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(21.05.2021) Nach dem zweiten Platz von Jeremy Desplanches über die 200m Lagen darf sich das Team aus der Schweiz über die zweite Medaille bei der Schwimm-EM in Budapest freuen. Im Gegensatz zum Edelmetall von Vize-Weltmeister Desplanches kam der heutige Erfolg von Lisa Mamié aber recht unerwartet.

Über die 200m Brust legte die 23-Jährige ein beeindruckendes Rennen hin und ließ sich auch auf der letzten Bahn nicht von der sonst hinten raus gefürchteten Weltmeisterin Yuliya Efimova abfangen. In 2:22,05 Minuten verwies Mamié die Russin um elf Hundertstel auf den dritten Platz. Auch zur Siegerin Molly Renshaw (2:21,34) aus Großbritannien fehlte der Schweizerin nicht viel. 

Mit ihrer Zeit verbesserte Mamié auch ihren erst im Halbfinale aufgestellten Schweizer Rekord noch einmal deutlich. Im Verlauf der Europameisterschaften drückte sie die Bestmarke um satte 2,22 Sekunden nach unten. Dementsprechend verständlich waren heute ihre Überraschung und die Freudentränen nach dem Anschlag.

Für die Schwimmer aus der Schweiz bieten die Europameisterschaften die Gelegenheit, sich für Olympia zu qualifizieren. Mamié aber war ohnehin bereits für Tokio gesetzt. Gleiches gilt für Antonio Djakovic, der in Budapest derzeit trotz des bereits gebuchten Olympia-Ticket ebenfalls Vollgas gibt. Im Finale über die 200m Freistil kam er auf Platz sechs und stellte in 1:46,10 Minuten eine neue Bestzeit auf. Den Titel sicherte sich Martin Malyutin aus Russland in 1:44.79 Minuten vor den Briten Duncan Scott (1:45.19) und Tom Dean (1:45,34). Ebenfalls bemerkenswert: Kristof Milak - der Weltrekordhalter der 200m Schmetterling - schlug in starken 1:45,74 Minuten auf Platz fünf an.

Über die 200m Freistil ging es auch zum Abschluss des Tages rund, allerdings im Vierertakt: Über die 4x200m der Damen holte das Quartett aus Großbritannien in beachtlichen 7:53,15 Minuten den Sieg. Dahinter jubelten die ungarischen Gastgeberinnen (übrigens ohne Katinka Hosszu) in 7:56,26 Minuten vor Italien (7:56,72). Das UK-Team, die Staffel aus Italien und ebenso das Quartett aus Frankreich (4. - 7:59,45) schoben sich damit zudem noch ins Ranking für die Olympischen Spiele 2021. Nur die vier bis zum 31. Mai zeitschnellsten bisher nicht qualifizierten Staffeln können sich noch für Tokio qualifizieren. In dieser Bestenliste sind Großbritannien, Italien und Frankreich nun auf den Top-Plätzen. Ungarn ist bereits durch das Top 12 Ergebnis der Schwimm-WM 2019 für Olympia gesetzt. 

Apropos Ungarn: Die Hausherren durften sich heute auch über Gold freuen. Auf den 50m Schmetterling schnappte Szebasztian Szabo in 23,00 Sekunden dem Weltrekordhalter Andriy Govorov nur um eine Hundertstel den Titel vor der Nase weg. Ebenfalls nur einen Wimpernschlag dahinter wurde der Russe Andry Zhilkin in 23,08 Sekunden Dritter.

Kurios ging es über die 100m Rücken der Damen zu. Eigentlich hatte hier die Britin Kathleen Dawson in 58,18 Sekunden gewonnen. Doch der Endlauf musste wegen einer "teilweisen Fehlfunktion des Startsystems" wiederholt werden. Auch dort triumphierte Dawson. Doch es gab eine große Verliererin. Mehr dazu gibt es hier: Kurioses Final-Chaos kostet Kira Toussaint das EM-Silber

Einen kleinen deutschen Triumph gab es heute über die 1500m Freistil der Damen. Zwar fanden die in Budapest ohne DSV-Beteiligung statt. Die Medaillengewinnerinnen Simona Quadarella (15:53,59), Anastasia Kirpichnikova  und Martina Caramignoli (16:05.81) blieben aber allesamt über der Saisonbestleistung von Sarah Köhler, die aktuell in 15:52,20 Minuten auf Platz drei der Weltrangliste liegt. Besonders dass dies Weltmeisterin Quadarella nicht gelang, die sich in Korea 2019 vor Köhler WM-Gold geschnappt hatte, dürfte bei der in Magdeburg trainierenden Frankfurterin wohlwollend aufgenommen worden sein.

Die Zusammenfassung der heutigen Halbfinals, in denen sich Lucas Matzerath für den morgigen Endlauf über die 50m Brust qualifizierte, gibt es hier: Matzerath macht's nochmal: Mit Bestzeit ins EM-Finale

Die wichtigsten Links zur Schwimm-EM 2021: