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(13.05.2014) Das Urteil im Dopingfall Yuliya Efimova ist gefallen: Die russische Weltmeisterin wurde von der FINA für 16 Monate gesperrt. Dies gab der Weltverband heute auf seiner Website bekannt. Damit wäre sie rechtzeitig wieder startberechtigt, um 2015 ihren WM-Titel über die 50m und 200m Brust vor heimischem Publikum zu verteidigen.


Der Weltverband FINA hat auf seiner Website das Urteil im Fall der positiv getesteten russischen Spitzenschwimmerin Yuliya Efimova verkündet: Für 16 Monate wird die Olympia-Dritte von London gesperrt. Die Strafe beginnt rückwirkend zum 31. Oktober 2013. Zu diesem Zeitpunkt wurde bei Efimova im Rahmen einer Trainingskontrolle in Los Angeles die positive Dopingprobe genommen.

Auch die Substanz, auf die Efimova positiv getestet wurde, gab die FINA bekannt. Es handelte sich dabei um Steroid DHEA, welches unter anderem bei Anti-Aging-Produkten zum Einsatz kommt. In die Schlagzeilen geriet es vor einigen Jahren, als Leichtathletik Olympiasieger LaShawn Merritt die Einnahme dieses Mittels nachgewiesen wurde und er damals angab, die Substanz mit einem im Handel erhältlichen Mittel zur Penisvergrößerung zu sich genommen zu haben. Merrit wurde für 21 Monate gesperrt.

Auch Efimova hatte eine ähnlichen Erklärung, die sich strafmildernd auswirkte. Die FINA folgte ihrer Schilderung, laut der sie das Mittel versehentlich mit dem Nahrungsergänzungsmittel Cellucor CLK eingenommen habe, weil sie eine Produktbeschreibung "fahrlässig" ungenau gelesen hatte. Das Mittel wird zu Gewichtsreduzierung und Fettabbau verwendet. Bei der Abwägung der Strafe zog die FINA auch ähnlich gelagerte Dopingfälle heran. Bei anderen Athleten, die positiv auf DHEA getestet wurden, lagen die Sperren zwischen 12 und 21 Monaten.

Efimova ist ab dem 1. März 2015 wieder startberechtigt. Damit könnte sie auch bei den Weltmeisterschaften im eigenen Lande antreten. Diese finden im Juli 2015 im russischen Kazan statt. Hier würde die 22-Jährige als Titelverteidigerin über die 50m und 200m Brust an den Start gehen. Beide Strecken hatte Efimova bei der Schwimm-WM in Barcelona im vergangenen Jahr für sich entschieden.

Zuletzt hatte Efimova im Dezember bei den Kurzbahn-Europameisterschaften in Herning (Dänemark) vier EM-Titel und eine Silbermedaille geholt. Zudem stellte sie einen Weltrekord über die 200m Brust auf. Diese Resultate wurden nun aberkannt.

Efimova ist der prominenteste in einer ganzen Serie russischer Dopingfälle. Neben ihr wurden in der jüngeren Vergangenheit mit Xenia Moskwina, Ekaterina Andreeva and Natalia Lovtsova drei weitere Athletinnen, die 2012 zum russischen Olympia-Team zählten, positive getestet. Insgesamt gab es im russischen Schwimmsport im Jahr 2013 zehn Dopingfälle, bei denen die Strafen von Verwarnungen bis hin zu sechsjährigen Sperren reichten.

Der Schatten dieser Ereignisse liegt auch über den heute in Moskau beginnenden nationalen Meisterschaften. Bei diesen geht es für die russischen Schwimmer um die Qualifikation für die Europameisterschaften in Berlin.

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