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(27.07.2019) Fast 32 Jahre hielt der Deutsche Rekord, mit dem Anke Möhring 1987 Europameisterin über die 800m Freistil wurde. Heute strich die Frankfurterin Sarah Köhler die zweitälteste noch bestehende nationale Bestmarke aus den Rekordbüchern. Bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Südkorea unterbot sie den Uralt-Rekord in 8:16,43 Minuten um mehr als drei Sekunden.

Kleiner Wermutstropfen: Damit verfehlte Köhler im Finale von Gwangju die Medaillen nur um 7,3 Zehntel und wurde undankbare Vierte. Trotzdem überwog bei der 25-Jährigen die Freude über die starke neue Bestzeit. "Mir war klar, dass es eng wird mit einer Medaille selbst wenn ich so eine Zeit schwimme", meinte sie nach dem Rennen. "Es ist ein bisschen schade, dass es jetzt nicht zu Bronze gereicht hat, aber ein Jahr nach dem Trainerwechsel hätten wir nicht gedacht, dass ich überhaupt schon so schnell schwimmen kann. Besser hätte es glaube ich, diese Woche kaum laufen können."

Nach der EM 2018, bei der sie zwar drei Medaillen holte, aber insgesamt nicht mit ihrer Vorstellung zufrieden war, schloss sich Köhler der Magdeburger Trainingsgruppe von Bernd Berkhahn an. "Die WM zeigt, dass das der richtige Schritt war", so Köhler, die in Südkorea Gold mit der Freiwasserstaffel und Silber über die 1500m im Becken geholt hatte. Anteil daran würde aber auch ihrem vorherigen Trainer Michael Spikermann in Heidelberg gebühren, da sie von dort mit einem hohen Grundniveau nach Magdeburg kam. "Das sollte man auch nicht verstecken."

Im Kampf um Gold hätte die Italienerin Simona Quadarella beinahe für eine Überraschung gesorgt. Auf den 1500m hatte sie sich bereits den Titel geholt und profitierte dabei von der Erkrankung von US-Superstar Katie Ledecky. Für die 800m war die Olympiasiegerin jedoch wieder fit und lieferte sich mit Quadarella ein packendes Duell um den Titel. Nachdem Quadarella ab der Hälfte des Rennens geführt hatte, mobilisierte die angeschlagene Ledecky auf der letzten Bahn noch einmal alle Kraftreserven. In 8:13,58 Minuten ließ sie ihre Konkurrentin letztlich um 1,41 Sekunden hinter sich, ein Abstand der deutlicher war als es der Rennverlauf vermuten ließ. 

Auch Sarah Köhler hatte auf der letzten Bahn Pech, dass die junge Australierin Ariarne Titmus über eine bärenstarke letzte Bahn verfügt. Dies hatte schon Katie Ledecky im 400m-Finale zu spüren bekommen. In 8:15,70 Minuten schnappte Titmus heute Köhler die Medaille weg. 

Aber die Rennen von Gwangju zeigen: Köhler ist mitten drin in der Weltspitze, auch wenn sie davon mitunter noch selbst etwas überrascht wird, so auch im heutigen Rennen. "Als ich nach 500, 600m gesehen habe, wie nah ich an Ledecky dran bin und ich ihre Füße gesehen habe, da wusste ich gar nicht, was ich überhaupt machen soll", plauderte sie im Anschluss an das Finale. Sie haben dann auf den letzten 200m einfach den Kopf herunter genommen und durchgezogen. Dabei weiß sie auch: "Das wird nicht leichter nächstes Jahr."

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WM-Bilder: Alibek Käsler / swimsportnews