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(29.07.2016) Die Spannung steigt, Olympia rückt näher! Eine der großen Hoffnungen im deutschen Team ist Weltmeister Marco Koch. Im vierten Teil unseres großen Ausblicks auf Rio nehmen wir seine Chancen und die der restlichen Brustschwimmer unter die Lupe:

100m Brust (Herren) - Das Duell Peaty vs. van der Burgh geht in die nächste Runde (7. August)

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London holte Cameron van der Burgh mit einem powervollen Rennen den Titel über die 100m Brust. Doch seitdem hat sich viel getan. Der junge Brite Adam Peaty betrat die Bühne, schnappte sich van der Burghs Weltrekord sowie Gold bei den Europa- und Weltmeisterschaften. Nun ist er der große Favorit auf den Olympiasieg und van der Burgh ist in der Herausfordererposition. Beide dürften sich einen packenden Fight um Gold liefern.

Dahinter wird das Feld eng. Die US-Schwimmer Kevin Cordes und Cody Miller sind stark einzuschätzen, auch Peatys Team-Kollege Ross Murdoch zählt zu den Medaillenkandidaten, ebenso wie der Litauer Giedrius Titenis. Unser Geheimtipp kommt aus Kasachstan: Der 21-jährige Dmitri Balandin ist zwar dreifacher Asienmeister, trotzdem kennen ihn bisher nur wenige. Dies könnte sich bei den Olympischen Spielen in Rio ändern.

Für Deutschland wird Christian vom Lehn über die 100m Brust ins Rennen gehen. Er schwamm sich bei den German Open für die Lagenstaffel ins Olympiateam und erhält den Einsatz über die Einzelstrecke als zusätzlichen Start. Trotzdem sollte man ihn nicht unterschätzen. Bestätigt er die gute Form der German Open in Rio ist mindestens das Halbfinale drin.

Unsere Favoriten: Adam Peaty / Cameron van der Burgh
DSV-Schwimmer: Christian vom Lehn (gute Halbfinalchancen, mit Glück auch Endlauf)
Geheimtipp: Dmitri Balandin (Kasachstan)

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200m Brust (Herren) - Der große Auftritt von Marco Koch (10. August)

Am 10. August ist es soweit: Das mit Spannung erwartete Finale über die 200m Brust steht auf dem Plan und Marco Koch will als amtierender Weltmeister nun auch bei Olympia glänzen. Die Konkurrenz sieht ähnlich aus wie bei der WM in Kasan: Der Japaner Yasuhiro Koseki, Titelverteidiger Daniel Gyurta aus Ungarn, US-Schwimmer Kevin Cordes und auch der Brite Andrew Willis sind wieder mit von der Partie.

Alle Finalisten der Weltmeisterschaften 2015 sind auch für Rio gemeldet. Doch die schnellste persönliche Bestzeit bringt ein ganz anderer mit: Der US-Amerikaner Josh Prenot überraschte bei den Trials vor einem Monat mit einer Leistung von 2:07,18 Minuten. Abgesehen vom Weltrekord des nicht in Rio startenden Japaners Yamaguchi war dies die zweitbeste Leistung aller Zeiten über die 200m Brust. Auf dem Papier ist Prenot damit Marco Kochs größter Konkurrent, doch wie bei vielen der Neulinge im US-Team gilt auch bei ihm: Das große Ziel waren die Trials und die Qualifikation für Rio. Es bleibt abzuwarten, ob er die Form und die Spannung vier Wochen lang halten konnte.

Unser Favorit als Koch-Konkurrent Nummer eins ist stattdessen ein alter Bekannter: Daniel Gyurta sollte man nicht abschreiben. Zwar ist er in diesem Jahr nicht einmal unter den Top 20 der Weltrangliste zu finden. Dies ist aber durchaus normal für den einstigen Weltrekordhalter. Ähnlich war es 2015 und dann gelang ihm doch der Sprung aufs WM-Podium.

Wie schon über die 100m-Strecke ist auch auf der 200m-Distanz der Kasache Dmitri Baladin unser Geheimtipp, wenn man hier überhaupt davon reden kann, angesichts dessen, dass er im vergangenen Jahr im WM-Finale stand. Seine Bestzeit: 2:07,68 Minuten. Damit ist er in Schlagdistanz!

Unsere Favoriten: Marco Koch / Daniel Gyurta / Josh Prenot
Geheimtipp: Dmitri Baladin (Kasachstan)

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100m Brust (Damen) - (Doping)freies Feld für Ruta Meilutyte?! (8. August)

In London wurde Ruta Meilutyte mit 15 Jahren sensationell Olympiasiegerin, nun kehrt sie in der Rolle der großen Favoritin zurück auf die olympische Bühne. Die Russin Yuliya Efimova wird nach langem Hin- und Her um ein mögliches Komplettverbot des russischen Teams als überführte Dopingsünderin (wahrscheinlich) nicht in Rio dabei sein. Damit ist das Feld frei für Meilutyte - sollte man meinen.

Vor allem die junge US-Schwimmerin Lilly King will ihr den Thron streitig machen. Sie legte bei den US-Trials ein starkes Rennen hin und geht als die Führende der Weltrangliste in die Olympischen Spiele. Auch ihre Team-Kollegin Katie Meili oder die Jamaikanerin Alia Atkinson könnten Meilutyte gefährlich werden.

Als Geheimtipp über die 100m Brust haben wir Hilda Luthersdottir auf dem Zettel. Die Isländerin holte zuletzt EM-Silber hinter Ruta Meilutyte und hat in den vergangenen Jahren eine starke Entwicklung gezeigt. Sie könnte die erste Schwimmerin ihres Landes werden, die bei Olympia aufs Podest steigen darf. Deutsche Schwimmerinnen sind über die 100m Brust nicht gemeldet.

Unsere Favoritin: Ruta Meilutyte
Geheimtipp: Hilda Luthersdottir (Island)

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200m Brust (Damen) - Kampf um die Nachfolge von Rebecca Soni

Über die 200m Brust der Damen wird eine Nachfolgerin für Rebecca Soni gesucht. Die US-Amerikanische Starschwimmerin hat 2012 in London Gold über diese Strecke geholt und danach ihre Karriere beendet. Nun schickt sich ein ganzes Bündel an Sportlerinnen an, in ihre Fußstapfen zu treten.

Drei Athletinnen im Feld blieben bereits unter 2:20 Minuten. Neben Weltrekordhalterin Rikke Möller Pedersen aus Dänemark gelang dies auch der jungen Türkin Viktoriya Günes und der Japanerin Rie Kaneto. Auch für Olympia haben wir sie weit oben auf dem Zettel stehen, doch die 200m Brust sind ein tückisches Rennen. Wer vorn zu schnell ist, hat hinten raus oft das Nachsehen. Daher kommen neben den drei genannten Schwimmerinnen auch etwa ein halbes Dutzend weitere Athletinnen für die Medaillen in Frage, unter ihnen sind Kanetos Team-Kollegin und die amtierende Weltmeisterin Kanako Watanabe oder auch die Britinnen Chloe Tutton und Molly Renshaw.

Unser Geheimtipp ist wie über die 100m-Strecke erneut die Isländerin Hilda Luthersdottir und auch bei diesem Event werden keine DSV-Schwimmerinnen starten.

Unsere Favoritinnen: Viktoriya Gunes / Rikke Möller Pedersen / Rie Kaneto
Geheimtipp: Hilda Luthersdottir (Island)

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