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(22.11.2013) Souveräne Siege gab es am zweiten Tag der Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Wuppertal für die DSV-Routiniers Paul Biedermann, Steffen Deibler, Dorothea Brandt, Jenny Mensing und Marco Koch. Insgesamt konnten sich zehn Schwimmer für die Kurzbahn-Europameisterschaften in Herning (Dänemark) qualifizieren.


Paul Biedermann hat bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Wuppertal einen erfolgreichen Auftakt feiern können. Über die 200m Freistil verteidigte er in 1:44,17 Minuten seinen Meistertitel und verwies die beiden Berliner Robin Backhaus (1:44,39) und Tim Wallburger (1:44,80) auf die weiteren Plätze.

Das Trio blieb damit geschlossen unter der Normzeit zur Qualifikation für die Kurzbahn-EM in Herning (Dänemark). Diese liegt bei 1:45,00 Minuten. Biedermann hatte im Vorfeld der Deutschen Kurzbahnmeisterschaften jedoch bereits angekündigt, bei den Europameisterschaften nicht starten zu wollen.

Nach abgesagter Schwimm-WM und einer durchwachsenen Langbahnsaison meldete sich auch Jenny Mensing eindrucksvoll zurück. Über die 200m Rücken schwamm sie in 2:04,69 Minuten zum Sieg. Wie schon bei der Langbahn-DM konnte sich über diese Strecke auch auf der Kurzbahn eine DSV-Nachwuchshoffnung ins Rampenlicht schwimmen. Diesmal war es jedoch nicht Selina Hocke sondern Junioren-Europameisterin Sonnele Öztürk, die für eine Spitzenleistung sorgte.

Die 16-Jährige holte in 2:06,53 Minuten Silber und unterbot damit ihren erst im Vorlauf aufgestellten Deutschen Altersklassenrekord um satte zweieinhalb Sekunden. Sowohl Mensing als auch Öztürk blieben dabei unter der EM-Norm von 2:07,00 Minuten und dürfen nun ebenfalls für die Europameisterschaften planen. Die Bronzemedaille ging in 2:07,27 Minuten an Dörte Baumert. Langbahn-Meisterin Selina Hocke blieb in 2:10,92 Minuten nur der siebte Platz.

Im Finale über die 50m Schmetterling hatte auch Steffen Deibler keine Probleme damit, die nationale Konkurrenz in Schach zu halten. In 22,89 Sekunden verwies er Maximilian Oswald um deutliche 5,9 Zehntel auf den zweiten Platz. Trost für Oswald: Mit seiner Zeit von 23,48 Sekunden unterbot er ebenso wie Deibler die geforderte EM-Normzeit. Diese lag bei 23,50 Sekunden. Nur sechs Hundertstel hinter Oswald schlug Jonas Bergmann als Dritter an. Mit seiner Zeit von 23,54 Sekunden stellte er einen neuen Deutschen Altersklassenrekord bei den 17-Jährigen auf.

Eine spannendes Rennen lieferten sich Dorothea Brandt und Daniela Schreiber im Finale über die 100m Freistil - mit einem etwas überraschenden Ende: In 53,68 Sekunden hatte Brandt mit nur neun Hundertsteln Vorsprung vor Schreiber den glücklicheren Anschlag und sicherte sich damit ihren ersten nationalen Meistertitel über diese Strecke. Beide knackten zudem souverän die EM-Norm von 54,00 Sekunden. Auf den dritten Platz kam Annika Bruhn in 54,17 Sekunden.

Über die 100m Brust der Damen konnte auch Caroline Ruhnau auf den Zug nach Dänemark aufspringen. In 1:05,80 Minuten blieb sie problemlos unter der geforderten EM-Normzeit von 1:07,00 Minuten. Die Silbermedaille ging an Theresa Michalak, die in 1:06,10 Minuten ebenfalls die EM-Norm packte und sich damit für einen weiteren Start in Herning empfahl. Gestern hatte Michalak mit ihrem Sieg über die 400m Lagen bereits die EM-Teilnahme klar gemacht. Als Dritte komplettierte Julia Willers (1:07,77) das Podest über die 100m Brust.

Eine kleine Überraschung gab es über die 100m Brust der Herren. Hendrik Feldwehr, der in 59,04 Sekunden als Zweiter anschlug, verfehlte die EM-Norm haarscharf um vier Hundertstelsekunden. Vize-Weltmeister Marco Koch verteidigte in 58,27 Sekunden souverän seinen Titel und sicherte sich nach den 400m Lagen einen weiteren EM-Startplatz. Knapp hinter Feldwehr kam dessen Essener Teamkollege Erik Steinhagen in 59,08 Sekunden auf den dritten Platz.

