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(03.06.2011) Vierter Tag der Deutschen Meisterschaften in Berlin und heute ging es endlich richtig zur Sache: Doro Brandt und Markus Deibler packen die Normen und sichern sich die WM-Teilnahme. Enttäuschend lief es hingegen für Paul Biedermann, Silke Lippok und Steffen Deibler, die allesamt an den Qualifikationshürden für Shanghai scheitern. In der Liste unten sind alle Titelträger und die bisherigen WM-Normknacker zu finden.

 

Über die 200m Lagen hatte Jan David Schepers bereits im Vorlauf für einen Paukenschlag sorgen und die WM-Norm knacken können – Im Finale nun bescherte uns  Markus Deibler das Highlight des Tages. In 1:58,67 Minuten konnte er nicht nur die Qualifikationszeit für Shanghai unterbieten, sondern auch einen neuen Deutschen Rekord aufstellen. Er schlug die alte Bestmarke von Yannick Lebherz um 27 Hundertstel und liegt mit dieser Zeit nun auf Platz fünf der aktuellen Weltrangliste. Jan David Schepers holte sich in 1:59,39 Minuten Silber. Er war damit zwar etwas langsamer als im Vorlauf, kann sich jedoch nun endgültig über das WM-Ticket freuen. Auf den dritten Platz kam Morten Ahme in 2:04,67 Minuten.

Auch Dorothea Brandt sichert sich das WM-Ticket

Die erste Norm des Tages hatte zuvor Dorothea Brandt über die 50m Brust geknackt. In 30,83 Sekunden blieb sie 15 Hundertstel unter der WM-Hürde und liegt in der aktuellen Weltrangliste damit an vierter Stelle. Silber erschwamm sich Caroline Ruhnau in 31,59 Sekunden vor Kerstin Vogel (31,87). Vanessa Grimberg (1993 – 32,01) und Laura Simon (1994 – 32,04) konnten für neue Deutsche Altersklassenrekorde sorgen

Enttäuschung: Biedermann und Lippok verfehlen Norm

Enttäuschend lief es für Weltmeister Paul Biedermann. Der Hallenser verteidigte zwar seinen Titel über die 400m Freistil, verfehlte die WM-Norm in 3:47,44 jedoch um gut eine halbe Sekunde. Weltweit war dies die neuntschnellste Zeit des Jahres. “Offenbar ist mein Trainingszustand noch nicht so, wie gewünscht. Aber vielleicht gibt es ja einen Weltmeister-Bonus und ich darf trotzdem über diese Strecke bei der WM starten”, so der 24-Jährige. Auf den zweiten Platz schwamm Clemens Rapp in 3:48,13 Minuten. Bronze holte sich Christian Kubusch (3:49,85).

Auch Vize-Europameisterin Silke Lippok konnte über ihre Paradestrecke 200m Freistil die WM-Norm nicht knacken. In 1:58,24 blieb die Pforzheimerin deutlich über der Qualifikationszeit für die Titelkämpfe in Shanghai und war sogar langsamer als im Vorlauf am Mittwoch. “Die Zeit war grausam. Ich war heiß auf das Rennen, und dass es jetzt so schlecht war, ärgert mich sehr”, so die 17-Jährige. Die Silbermedaille ging in 1:59,47 Minuten an Lisa Vitting. Dritte wurde Franziska Jansen (1:59,91).

Steffen Deibler verpasst doppelt die WM-Norm

Während sich Markus Deibler über Ticket und Rekord freute, gab es für seinen älteren Bruder Steffen heute nur wenig zu jubeln. Zunächst musste er sich über die 50m Freistil überraschenderweise Marco di Carli (22,14) um sieben Hundertstel geschlagen geben. Die WM-Norm von 22,02 Sekunden verfehlten beide. Bronze erschwamm sich in 22,70 Sekunden Christoph Fildebrandt. In den abschließenden Staffeln stellte di Carli zudem unter Beweis, dass auch über die doppelte Distanz mit ihm zu rechnen sein wird. Als Schlussschwimmer der siegreichen 4x100m Freistilstaffel des SG Frankfurt brachte er eine Zwischenzeit von 47,82 Sekunden (!!) ins Wasser.

Später klappte es dann auch im zweiten Anlauf für Steffen Deibler nicht mit dem WM-Ticket. Über die 50m Schmetterling schwamm er in 23,47 Sekunden zwar zum Sieg, jedoch um 12 Hundertstel an der WM-Norm vorbei und verfehlte zudem erneut den Deutschen Rekord von Johannes Dietrich (23,43). “Es läuft einfach nicht so wie ich mir das vorgestellt habe. Ich werde mich noch steigern”, so der 23-Jährige. Über die Silbermedaille konnte sich Hannes Heyl freuen, der eine Zehntel hinter Deibler anschlug. Bronze ging an Philip Heintz in 24,13 Sekunden.

Meeuw und Mensing siegen im Rückensprint – Diener mit Geburtstagsrekord

Im ersten Endlauf der Tages konnte sich Favorit Helge Meeuw den Titel über die 50m Rücken holen. In 25,14 Sekunden schwamm er zwar die neuntschnellste Zeit des Jahres, verfehte die WM-Norm jedoch um 24 Hundertstel. “Die WM-Norm ist schon ein wenig straff. Die heutige Zet ist die zweitbeste Zeit, die ich je geschwommen bin”, so der Magdeburger. Christian Diener konnte sich an seinem 18. Geburtstag nicht nur über Silber freuen sondern in 25,49 Sekunden auch einen neuen Altersklassenrekord aufstellen. Bronze ging in 25,61 Sekunden an Stefan Herbst.
Bei den Damen konnte sich über diese Distanz Jenny Mensing in 28,88 Sekunden den Titel holen. Silber ging an Isabelle Fischer (29,08) vor Christin Zenner (29,20). Die WM-Norm von 28,01 Sekunden war außerhalb des Machbaren.

