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(24.03.2020) Mit der Verschiebung auf 2021 wurde am Dienstag zwar Klarheit in der Frage der Olympia-Austragung geschaffen. Die Entscheidung führt aber zu neuen Problemen: Mehrere Sportverbände müssen nun voraussichtlich ihre Wettkampfkalender anpassen, so auch der Schwimm-Weltverband FINA.

Denn eigentlich sollen im kommenden Jahr vom 16. Juli bis 1. August 2021 die Schwimm-Weltmeisterschaften in Fukuoka (Japan) stattfinden. Nach Bekanntgabe der Olympia-Verschiebung kündigte die FINA daher am Dienstag an, man werde nun mit den WM-Veranstaltern zusammenarbeiten, um "Flexibilität bei den Daten der Wettbewerbe zu schaffen, wenn das notwendig wird."

Die Details werden nun erst erarbeitet, doch aus der Sicht erfahrener Beobachter des internationalen Sports sind mehrere Szenarien möglich. Durchaus denkbar ist so zum Beispiel, dass Olympia und FINA-WM kurz hintereinander veranstaltet werden und so für die Schwimmer im kommenden Jahr einen Doppel-Höhepunkt bilden. Da beide Events in Japan stattfinden sollen, wäre dies für viele Beteiligte eine logistisch günstige Option.

Eine weitere Möglichkeit: Die Olympischen Spiele oder die Schwimm-WM rücken ins Frühjahr. Sommerspiele im Frühling? Das würde für das IOC und die Gastgeber ein großes Problem lösen, das es im Sommer in Japan gibt: Die Hitze. In den vergangenen Jahren hatte Tokio im Sommer mit Temperaturen jenseits der 40° Grad zu kämpfen. Das IOC hatte erklärt, die Spiele auf "spätestens" den Sommer 2021 zu verschieben. Eine Austragung zuvor im Frühjahr scheint also nicht ausgeschlossen zu sein.

Die Möglichkeit einer Verschiebung in den Frühling oder in den Herbst gibt es natürlich genauso für die Schwimm-WM. Das gab es bereits: Die Weltmeisterschaften 1991, 1998 und 2007 in Australien wurden jeweils im Januar oder März abgehalten.

Wichtig: All dies sind nur hypothetische Gedankenspiele. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, wie sich der Wettkampfkalender für die Zeit nach der Corona-Pandemie zusammensetzt. 

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