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(11.08.2021) "Wir haben es geschafft, JR, wir haben es geschafft!" Das waren einige der ersten Worte, die die Australierin Kareena Lee von sich gab, nachdem sie in der zurückliegenden Woche bei den Olympischen Spielen in Tokio die Bronzemedaille über die 10km-Strecke im Freiwasser erkämpft hatte. Gerichtet waren sie an ihren Coach John Rodgers, eine echte Trainerlegende in Down Under. 

Lee hatte kaum das Wasser verlassen und es waren noch gar nicht alle Teilnehmerinnen im Ziel, da hing sie bereits am Telefon und berichtete Rodgers über den gemeinsamen Triumph. "Er konnte nicht dabei sein, deswegen wollte ich ihn unbedingt als Ersten sprechen", erzählte die Ausdauerspezialistin nach dem Rennen den australischen Journalisten.

Dass ihr Coach in Tokio nicht mit vor Ort war, liegt auch an dessen respektablen Alter von bereits 82 Jahren. Seit mehr als fünf Jahrzehnten steht Rodgers am Beckenrand und betreute etliche australische Spitzenschwimmer. Schon 1980 führte er so zum Beispiel Michelle Ford in Moskau zum Olympiasieg über die 800m Freistil.

Seine Erfahrung spielte Rodgers auch diesmal aus und bereitete seinen Schützling mit Saunagängen und einer genauen Taktik bestens auf das anspruchsvolle Rennen im warmen Wasser der Bucht von Tokio vor. "Kareena und JR hatten einen Rennplan, der auf die Zugfrequenz genau zu jeder Sekunde ausgeführt wurde. Ein fantastischer Job", meinte so auch Australiens Open Water Team Manager Greg Shaw anerkennend. Da Rodgers bei der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung Lees nicht dabei sein konnte, griff er zu altbewährten Mitteln. "Ich hab Kareenas Trainingsplan einfach auf ein Stück Papier geschrieben und ihr das gegeben, bevor sie an Bord ging", erinnert sich der Coach, für den Lees Erfolg einen besonderen Stellenwert hat. 

Vor zwei Jahren musste sich Rodgers einer lebensbedrohlichen Herzoperation unterziehen - im selben Jahr als sich Lee für die Spiele in Tokio qualifizierte. Der Trainer überstand die Operation und machte sich umgehend wieder an die Vorbereitung für Olympia. Ein Ziel, auf das beide intensiv hingearbeitet haben. Erst 2017 schloss sich Lee der Gruppe von Rodgers im westaustralischen Noosa an, nachdem sie zuvor die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio verpasst hatte. Die damals 23-Jährige zählte zwar zur nationalen Spitze, doch international hatte sie weder bei Weltcups im Freiwasser noch bei Weltmeisterschaften den Sprung unter die Top Ten geschafft. 

Das sollte sich ändern. Schon im ersten Jahr der Zusammenarbeit qualifizierte sie sich für die Panpazifischen Meisterschaften und holte hier Silber über die 10km, übrigens ebenfalls in Tokio. Seitdem schwamm sie mehrfach bei Weltcups aufs Podest und qualifizierte sich 2019 mit dem siebten Platz bei der Schwimm-WM in Korea für ihre ersten Olympischen Spiele. "Es war ein langer Weg", meint die 27-Jährige zurückblickend und hält fest: "Aber nach dieser Zeit mit einer olympischen Bronzemedaille nach Hause zu kommen, ist etwas Besonderes."

Der Weg der beiden ist noch nicht zu Ende. Die Blicke sind bereits auf die Commonwealth Games und Weltmeisterschaften im kommenden Jahr gerichtet. "Vielleicht ja auch über die 1500m im Becken", meint John Rodgers. Der Trainerfuchs wird sicher bereits einen Plan parat haben.

Bild rechts: IMAGO / AAP