen Fokus nun stärker auf das Open Water. 

Im zurückliegenden Jahr holte Paltrinieri als Mitglied der italienischen Staffel seine erste WM-Medaille im Freiwasser. Geschlagen geben musste sich sein Team damals nur dem deutschen Quartett. Zudem qualifizierte er sich über die 10km-Strecke mit Platz sechs für die Olympischen Spiele.

In Tokio wird Paltrinieri damit voraussichtlich wie der deutsche Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock sowohl im Becken als auch im Freiwasser zu sehen sein. In der Vergangenheit hatte der italienische Superstar im freien Gewässer noch den einen oder anderen Nachteil gegenüber dem Magdeburger Meisterschwimmer. Paltrinieris Trainerwechsel ist also auch eine versteckte Kampfansage an Wellbrock und die weiteren Asse der internationalen Open Water Szene.