Feldwehr macht das WM-Ticket klar

Hendrik Feldwehr hatte die Normzeit über die 50m Brust bereits im Vorlauf unterboten, konnte es daher im Finale ruhig angehen lassen. In 27,74 Sekunden sicherte er sich hier auch den Meistertitel und damit das WM-Ticket. Auf den zweiten Platz kam in 28,22 Sekunden Erik Steinhagen, der Johannes Neumann um zwei Hundertstel auf Platz drei verweisen konnte.
Bei den Damen ging der Sieg über diese Distanz an Sina Sutter in 26,91 Sekunden vor Iris Rosenberger (27,30) und Paulina Schmiedel (27,36). Theresa Michalak schwamm über die 200m Lagen in 2:13,32 Minuten zum Titel und stellte damit auch einen neuen Deutschen Altersklassenrekord auf. Silber ging an Alexandra Wenk in 2:15,28 Minuten vor Katharina Schiller (2:15,87), die sich zum Auftakt den Titel über die 400m Lagen geholt hatte. In der 4x100m Freistilstaffel der Damen siegte das Team der SG Dortmund in 3:49,67 Minuten.

Und schon am frühen Nachmittag ging es bei den jüngeren Athleten richtig schnell zu: Im Jahrgangsfinale über die 50m Freistil sorgte erneut Alexander Lohmar für einen neuen Alterklassenrekord. In 23,80 Sekunden unterbot er seine eigene, erst am Mittwoch aufgestellte Bestmarke bei den 14-Jährigen um satte 42 Hundertstelsekunden.

Die bisherigen WM-Normknacker:

Yannick Lebherz (400m Lagen 4:14,02)
Jan David Scheper (200m Lagen 1:59,03 VL)
Helge Meeuw (100m Rücken 53,76 VL)
Hendrik Feldwehr (50m Brust 27,34 VL)
Dorothea Brandt (50m Brust 30,83)
Markus Deibler (200m Lagen 1:58,67)
4x200m Freistil weiblich (Silke Lippok, Lisa Vitting, Franziska Jansen, Daniela Schreiber: 7:54,12 –> Berücksichtigt -2,4 Sekunden für fliegenden Start und die schnellere VL-Zeit von Silke Lippok)

Liste der Deutschen Meister 2011:

400m Lagen: Yannick Lebherz 04:14,02 DR
1500m Freistil: Christian Kubusch 15:09,94
50m Rücken: Helge Meeuw 25,14
50m Freistil: Marco di Carli 22,14
400m Freistil: Paul Biedermann 3:47,44
50m Brust: Hendrik Feldwehr 27,74
50m Schmetterling: Steffen Deibler 23,47
200m Lagen: Markus Deibler 1:58,67

400m Lagen: Katharina Schiller 04:46,08
800m Freistil: Isabelle Härle 08:34,83
50m Rücken: Jenny Mensing 28,88
200m Freistil: Silke Lippok 1:58,24
50m Brust: Dorothea Brandt 30,83
50m Schmetterling: Sina Sutter 26,91
200m Lagen: Theresa Michalak 2:13,32

Die heutigen Jahrgangsmeister :

50m Freistil männlich:
1997: Alexander Lohmar 00:23,80
1996: Pascal Winter 00:24,55
1995: Kevin Koltermann 00:24,50
1994: Maximilian Oswald 00:23,15
1993: Till Barthel 00:23,61

400m Freistil männlich:
1997: Konstantin Walter 4:19,14
1996: Tim Giedhold 4:08,83
1995: Christopher Girg 4:01,87
1994: Rob Muffels 3:56,63
1993: Tobias Horn 4:01,62

200m Freistil weiblich:
1998: Anna Marianne Tauschel 2:08,40
1997: Janine Wirtz 2:04,75
1996: Elena Czeschner 2:05,90

50m Schmetterling weiblich:
1996: Elena Czeschner 00:28,10
1995: Paula Beyer 00:28,01

50m Brust männlich:
1994: Nils Wich-Glasen 29,91
1993: Paul Wiechhusen 29,22

50m Schmetterling männlich:
1994: Philip Lücker 25,14
1993: Bastian Vollmer 24,91

200m Lagen männlich:
1997: Johannes Tesch 2:14,57
1996: David Thomasberger 2:10,79
1995: Julius Klein 2:09,33
1994: Phillipp Forster 02:04,97
1993: Christian Diener 02:08,67

200m Lagen weiblich:
1998: Marlene Hüther 2:23,28
1997: Emily Siebknecht 2:21,63
1996: Kathrin Demler 2:20,50
1995: Alexandra Wenk 2:15,28

50m Rücken männlich:
1994: Philipp Sikatzki 26,66
1993: Christian Diener 25,49

50m Rücken weiblich:
1996: Joana Voß 30,01
1995: Alexandra Wenk 29,81

50m Brust weiblich:
1995: Alice Ruhnau 33,11
1996: Julia Willers 32,70