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(22.10.2012) Schweren Herzens haben die französischen Athleten gestern die Heimreise vom Weltcup in Berlin angetreten. Wie am Sonntag Abend bekannt wurde, ist der Technische Direktor des französischen Schwimmverbandes, Christian Donzé, im Alter von 51 Jahren während eines Mountainbikerennens einem Herzinfarkt erlegen.


Noch währed des Weltcups in Berlin erfuhren die französischen Athleten vom Tod des charismatischen Donzé, der in seiner Rolle als technischer Direktor de facto den französischen Schwimmsport lenkte und bestimmte. "Ich bin tieftraurig. Er war ein großartiger und unglaublich netter Mann. Danke für alles, was du getan und aufgebaut hast. Ruhe in Frieden", erklärte Olympiasieger Yannick Agnel. Seine Teamkollegin Camille Muffat, die in Berlin die 200 und 400m Freistil gewann und nur kurz zuvor fast einen neuen Weltrekord aufgestellt hätte, ließ via facebook verlauten: "Es ist ein trauriger Tag für das französische Schwimmen. Christian hat mir gestern noch geschrieben und gratuliert. Mein Beileid an seine Familie."

Agnel: "Er starb wie er lebte, in Liebe zum Sport"

Donzé starb während eines Mountainbikerennens in der südfranzösischen Stadt Murianette. Auch seine Frau und sein Sohn hatten an dem Rennen teilgenommen. "Er starb wie er lebte, in Liebe zum Sport", so Agnel, der unter Donzé zum Superstar wurde. Donzé übernahm das Amt als Technischer Direktor, vergleichbar mit der Position eines Sportdirektors, im Jahr 2009 und trat damit die Nachfolge von Christian Fauqué an. Dieser hatte nach den medaillenlosen Olympischen Spielen 1996 dem französischen Schwimmsport ein neues, erfolgsausgerichtetes System verpasst, welches Donzé zur Perfektion brachte.

Donzé führte Frankreich an die Spitze

Unter ihm wurde Frankreich die erfolgreichste Schwimmnation Europas. Bei der Europameisterschaft 2010 in Budapest fischten Donzés Athleten 21 Medaillen aus dem Becken und damit so viele wie Russland und Deutschland zusammen. Auch bei den Weltmeisterschaften 2011 und zuletzt bei den Olympischen Spielen waren die französischen Schwimmer das stärkste Team des Kontinents. Nur die Mannschaften aus den USA und China holten mehr Siege in London. Dabei hatte Donzé nicht nur durch seine Rolle als Technischer Direktor maßgeblichen Anteil an den heutigen Erfolgen der französischen Athleten. So betreute er als Coach der französischen Juniorenauswahl bereits Schwimmer wie Yannick Agnel und Camille Muffat in jungen Jahren. Auch in die Zukuft dürfte das Wirken Donzés angesichts des niedrigen Durchschnittsalters der französischen Top-Schwimmer weiter nachwirken. Schon bei den Kurzbahn-Europameisterschaften im November könnte dies deutlich werden. Diese finden in Chartres, im Herzen Frankreichs, statt.