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(08.11.2010) Mit dem Meeting in Stockholm ist am vergangenen Wochenende die Weltcup-Serie 2010 zuende gegangen. Vom ersten Meeting in Brasilen an hatten Thiago Pereira und Therese Alshammar auf der Jagd nach den 100.000$-Schecks in Führung gelegen und diese bis zum Ende nicht abgegeben. Bei den DSV-Athleten stach über die gesamte Serie hinweg vor allem Steffen Deibler heraus. Der 23-Jährige landete in der Gesamtwertung auf dem zwölften Platz (Abschlussklassement siehe unten). Für spannende Duelle sorgten zum Abschluss Weltmeister Paul Biedermann und sein französischer Widersacher Yannick Agnel.

 

Nur vor dem letzten Meeting der Weltcup-Tour kam etwas Spannung im Kampf um die Gesamtwertung auf. Bei den Frauen hatte Julia Smit vor dem entscheidenden Weltcup in Stockholm den Rückstand auf die in der Gesamtwertung souverän Führende Therese Alshammar verkürzen können und lag damit in Schlagdistanz. Doch mit der Routine ihrer 33 Jahre ließ sich Alshammar vor ihrem heimischen Publikum nicht beirren und sorgte mit ihrem Textilweltrekord von 55,53 Sekunden über die 100m Schmetterling für die endgültige Entscheidung. Mit 162 Punkten hatte sie letztlich 34 Zähler Vorsprung auf die US-Amerikanerin Smit. Damit konnte sich die Schwedin bereits zum dritten Mal nach 2006 und 2007 die Weltcup-Krone holen. Auf der diesjährigen Tour hatte sie bei vier der sieben Meetings für die jeweils beste Leistung gesorgt. Bei allen Weltcups hatte Alshammar die 50 Meter Schmetterling für sich entschieden. Über die doppelte Distanz konnte sie in sieben Finals nur einmal geschlagen werden. Lediglich in Berlin hatte sie sich Dana Vollmer aus den USA geschlagen geben müssen.

Pereira lässt Verfolgern keine Chance

Noch dominanter hatte Thiago Pereira bei den Herren die Konkurrenz hinter sich gelassen. Mit seinen Erfolgen über die Lagenstrecken stellte er bei fünf der sieben Meetings die punktbeste Leistung auf. Bereits vor dem letzten Wettkampf in Stockholm war ihm der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen. Hier verzichtete er auch auf einen Start über die 200 Meter Lagen, über welche er mehrmals für die beste Leistung gesorgt hatte. Somit konnte sich sein schärfster Verfolger Darian Townsend in Schweden zwar über 50 Gesamtwertungspunkte freuen, für das Endresultat bedeuteten diese jedoch nicht mehr als Ergebniskosmetik. Pereira holt sich mit 178 Punkten den Weltcup 2010. Erst mit 52 Punkten Rückstand folgt der Südafrikaner Townsend.

Deibler-Brüder mit Weltjahresbestzeiten

Von den DSV-Athleten hatte nur eine Mini-Auswahl die komplette Reise rund um den Globus bestritten, allen voran Steffen Deibler. Der 23-Jährige kam in der Gesamtwertung letztlich auf den zwölften Rang. In Brasilien, Japan und beim Heimweltcup in Berlin hatte er Punkte holen können. Vor allem beim Auftakt in Rio de Janeiro konnte Deibler glänzen: Seine dort aufgestellte Weltjahresbestzeit über die 100 Schmetterling von 50,43 Sekunden hat nach wie vor Bestand. Mit seiner über die halbe Strecke geschwommenen Zeit (22.49) liegt er an Position zwei. Auch das schnelle Becken in Berlin konnte Deibler nutzen. Hier brachte er in 46,69 Sekunden die zweitschnellste Zeit des Jahres über die 100m Freistil ins Wasser. Auch sein Bruder Markus konnte beim Heimweltcup punkten. Der 20-Jährige sorgte mit seiner Weltjahresbestzeit von 52,17 Sekunden über die 100m Lagen aus deutscher Sicht für eines der Highlights der diesjährigen Weltcuptour und konnte dabei auch Weltcupgesamtsieger Pereira schlagen.

Wenig Überragendes beim Heimweltcup in Berlin

Ansonsten lief es für die DSV-Athleten beim Weltcup in Berlin eher durchwachsen, vergleicht man es zum Beispiel mit den Heimauftritten der Russen, Chinesen oder Japaner. Diese hatten bei den Weltcups im eigenen Land den Ton angegeben. Von den DSV-Schwimmern konnte außer den Deibler-Brüdern nur Paul Biedermann in Berlin siegen. ”Es fehlt uns nach wie vor an einer Breite in der Spitze”, erklärte Bundestrainer Dirk Lange. ”Wir haben es bis auf wenige Ausnahmen immer noch nicht gelernt, auch aus dem Training heraus mit der Weltspitze mitzuhalten.” So blieb Britta Steffen bei ihrem mit Spannung erwarteten Comeback ohne Medaille, versprach aber eine Steigerung im Hinblick auf die kommenden Wettkämpfe: “Ich werde versuchen, die Ur-Britta wieder auszugraben.”

