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(13.12.2018) Mitten im Streit um die Pläne der FINA-unabhängigen International Swimming League (ISL) hat der Schwimm-Weltverband am Donnerstag eine neue Wettkampfreihe für das kommende Frühjahr angekündigt. Zwischen März und Mai sollen bei drei Meetings der "FINA Champions Swim Series" Weltklasseschwimmer gegeneinander antreten und um Preisgelder in Höhe von 3,9 Millionen US-Dollar schwimmen.

Die genauen Termine und Austragungsorte sind noch nicht bekannt. Zum Format hat die FINA allerdings bereits klare Vorstellungen. Bei jedem der für drei Tage angesetzten Meetings sollen die 50, 100 und 200m-Strecken jeder Lage sowie die 400m Freistil und die 200m Lagen auf dem Programm stehen. 

Pro Strecke sollen auf Einladung der FINA dabei nur vier Athleten starten. Vorgesehen ist, dass der jeweils amtierende Olympiasieger, Weltmeister, Weltrekordhalter und Weltjahresbeste gegeneinander antreten. Dabei machte der Weltverband keine Angaben dazu, wie dies gehandhabt werden sollte, wenn der jeweilige Titelinhaber nicht mehr aktiv ist oder schlicht keine Zeit bzw. Lust hat bei einem derartigen Wettkampf dabei zu sein.

"Außerdem werden die Schwimmer in auf kontinentaler oder Sponsoren-Basis zusammengestellte Mannschaften eingeteilt, die aus 24 Athleten bestehen (jeweils 12 Damen und Herren)", erklärt die FINA in einer Pressemitteilung. Letzteres erinnert stark an die Idee der International Swim League, die ebenfalls Team-Wettkämpfe für von Sponsoren unterstützte Profimannschaften ausrichten möchte und den Athleten dabei Millionenbeträge an Prämien ausschütten will.

Inwieweit die FINA sich hier von der ISL hat "inspirieren" lassen, dürfte eine durchaus berechtigte Frage sein. Im Hintergrund hatte der Weltverband wohl schon lange Pläne eine Wettkampfserie im Frühjahr einzuführen, konkrete Informationen dazu drangen aber nicht nach außen. Auch die Athleten, die von den Prämiengeldern und Meetings profitieren sollen, scheinen darüber nicht Bescheid zu wissen.

Zuletzt reichten mehrere Spitzenathleten wie die Ungarin Katinka Hosszu in den USA eine Sammelklage den Weltverband ein, da dieser ein für Dezember von der ISL angesetztes Meeting in Italien nicht genehmigte und sich dabei auf sein Alleinvertretungsrecht des internationalen Schwimmsports berief. Andere Weltklasseathleten wie der Brite Adam Peaty oder die Australierin Cate Campbell äußerten immer wieder scharfe Kritik am Vorgehen der FINA, der sie vorwarfen die finanziellen Interessen der Athleten nicht ausreichend zu berücksichtigen und sie auch bei der Ausgestaltung von Wettkämpfen nicht genug einzubeziehen.

Bei der bereits von der FINA veranstalteten Weltcup-Serie mangelte es so zuletzt trotzt üppiger Prämien an zahlenmäßig hoher Beteiligung seitens der internationalen Spitzenathleten. Es bleibt also abzuwarten, wie die Meetings der "Champions Swim Series" in der Praxis aussehen werden und welche Weltklasseschwimmer dort dann tatsächlich auf den Startblock steigen.

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