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(15.07.2013) Bei den am Sonntag zuende gegangenen Junioren-Europameisterschaften konnte der deutsche Nachwuchs den im vergangenen Jahr eingeleiteten Trendwechsel bestätigen und erneut starke Leistungen abliefern. Insgesamt 21 Medaillen sammelten die jungen DSV-Schwimmer bei der JEM 2013. Damit war lediglich das in diesem Jahr in einer anderen Dimension schwimmende russische Team besser.


Mit überzeugenden Leistungen im Gepäck kehren die deutschen Nachwuchssportler von den Junioren-Europameisterschaften aus Polen zurück. Die Bilanz: 3x Gold; 7x Silber; 11x Bronze - Insgesamt 21 Mal standen die Athleten von Bundestrainer Achim Jedamsky somit bei der JEM 2013 auf dem Podium. Damit lieferten sie die zweitbeste Leistung aller Mannschaften in Poznan ab und kamen sie bis auch zwei Medaillen an das Ergebnis aus dem vergangenen Jahr heran. Mit 23 Podestplätzen hatte das Team damals für die beste Medaillenausbeute seit Beginn des Jahrtausends gesorgt.

Herausragen präsentierte sich dabei Freistilspezialistin Leonie Antonia Beck, die bei der JEM eine gelungene Generalprobe für die Schwimm-WM in Barcelona einlegen konnte. Über die 400 und 800m Freistil krönte sie sich zur Junioren-Europameisterin und kam dabei jeweils an ihre bei den Deutschen Meisterschaften geschwommenen Zeiten heran. Am letzten Wettkampftag gab es dann noch Silber mit der 4x200m Freistilstaffel für sie.
Auch Sonnele Öztürk darf sich nun Junioren-Europameisterin nennen. Die Brandenburgerin feierte mit dem Titel über die 200m Rücken den bisher größten Erfolg ihrer Karriere.

Riedemann steht fünfmal auf dem Podium

Die fleißigste Medaillensammlerin im deutschen Team war Rückenspezialistin Laura Riedemann. Sie nimmt insgesamt fünfmal Edelmetall von der JEM mit nach Hause. Über alle drei Rückenstrecken schwamm die Hallenserin zu Bronze. Außerdem wurde sie Vize-Europameisterin mit der Lagenstaffel der Damen und dem Lagenquartett im Mixed-Wettbewerb. Damit konnten nur zwei Athleten bei der JEM mehr Medaillen sammeln als Riedemann. Die beiden Russen Maria Baklakova und Evgeny Sedov holten jeweils sieben Podestplätze. Über jeweils vier Medaillen konnten sich Helen Scholtissek, Alexander Kunert und Damian Wierling freuen.

DSV-Schwimmer mit starker JEM-Bilanz

Dabei überzeugten nicht nur die Medaillenträger. Auch so mancher DSV-Schwimmer, der im Rennen um die Podestplätze weniger Glück hatte, lieferte starke Leistungen ab. So musste sich zum Beispiel Carl-Louis Schwarz über die 50 und 100m Rücken trotz hervorragender Zeiten jeweils mit Platz vier zufrieden geben. Erst am letzten JEM-Tag wurde er mit seiner Silbermedaille mit der Lagenstaffel für seine Anstrengungen belohnt.

Insgesamt kann das deutsche Team eine positive Gesamtbilanz der JEM 2013 ziehen. Zwar blieb der ein oder andere Hoffnungsträger hinter den Erwartungen zurück. Bei insgesamt 21 Medaillen und etlichen Bestzeiten sowie mehreren Deutschen Altersklassenrekorden konnte das Team als Gesamtes jedoch überzeugen. Dafür spricht auch das alle deutschen Staffeln mit einem Podestplatz belohnt wurden und lediglich fünf Finalläufe in Poznan ohne DSV-Beteiligung stattfanden.

Russlands Nachwuchs holt 22 von 42 Goldmedaillen

Besser als das DSV-Team schnitt in Poznan nur die Mannschaft aus Russland ab. Mit stolzen 22 Goldmedaillen und insgesamt 32 Podestplätzen schwammen die russischen Athleten bei der diesjährigen JEM in einer anderen Dimension. Sie holten damit mehr als die Hälfte aller Titel bei der Junioren-EM. Die restlichen Teams teilten sich lediglich 20 Goldmedaillen. Von den 19 in Poznan geknackten JEM-Rekorden gingen 14 auf das Konto der Athleten aus Russland. Im vergangenen Jahr hatte das DSV-Team noch vor Russland die Nationenwertung für sich entscheiden können. Dies wurde bei der JEM 2013 auf beeindruckende Art und Weise umgedreht.

Baklakova wird siebenfache Junioren-Europameisterin

Die herausragende Athletin der Titelkämpfe war Maria Baklakova. In London gehörte die 16-Jährige bereits dem russischen Olympiateam an. In Poznan wurde sie im Verlauf der vergangenen Woche siebenfache Junioren-Europameisterin. Neben Gold über die 100 und 200m Freistil schwamm sie mit allen russischen Staffeln zum Sieg. Auch für ihren Landsmann Evgeny Sedov gab es sieben JEM-Medaillen. Er entschied die 50 und 100m Freistil sowie die 50m Schmetterling für sich, holte Gold mit der 4x100m Lagenstaffel sowie der gemischten 4x100m Freistilstaffel. Hinzu kamen für ihn Silbermedaillen über die 50m Rücken und die 4x100m Freistil der Herren.

Einzig die stärksten Einzelleistungen der JEM 2013 gingen nicht auf das Konto der russischen Schwimmer. Bei den Damen sorgte Olympiasiegerin Ruta Meilutyte aus Litauen bei ihrem Erfolg über die 100m Brust in 1:05,48 Minuten für die beste Leistung. Bei den Herren gelang dies dem Schweden Johannes Skagius mit seiner Zeit von 27,62 Sekunden über die 50m Brust.