Biedermann und Agnel im Duell – Brandt als Treppchendauergast

Einen kleinen Vorgeschmack auf die kommenden Jahre boten dann Paul Biedermann und Yannick Agnel zum Abschluss der Wettkampfserie in Stockholm. Über die 200 und 400 Meter Freistil lieferten sie sich wie bereits bei der EM in Budapest hauchdünne Duelle mit dem jeweils besseren Ende für Biedermann. Mit seiner Zeit von 3:41,27 Minuten über die 400 Freistil hatte der Hallenser außerdem für eine neue Weltjahresbestzeit gesorgt und konnte 14 Zähler für die Gesamtwertung mitnehmen, wodurch er noch auf den 16. Platz kam. Für positive Schlagzeilen auf der gesamten Weltcup-Tour sorgte zudem Dorothea Brandt, die über die kurzen Brust- und Freistildistanzen regelmäßig auf das Podest schwimmen konnte. Insgesamt dreimal Silber sowie sechsmal Bronze konnte die Berlinerin sich ergattern.

Hier die Endstände des Kurzbahn-Weltcups 2010:

 

  Schwimmer BRA CHN SIN JPN GER RUS SWE GES
1 Thiago Pereira 25 25 25 13 25 25 40 178
2 Darian Townsend   20 16 7 13 20 50 126
3 Roland Schoeman   5 10 5 20 2 32 74
4 Peter Marshall   16 3   2   26 47
5 Naoya Tomita   13 7 16       36
6 Henrique Rodrigues 20           6 26
7 Takeshi Matsuda       25       25
8 Cameron vd Burgh   10 13         23
9 Markus Rogan       20       20
10 Brian Johns     20         20
11 Sébastien Rouault             20 20
12 Steffen Deibler 16     2 1     19
13 Markus Deibler         16     16
14 Danila Izotov           16   16
15 Arkady Vyatchanin         5 10   15
16 Paul Biedermann             14 14
17 Felipe Silva 13             13
18 Stanislav Donets           13   13
19 David Verraszto         10     10
20 Daiya Seto       3 7     10
21 Ryo Tateishi       10       10
22 Randall Bal 10             10
23 Yannick Agnel             10 10
24 Kazuki Otsuka 5 3 2         10
25 Guilherme Guido   7 1         8
26 Cesar Cielo 7             7
27 Pawel Korzeniowski           7   7
28 Lucas Kanieski     5         5
29 Evgeny Lagunov           5   5
30 Sergey Fesikov             4 4
31 Job Kienhuis         3     3
32 Tales Cerdeira 3             3
33 Pal Joensen           3   3
34 Simon Sjodin             2 2
35 Leonardo de Deus 2             2
36 Henrique Barbosa   2           2
37 Hidemasa Sano       1       1
38 Nikolay Skvortsov 1             1
39 Kohei Kawamoto   1           1
40 Nikita Konovalov           1   1

 

 

  Schwimmerin BRA CHN SIN JPN GER RUS SWE GES
1 Therese Alshammar 25 5 25 25 16 16 50 162
2 Julia Smit   10 20 20 13 25 40 128
3 Hinkelien Schreuder  10 3 13 1 10 13 10 60
4 Dana Vollmer         25   20 45
5 Angie Bainbridge         7 26   33
6 Camille Muffat             32 32
7 Elaine Breeden   2 3 10   7 6 28
8 Chang Gao   25           25
9 Femke Heemskerk         20     20
10 Jing Liu   20           20
11 Veronika Popova           20   20
12 Gabriella Silva 20             20
13 Belinda Hocking         5   14 19
14 Qianwei Zhu   16           16
15 Aya Terakawa        16       16
16 Tao Li      16         16
17 Sakiko Nakamura 16             16
18 Shiwen Ye   13           13
19 Haruka Ueda       13       13
20 Miyuki Takemura 13             13
21 Melissa Ingram     10         10
22 Daryna Zevina           10   10
23 Rongrong Zheng   7           7
24 Yuka Kato       7       7
25 Rachel Goh     7         7
26 Cecilia Biagioli 7             7
27 Jeanette Ottesen           3 2 5
28 Natalie Coughlin       5       5
29 Kotuku Ngawati     5         5
30 Daria Belyakina           5   5
31 Poliana Okimoto 5             5
32 Lotte Friis             4 4
33 Sarah Sjostrom         3     3
34 Sayaka Akase       3       3
35 Flavia Delaroli 3             3
36 Evelyn Verraszto          2     2
37 Hanae Ito        2       2
38 Marieke Guehrer      2         2
39 Kirsty Conventry            2   2
40 Tatiana Barbosa  2             2
41 Kristel Kobrich          1     1
42 Xinyu Wang    1           1
43 Jie Gong      1         1
44 Yulia Efimova           1   1
45 Fabiola Molina 1             1