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(12.03.2018) Mit sechs Weltmeister- und zehn Europameistertiteln zählt die Dänin Jeanette Ottesen seit gut einem Jahrzehnt zum festen Kreis der internationalen Schwimmstars. Im vergangenen Dezember, kurz vor ihrem 30. Geburtstag, wollte sie eigentlich bei den Kurzbahn-Europameisterschaften in der Hauptstadt ihres Heimatlandes ihre Karriere beenden. Doch wie so oft kam es anders als geplant.

Statt Titeln und Medaillen gab es für Ottesen und ihren Partner Marco Loughran im Dezember das erste Kind, die gemeinsame Tochter Billie-Mai. Die neue Rolle als Mutter hat auch der Karriereplanung der Sprintspezialistin eine andere Perspektive verliehen. Denn die Wettkampfbrille will sie nun doch noch nicht an den Nagel hängen.

"Ich habe in meinem Kopf dieses Bild: Ich mache mein letztes Rennen bei den Olympischen Spielen, renne dann zu den Menschenmassen und küsse Billie-Mai und Marco", erzählt Ottesen im Interview mit dem Fernsehsender TV2.

Ihr Traum: Ein Karrierende bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. "Es ist die größte Bühne, die es im Schwimmen gibt", so Ottesen, die an die zurückliegenden Wettbewerbe 2016 in Rio alles andere als gute Erinnerungen hat. Zwar gab es zum Abschluss der Spiele überraschend Bronze mit der Lagenstaffel. Für sie war es aber kaum mehr als ein Trostpflaster. Über ihre Einzelstrecken hatte sie mit der Medaillenvergabe nichts zu tun, verpasste über die 50m Freistil sogar den Endlauf.

"Meine Karriere hat ein besseres Ende verdient als das. Ich bin nicht bereit, sie einfach so ins Regal zu stellen aber ich bin bereit, ein letztes Rennen auf der großen Bühne zu schwimmen", kündigt sie an.

Die Weltmeisterin von 2011 und 2013 weiß, dass das Comeback kein Zuckerschlecken wird. "Ich glaube nicht, dass ich weniger als ein Jahr brauche, um wieder in Form zu kommen", meint sie. Bevor sie 2020 bei den Spielen in Tokio noch einmal angreifen will, peilt sie einen Start bei den Weltmeisterschaften 2019 an. Die WM in Gwangju (Südkorea) könnte eine gute Gelegenheit sein, um sich mal wieder auf internationalem Niveau zu zeigen.

Trotz ihrer ehrgeizigen Worte stellt Ottesen klar, dass sich ihre Prioritäten in den zurückliegenden Monaten verständlicherweise komplett verschoben haben. Für das geplante Comeback ist die Doppelrolle als Spitzenschwimmerin und Mutter weniger Belastung, sondern könnte ihr die notwendige Lockerheit verschaffen. Denn: "Alles dreht sich jetzt um Marco und Billie-Mai", erklärt sie. "Wenn alles andere schief geht, habe ich immer noch sie."