Über die 400m Freistil konnte WM-Teilnehmerin Leonie Antonia Beck in 4:04,84 Minuten zum Sieg schwimmen. Nach ihrem gestrigen Triumph über die 1500m Freistil war dies bereits der zweite Titel in Wuppertal für die junge Würzburgerin. Damit qualifizierte sich Beck ebenso für die Kurzbahn-EM wie Johanna Friedrich, die in 4:06,13 Minuten im Kampf um das EM-Ticket die Frankfurterin Sarah Köhler um 19 Hundertstel auf den dritten Platz verweisen konnte. Die Normzeit für die Kurzbahn-Europameisterschaften hatte hier bei 4:08,00 Minuten gelegen. Auch der Viertplatzierten Alina Jungklaus gelang es diese zu unterbieten. Sie stellte in 4:07,45 Minuten einen neuen Deutschen Altersklassenrekord bei den 15-Jährigen auf.

Über zwei Strecken wurden heute keine EM-Tickets vergeben. Der Titel als Deutscher Kurzbahnmeister 2013 über die 50m Rücken ging an Christian Diener, der in 24,12 Sekunden seinen Trainingskollegen Carl Louis Schwarz um neun Hundertstel auf den zweiten Platz verweisen konnte. Beide verfehlten damit die EM-Norm von 24,00 Sekunden. Die Bronzemedaille ging hinter den beiden Youngsters an Routinier Marco di Carli, der nach 24,32 Sekunden anschlug.

Über die 50m Schmetterling der Damen sicherte sich die Berlinerin Doris Eichhorn in 26,39 Sekunden den Titel. Sie verwies damit WM-Teilnehmerin Franziska Hentke um vier Zehntel auf den zweiten Platz. Bronze ging an Paulina Schmiedel (27,28 Sekunden). Auch über diese Distanz gelang es keiner Athletin die EM-Norm (26,00 Sekunden) zu unterbieten.

In den beiden abschließenden Staffel-Entscheidungen des Tages gingen die Titel über die 4x50m Freistil an die Herren des Potsdamer SV und die Damen der SG Essen.

Die Medaillengewinner des zweiten Tages der Kurzbahn-DM 2013:

200m Freistil - männlich:

Platz Name JG Verein Zeit
1. Paul Biedermann 1986 SV Halle (Saale) 01:44,17
2. Robin Backhaus 1989 SG Neukölln Berlin 01:44,39
3. Tim Wallburger 1989 SG Neukölln Berlin 01:44,80

100m Freistil - weiblich:

Platz Name JG Verein Zeit
1. Dorothea Brandt 1984 SG Essen 00:53,68
2. Daniela Schreiber 1989 SV Halle (Saale) 00:53,77
3. Annika Bruhn 1992 SV Bietigheim 00:54,17

50m Rücken - männlich:

Platz Name JG Verein Zeit
1. Christian Diener 1993 PSV Cottbus 90 00:24,12
2. Carl Louis Schwarz 1995 Potsdamer SV 00:24,21
3. Marco Di Carli 1985 SG Frankfurt 00:24,32

100m Brust - weiblich:

Platz Name JG Verein Zeit
1. Caroline Ruhnau 1984 SG Essen 01:05,80
2. Theresa Michalak 1992 SV Halle (Saale) 01:06,10
3. Julia Willers 1996 SV Halle (Saale) 01:07,77

100m Brust - männlich:

Platz Name JG Verein Zeit
1. Marco Koch 1990 DSW 1912 Darmstadt 00:58,27
2. Hendrik Feldwehr 1986 SG Essen 00:59,04
3. Erik Steinhagen 1989 SG Essen 00:59,08

50m Schmetterling - weiblich:

Platz Name JG Verein Zeit
1. Doris Eichhorn 1993 Aqua Berlin 00:26,39
2. Franziska Hentke 1989 SC Magdeburg 00:26,79
3. Paulina Schmiedel 1993 SG Essen 00:27,28

200m Rücken - weiblich:

Platz Name JG Verein Zeit
1. Jenny Mensing 1986 SC Wiesbaden 1911 02:04,69
2. Sonnele Öztürk 1998 Wasserfreunde Spandau 04 02:06,53 AR
3. Dörte Baumert 1993 SG Regio Freiburg 02:07,27

50m Schmetterling - männlich:

Platz Name JG Verein Zeit
1. Steffen Deibler 1987 Hamburger SC 00:22,89
2. Maximilian Oswald 1994 SG Neukölln Berlin 00:23,48
3. Jonas Bergmann 1995 SG Osnabrück 00:23,54 AR

400m Freistil - weiblich:

Platz Name JG Verein Zeit
1. Leonie Antonia Beck 1997 SV Würzburg 05 04:04,84
2. Johanna Friedrich 1995 SC Magdeburg 04:06,13
3. Sarah Köhler 1994 SG Frankfurt 04:06,32

4x50m Freistil - männlich:

Platz Verein Zeit
1. Potsdamer SV 01:28,29
2. SG Frankfurt 01:28,70
3. SG Essen 01:30,01

4x50m Freistil - weiblich:

Platz Verein Zeit
1. SG Essen 01:41,32
2. SG Dortmund 01:41,75
3. SSG 81 Erlangen 01:44,04

Die wichtigsten Links der Kurzbahn-DM 2013 in Wuppertal:

Titelbild: © Gian Mattia D'Alberto/LaPresse - arena