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(01.08.2019) Der Saisonhöhepunkt liegt hinter uns, normalerweise heißt das für die internationalen Top-Athleten: Sommerpause. In diesem Jahr geht es jedoch für etliche Teilnehmer der Schwimm-Weltmeisterschaften 2019 direkt weiter im Wettkampfbecken. Mehrere nationale Meisterschaften sowie der Beginn der Weltcup-Serie stehen an diesem Wochenende im Kalender.

Den Auftakt machten bereits am Mittwoch die US-Schwimmer. In Stanford (Kalifornien) tragen sie ihre nationalen Meisterschaften aus. Mit dabei sind auch 20 Athleten aus dem Team der Schwimm-WM 2019 wie zum Beispiel Caeleb Dressel und Regan Smith. Für die amerikanischen Athleten ist das Meeting die letzte Möglichkeit, sich in die Nationalkader zu schwimmen. Dementsprechend motiviert gehen vor allem die Sportler der zweiten Reihe an den Start.

Die deutschen WM-Schwimmer sind nahezu in voller Stärke bei den heute beginnenden Deutschen Meisterschaften in Berlin gefordert. Der ungewöhnliche Termin nach dem Saisonhöhepunkt ist Resultat des neuen Formats "Die Finals", in dessen Rahmen die Athleten aus zehn verschiedenen Sportarten am selben Wochenende in Berlin ihre Meister ermitteln. Für die Schwimmer, die es nicht ins WM-Team geschafft hatten, bietet sich die Chance, die noch vom Jetlag und Wettkampfstrapazen gezeichneten Nationalschwimmer zu ärgern. Trotzdem ist der späte Termin nicht gerade ein Teilnehmermagnet. Mit nur 464 Startern ist die Schwimm-DM so dünn besetzt wie nie zuvor in diesem Jahrtausend.

Anders sieht es in Italien aus: Auch hier beginnen am Donnerstag die Landesmeisterschaften, doch zumindest in der Breite ist das Event nicht zu vergleichen mit den Meisterschaften der deutschen Schwimmer. Fast 1.100 Athleten sind bei den Titelkämpfen in Rom bis Sonntag am Start. Danach stehen direkt die Jahrgangsmeisterschaften an, sodass insgesamt fast 2.000 italienische Schwimmer in den kommenden Tagen um die Medaillen kämpfen. Nicht alle WM-Schwimmer sind mit dabei. Während die frisch gebackenene 1500m-Weltmeisterin Simona Quadarella in Rom ins Wettkampfbecken springt, fehlen zum Beispiel die in Korea ebenfalls mit Gold dekorierten Gregorio Paltrinieri und Federica Pellegrini.

Die in wenigen Tagen 31-jährige Pellegrini gönnt sich jedoch keine Pause: Sie nimmt statt den nationalen Meisterschaften den Auftakt der FINA-Weltcup-Serie in Angriff. Von Freitag bis Sonntag ist Tokio Austragungsort des ersten Meetings der Wettkampfreihe. Obwohl man dort schon etwas Olympia-Luft schnuppern könnte, zieht das Meeting nur wenige Top-Athleten in die japanische Hauptstadt. Lediglich 140 Schwimmer sind gemeldet. Mit dabei sind neben Pellegrini weitere bekannte Namen wie Katinka Hosszu, Cate Campell, Mitch Larkin oder auch Jeanette Ottesen. Aus dem deutschen WM-Team ist kein Schwimmer nach Tokio gereist. Der ursprünglich für die Weltcup-Serie eingeplante Philip Heintz musste seine Starts verletzungsbedingt absagen. Einziger deutsche Teilnehmer des Weltcups in Tokio ist damit der in den USA studierende Wuppertaler Jan Delkeskamp.