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(17.08.2022) Mit drei Medaillen innerhalb von zehn Minuten hat das deutsche Team bei den Schwimm-Europameisterschaften in Rom für einen glänzenden Abschluss der Beckenwettbewerbe gesorgt. Über die 400m Freistil der Damen und Herren gab es direkt hintereinander zwei Gold- und eine Bronzeplakette.

Nachdem Isabel Gose bei den Damen vorgelegt hatte (mehr dazu hier: Europameisterin! Isabel Gose krault in Rom zu GOLD), zog ihr Magdeburger Teamkollege Lukas Märtens im Finale der Herren nach. Mit einer dominanten Vorstellung schwamm der 20-Jährige in 3:42,50 Minuten mit fast anderthalb Sekunden Vorsprung auf den Rest des Feldes zum EM-Titel und war dabei schneller als jeder andere bei einer Europameisterschaft zuvor. 

Damit nicht genug: Auf dem dritten Platz komplettierte der Olympia-Vierte Henning Mühlleitner (3:44,53) das starke Ergebnis der deutschen Kraulspezialisten. Zwischen den beiden DSV-Athleten verhinderte nur der Schweizer Antonio Djakovic (3:43,93) einen Doppelsieg. 

“Ich konnte Isabels Rennen die ganze Zeit verfolgen und habe gesehen, wie solide sie das gemacht hat. Da habe ich mir ein Beispiel dran genommen, ich wollte es genauso machen. Und ich denke, das hat auch gut geklappt. Ich habe mich von dem Schweizer neben mir nicht verrückt machen lassen, ich habe mein Ding gemacht. Ich wusste, dass ich auf den letzten Metern stärker bin, und das habe ich ausgespielt”, so Märtens nach dem Rennen.

Das deutsche Team kehrt mit acht Medaillen von den Beckenwettbewerben der Schwimm-EM zurück. Vor seinem Goldrennen hatte Lukas Märtens bereits Silber über die 800m Freistil geholt. Isabel Gose schnappte sich über die 400m (Gold), 800m (Silber) und 200m Freistil (Bronze) sogar einen kompletten Medaillensatz. Hinzu kamen die Bronzemedaillen von Mühlleitner sowie Lucas Matzerath (50m Brust) und Ole Braunschweig (50m Rücken).

Letztere beide waren heute auch als Teil der deutschen Lagenstaffel im Einsatz. In 3:35,65 Minuten schwammen Braunschweig (54,40), Matzerath (59,74) sowie Björn Kammann (53,60) und der erneut starke Peter Varjasi (47,91) auf den siebten Platz mit knapp zweieinhalb Sekunden Rückstand auf die Podestplätze. Unter dem tosenden Jubel des Publikums sicherte sich Italien mit einer überlegenen Vorstellung den letzten Titel der Schwimm-EM 2022. In 3:28,46 Minuten war das Quartett mehr als vier Sekunden schneller als die Verfolger aus Frankreich (3:32,50). Dahinter sorgte die Staffel aus Österreich (3:33,28) mit Bernhard Reitshammer, Valentin Bayer, Simon Bucher und Heiko Gigler für eine kleine Sensation und schnappte sich Bronze. 

Ole Braunschweig war zuvor bereits über die 100m Rücken im Einzelfinale zu sehen. Als Siebter verbesserte er sich hier im Vergleich zum Halbfinale um einen Rang und lieferte eine Zeit von 54,25 Sekunden ab. Den packenden Kampf um den Sieg entschied in 52,21 Sekunden der Weltrekordhalter Thomas Ceccon für sich. Beim Anschlag hatte er die Hand um hauchdünne drei Hundertstel vor Apostolos Christou aus Griechenland an der Wand. Ebenfalls unter 53 Sekunden blieb dahinter der französische 200m-Champion Yohann Ndoye Brouard (52,92), der sich damit Bronze sicherte.

Auch die deutschen Lagendamen durften sich noch einmal dem Publikum in Rom präsentieren. In 4:05,60 Minuten waren Johanna Roas (1:02,11), Bente Fischer (1:09,59), Angelina Köhler (58,61) und Nele Schulze (55,29) nahezu genauso schnell wie im Vorlauf und belegten wie schon am Vormittag Rang acht. Im Rennen um den Titel sicherte Sarah Sjöström mit einem 52,04er-Monstersplit als Schlussschwimmerin dem schwedischen Quartett (3:55,25) die Goldmedaille vor Frankreich (3:56,36) und den Niederlanden (3:57,01).

Den Auftakt des abschließenden Wettkampftages in Rom bestritten die Sprintspezialisten. Über die 50m Freistil führte Ben Proud zunächst klar das Feld an, musste sich dann aber doch noch stark gegen die heranfliegende Konkurrenz wehren. In 21,58 Sekunden rettet der Brite am Ende hauchdünne zwei Hundertstel Vorsprung auf den Italiener Leonardo Deplano ins Ziel. Weitere 15 Hundertstel dahinter sicherte sich der Grieche Kristian Gkolomeev die Bronzemedaille.

Ebenfalls über die 50m, allerdings im Bruststil, triumphierte wenige Minuten später die litauische Comeback-Schwimmerin Ruta Meilutyte. In 29,59 Sekunden schnappte sie sich zwölf Hundertstel vor der Lokalmatadorin Benedetta Pilato den Titel. Beide hatten schon die bisherigen Runden über diese Strecke dominiert und auch bei den Weltmeisterschaften im Juni in gleicher Reihenfolge angeschlagen. Mit deutlichem Abstand folgte auf Rang drei die Britin Imogen Clark (30,31).

Unbändigen Jubel gab es heute über die 200m Schmetterling der Damen. Die erst 16-jährige Lana Pudar aus Bosnien & Herzegowina ging in diesem Finale beherzt an und wurde für ihren Mut belohnt. In 2:06,81 Minuten feierte die Teenagerin den ersten großen internationalen Titel ihrer Karriere. Auf der letzten Bahn kamen ihr die Konkurrentinnen zwar immer näher, doch die Dänin Helena Bach (2:07,30) und die Italienerin Ilaria Cusinato (2:07,77) mussten sich mit Silber und Bronze zufrieden geben. Über die 200m Lagen der Herren gingen die Medaillen an Hubert Kos (HUN - 1:57,72), Alberto Razzetti (ITA - 1:57,82) und Jose Gabriel Lopes (POR - 1:58,34).

Die Beckenwettbewerbe sind damit zwar beendet, doch die Europameisterschaften sind es nicht. Ab Freitag geht es in Italien im Freiwasser um die EM-Titel. Obwohl Florian Wellbrock hier fehlen wird, hat das deutsche Team dennoch einige heiße Eisen im Feuer. Uns erwartet also ein spannendes Schwimm-Wochenende!

Die wichtigsten Links zur Schwimm-EM 2022:

Bild rechts: LEN

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