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Die swimsportnews-Berichterstattung zu den Deutschen Meisterschaften 2016 wird präsentiert von Speedo.

(03.05.2016) Am Montag haben wir einen Blick auf die Olympia-Kandidatinnen bei den DSV-Damen geworfen, heute sind die Herren dran. Bei den am Donnerstag beginnenden Deutschen Meisterschaften müssen auch sie sowohl in den Vor- als auch Endläufen vom Verband vorgegebene Normzeiten knacken, um weiterhin eine Chance auf die Qualifikation für Rio zu haben.

Wir nehmen unter die Lupe, welche Schwimmer ihr im Kampf um die Olympia-Tickets auf dem Zettel haben solltet:

Freistil (Final-Normen: 50m - 22,27 / 100m - 48,81 / 200m - 1:47,17 / 400m - 3:47,49 / 1500m - 15:02,37)

Über die kurzen Freistilstrecken könnte bei den Herren vor allem die junge Generation glänzen. Dem Titelverteidiger über die 50m, Max Oswald, wird u.a. der Essener Damian Wierling Konkurrenz machen. Mit einer kleinen Steigerung könnten beide die Olympianorm knacken. Hinzu gesellt sich natürlich Deutschlands Top-Sprinter Steffen Deibler. Das Trio hat auch seine Chancen auf den 100m, wobei man hier einige Routiniers wie Paul Biedermann oder auch Marco di Carli auf der Rechnung weit vorn haben sollte, ebenso wie Philipp Wolf und Marius Kusch, die in der Kurzbahn-Saison bereits überraschen konnten.

Über die 200m ist Paul Biedermann bereits vornominiert und muss für das Olympia-Ticket "nur" Platz eins oder zwei belegen. Doch das wird nicht einfach, denn auch Florian Vogel und Clemens Rapp machen sich Hoffnungen auf einen Startplatz in Rio. Mit den Staffel-Europameistern Yannick Lebherz und Robin Backhaus sowie Jacob Heidtmann sind hier weitere Athleten, die man beachten muss.

Vogel, Heidtmann und Rapp gehen auch über die 400m-Strecke als Favoriten auf die Olympia-Tickets an den Start und dürften die Olympia-Norm von 3:47,49 Minuten drauf haben. Auf der langen 1500m-Strecke werden sich Titelverteidiger Sören Meißner und sein Würzburger Team-Kollege Ruwen Straub gegen Youngsters wie Florian Wellbrock und Poul Zellmann zur Wehr setzen müssen. Allen ist die Qualifikationszeit für Rio zuzutrauen.

Rücken (Final-Normen: 100m - 53,91 / 200m - 1:58,02)

Spannend wird es vor allem über die 200m Rücken. Als Favoriten gehen der deutsche Rekordhalter Jan-Philip Glania und EM-Medaillengewinner Christian Diener ins Rennen. Yannick Lebherz könnte hier ins Geschehen eingreifen und mit dem Mainzer Andreas Wiesner ist da einer, der im vergangenen Herbst bereits auf der Kurzbahn alle überraschte.

Etwas schwerer wird die direkte Olympia-Qualifikation über die 100m-Strecke. Auch über diese Strecke ist die Bestzeit von Jan-Philip Glania schneller als die Olympianorm, die weiteren Kandidaten müssen sich aber noch deutlich steigern. Vor allem der Potsdamer Riege um Diener und Carl Louis Schwarz könnte dies aber gelingen.

Brust (Final-Normen: 100m - 1:00,01 / 200m - 2:10,43)

Auch über die 200m Brust könnte es ein Luxusproblem für den DSV geben. Mit Weltmeister Marco Koch dürfte der erste Olympia-Startplatz bereits weg sein, alles andere wäre eine faustdicke Überraschung. Das zweite Ticket für Rio wird hart umkämpft sein. Favorit auf die Position hinter Koch ist der WM-Dritte von 2011, Christian vom Lehn, doch der jungen Generation um Max Pilger und Yannick Lindenberg sowie den in den USA trainierenden Nils Wich-Glasen und Fabian Schwingenschlögl ist der Sprung in den 2:10er Bereich zuzutrauen.

Über die 100m Brust wird es ebenfalls spannend. Koch und vom Lehn sowie Hendrik Feldwehr sind hier die Favoriten, doch auch Schwingenschlögel und Co. werden vorn mitmischen. Die Olympianorm liegt bei 1:00,01 Minuten, da dürften Zeiten unter der Minutengrenze gefordert sein.

Schmetterling (Final-Normen: 100m - 51,94 / 200m - 1:56,33)

Die 100m Schmetterling waren in der Vergangenheit eine klare Angelegenheit für Steffen Deibler. Bei den Olympischen Spielen 2012 verpasste er als Vierter nur knapp die Medaillen und im Kampf um die Tickets für Rio dürfte er über diese Strecke die Nase vorn haben. Auch Philip Heintz ist die Olympianorm zuzutrauen. Ein nicht so ganz "geheimer" Geheimkandidat ist über die 100m Schmetterling der Kurzbahn-EM-Finalist Marius Kusch.

Ja, die 200m Schmetterling - noch immer steht diese Distanz in Deutschland im Schatten des einstigen Schwimm-Superstars Michael Groß. An seinen bald 30 Jahre alten Rekord müssen die Athleten herankommen, um die Olympianorm zu knacken. Vor allem Markus Gierke und Alexander Kunert ist dies zuzutrauen und vielleicht kommt ja auch hier noch der eine oder andere Überraschungsschwimmer hinzu.

Lagen (Final-Normen: 200m - 1:59,64 / 400m - 4:16,37)

Nach dem Karriereende von Markus Deibler ruhen die Hoffnungen über die 200m Lagen vor allem auf Philip Heintz. Er hat die Olympianorm bereits mehrfach geknackt und dies auch deutlich. Neben ihm ist dies noch keinem derzeit aktiven deutschen Schwimmer gelungen, doch vielleicht können Kevin Wedel, Yannick Lebherz oder auch Top-Talent Johannes Hintze ja pünktlich zur DM mit neuen Bestzeiten glänzen.

Der 16-jährige Hintze ist aber vor allem über die 400m Lagen zu beachten. Hinter dem WM-Fünften Jacob Heidtmann gilt Hintze als aussichtreicher Anwärter auf ein Olympia-Ticket. Auch Kevin Wedel wird hier ein Wörtchen mitreden wollen.