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(23.11.2023) Während Isabel Gose, Florian Wellbrock und Marius Zobel am Wochenende bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften die Blicke auf sich zogen, machte ihr Coach Bernd Berkhahn am Beckenrand seinem Unmut Luft. Im Interview mit dem ARD-Morgenmagazin übte der Bundestrainer scharfe Kritik am derzeitigen Zustand des Deutschen Schwimm-Verbandes und warf dem Leistungssport-Management "Führungslosigkeit" vor.

„Der DSV hat gerade definitiv ein Strukturproblem und ein großes Führungsproblem“, so der Magdeburger Spitzencoach. „Wir versuchen, für die Leistungsträger ein ruhiges Fahrwasser zu schaffen, damit sie gut in die (Olympischen) Spiele kommen, damit alle Maßnahmen durchgeführt werden können. Aber letztlich kann man nicht davon sprechen, dass wir eine strukturierte und professionelle Vorbereitung haben.“

Die deutschen Stars machten in der jüngeren Vergangenheit vor allem auf den langen Strecken auch international immer wieder von sich reden, doch die Schlagzeilen über die Verbandsführung waren geprägt von Führungswechseln und der Aufarbeitung von in den vergangenen Jahren publik gewordener Missbrauchsfälle. Man habe sehr viel Zeit verloren, meint Bernd Berkhahn mit Blick auf diese Querelen.

Und es hat Geld gekostet. Insgesamt rund 1,2 Millionen Euro muss der Deutschen Schwimm-Verband als Entschädigungen im Zuge von Gerichtsverfahren zahlen. Zum einen für den 2021 freigestellten ehemaligen Sportdirektor Thomas Kurschilgen, zum anderen im Fall des über Jahre hinweg missbrauchten einstigen Weltklassespringers Jan Hempel. Gelder, die dem Verband unter anderem im Management fehlen würden, so Berkhahn.

Der DSV widerspricht dem auf ARD-Anfrage. So seien alle Planstellen besetzt und man habe die Fälle Hempel und Kurschilgen „sorgfältig und mit dem Ziel der Planungssicherheit für den gesamten Verband gemanagt.“

Während also laut Verband die Positionen in der DSV-Geschäftsstelle besetzt sind, gibt es an anderen Stellen noch wichtige Vakanzen. Seit nun bald zwei Jahren sucht der Deutsche Schwimm-Verband so zum Beispiel einen Chefbundestrainer für die Schwimmer, nach wie vor vergeblich. Nicht besetzt ist seit dem zurückliegenden Jahr auch der Posten des Verbandspräsidenten. Der erst 2020 ins Amt gewählte Marco Troll stellte sich im zurückliegenden Jahr nicht erneut zur Wahl.

Seitdem wird der Verband von den Vize-Präsidenten Wolfgang Rupieper und Kai Morgenroth geführt. Gewählt sind beide für vier Jahre. Wie lange sie in dieser Konstellation aber tatsächlich die Verbandsspitze bilden, bleibt abzuwarten. So hat der DSV bereits im vergangenen Jahr eine neue Satzung angekündigt, die man innerhalb von zwölf Monaten erarbeiten wollte. Dieser Zeitraum ist nun verstrichen und es wird mit Spannung auf die am 9. Dezember anstehende DSV-Mitgliederversammlung geblickt.

Wie auch immer die DSV-Führung danach aussehen wird - sie wird vom ersten Moment an gefordert sein, denn es gibt keine Zeit zu verlieren. "Ich weiß nicht, wie lange es dauern wird, um den Verband wieder auf ein gutes Niveau zu heben", meint so auch Bernd Berkhahn skeptisch.

Links zum Thema: Der komplette Beitrag der ARD-Kollegen ist HIER zu finden.

 

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