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(31.07.2011) Im letzten Finale der Schwimm-WM in Shanghai gab es für das DSV-Team über die 4x100m Lagen der Herren noch einmal eine Bronzemedaille. Zum Abschluss der Titelkaempfe konnte der Lokalmatador Sun Yang zudem noch einmal für ein Highlight sorgen. Über die 1500m Freistil knackte er den ältesten Weltrekord des Schwimmsports. Ansonsten stand der Tag erneut im Zeichen der US-Stars, welche unangefochten die Nationenwertung für sich entscheiden.


 

Zum Abschluss der Schwimm-WM in Shanghai durfte das DSV-Team doch noch einmal jubeln. Die 4x100m Lagenstaffel holte in 3:32,60 Minuten die fünfte Bronzemedaille der deutschen Schwimmer. Dabei mussten sich Helge Meeuw, Hendrik Feldwehr, Benjamin Starke und Paul Biedermann den Teams aus den USA und Australien geschlagen geben. Die US-Boys konnten in 3:32,06 Minuten das durch Weltmeister James Magnussen (47,00) auf den letzten Metern heranfliegende Aussie-Quartett um zwei Zehntel hinter sich lassen. Paul Biedermann hatte in 47,51 Sekunden die zweitschnellste Zwischenzeit der Schlussschwimmer hingelegt und das DSV-Team an den Japanern vorbeischwimmen lassen. Die US-Amerikaner profitierten vor allem von Superstar Michael Phelps, der auf der Schmetterlingsdistanz in 50,57 Sekunden gut eine Sekunde schneller war als der zweitbeste Athlet im Feld und sich damit seine vierte Goldmedaille in Shanghai holte.

Sun Yang knackt Hacketts Weltrekord

Für einen Knaller sorgte der Chinese Sun Yang: Mit unglaublichen letzten 100m hat der 19-Jährige in 14:34,14 Minuten den Titel über die 1500m Freistil geholt und damit den ältesten noch bestehenden Weltrekord des Schwimmsports um 4,2 Zehntel geknackt. Die alte Bestmarke hatte der Australier Grant Hackett vor fast genau zehn Jahren bei der WM in Fukuoka aufgestellt. Es war bei den Herren der einzige Weltrekord das Zeitalter der Hightech-Anzüge überlebt hatte. Silber ging an den Kanadier Ryan Cochrane in 14:44,46 Minuten, der den Ungarn Gergo Kis um 1,2 Sekunden hinter sich lassen konnte.

US-Schwimmer dominieren erneut

Ansonsten jubelten erneut vor allem die US-Stars. Die 400m Lagen entschied Ryan Lochte in 4:07,13 Minuten mit mehr als vier Sekunden Vorsprung vor seinem Landsmann Tyler Clary für sich. Bonze ging hier in 4:11,98 Minuten an den Japaner Yuya Horihata. Lochte holte sich damit seinen fünften Titel in Shanghai. “Diese Woche war schon recht lang. Ich bin happy über die Ergebnisse, aber auch froh, dass diese acht Tage vorbei sind”, so Lochte nach dem Rennen.

Auch der Titel über die 400m Lagen der Damen ging in die USA. Elizabeth Beisel schwamm hier in 4:31,37 Minuten zum Sieg. Nie war eine Athletin ohne Hightech-Anzug schneller. Silber holte in 4:34,22 Minuten die britische Europameisterin Hannah Miley. Die Australierin Stephanie Rice musste sich im Schlussspurt eine Hundertstel dahinter mit Platz drei zufrieden geben.

Den ersten Titel des Tages hatte sich Teamkollegin Jessica Hardy in 30,19 Sekunden auf den 50m Brust geholt. Silber ging an die Russin Yulia Efimova mit deutlichen drei Zehnteln Rückstand. Auf Platz drei kam in 30,58 Sekunden mit Rebecca Soni ein weiteres der US-Sternchen.

Alshammar und Tancock holen die weiteren Titel

Den Titel auf den 50m Freistil der Damen holte sich die Schwedin Therese Alshammar in 24,14 Sekunden. Sie tritt damit die Nachfolge von Britta Steffen an. Alshammar verwies die beiden Oranje-Sprinterinnen Ranomi Kromowidjojo (24,27) und Marleen Veldhuis (24,49) auf Platz zwei und drei. Die 50m Rücken der Herren entschied der britische Titelverteidiger Liam Tancock  in 24,50 Sekunden für sich. Er konnte damit den Europameister Camille Lacourt aus Frankreich um sieben Hundertstel hinter sich lassen. Bronze ging an den Südafrikaner Gerhard Zandberg in 24,66 Sekunden.

Medaillenspiegel: DSV beendet WM auf Platz 19

Die USA waren mit 16 Titeln in 40 Entscheidung erneut mit Abstand die erfolgreichste Nation der Weltmeisterschaften. Die im Medaillenspiegel auf Platz zwei liegenden Chinesen kamen mit fünf Titeln nicht einmal ansatzweise an die US-Stars heran, die mit Ryan Lochte und Michael Phelps bei den Herren und Missy Franklin und Rebecca Soni bei den Damen die herausragenden Athleten dieser Titelkaempfe in ihren Reihen hatten. Das DSV-Team kam nicht an die Ergebnisse der WM 2009 heran, als man auf Platz zwei des Medaillenspiegels lag. Mit fünf Bronzemedaillen schwamm man in Shanghai nur auf den 19. Platz.

Medaillenspiegel nach 40 von 40 Entscheidungen:

Ges. Bronze Silber Gold    
29 8 5 16 USA 1
14 7 2 5 China 2
3     3 Brasilien 3
13 3 8 2 Australien 4
10 5 3 2 Frankreich 5
5   3 2 Italien 6
5   3 2 Großbritannien  
6 3 1 2 Niederlande 8
3   1 2 Dänemark 9
4   3 1 Russland 10
2   1 1 Schweden 11
4 3   1 Ungarn 12
1     1 Südkorea 13
1     1 Norwegen  
1     1 Weißrussland  
6 2 4   Japan 16
4 1 3   Kanada 17
1   1   Polen 18
5 5     Deutschland 19
3 3     Südafrika 20