Was für ein Kracherrennen zum Abschluss des vierten Wettkampftages bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Budapest: Im Finale über die 4x200m Freistil der Herren gab es nicht nur einen neuen Deutschen Rekord sondern auch zwei (!) Weltrekorde zu bestaunen.
Die deutsche Staffel war dabei mitten drin im Kampf um die Medaillen. Nachdem Rafael Miroslaw, Kaii Liam Winkler und Timo Sorgius die Staffel unter den Top Drei gehalten hatten, musste erst Florian Wellbrock auf der für ihn kurzen 200m-Strecke das Quartett aus Italien vorbeiziehen lassen. Trotz des vierten Platzes gab es Grund zur Freude: In 6:50,43 Minuten waren die DSV-Herren heute schneller als jede andere deutsche Staffel zuvor.
Den bisherigen nationalen Rekord (6:53,22) pulverisierten sie um fast drei Sekunden. Damals führte Paul Biedermann die Staffel an, der heute einem weiteren Rekord Lebewohl sagen musste. Als Startschwimmer der siegreichen US-Amerikanischen Staffel knackte Luke Hobson in 1:38,91 Minuten den bisher von Biedermann gehaltenen 15 Jahre alten Weltrekord über die 200m Freistil (1:39,37).
Auch die Gesamtzeit der US-Staffel von 6:40,51 Minuten war ein neuer Weltrekord. Silber ging an Australien (6:45,54). Auf dem dritten Platz hatte das Team aus Italien in 6:47,51 Minuten letztlich fast drei Sekunden Vorsprung auf die deutsche Staffel.
In den weiteren Finals schnappte sich der Schweizer Noe Ponti seinen zweiten Titel in Budapest. Über die 100m Lagen schlug er mit neuem Eventrekord in 50,33 Sekunden vor dem Österreicher Bernhard Reitshammer (51,11) an, der Caio Pumputis (51,35) aus Brasilien auf Platz drei verwies. Bemerkenswert: Nur wenige Minuten zuvor war Ponti bereits im Halbfinale über die 100m Schmetterling am Start gewesen und hatte sich hier in 48,89 Sekunden die Favoritenbahn vier fürs morgige Finale gesichert.
Einen neuen Junioren-Weltrekord gab es im Finale über die 50m Rücken: In 22,47 Sekunden holte hier der unter neutraler Flagge startende 18-jährige Miron Lifintsev den WM-Titel. Nur zwei Hundertstel dahinter musste sich der Australier Isaac Cooper mit Silber zufrieden geben. Komplettiert wurde das Podium durch den Iren Shane Ryan (22,56).
Über die 200m Brust durfte mit dem Spanier Carles Coll Marti (2:01,55) ein Newcomer ganz oben auf dem Podium stehen. Für ihn war es die erste internationale Medaille überhaupt. Im Finale setzte sich Coll Marti dabei knapp vor dem "neutralen" Athleten Kirill Prigoda (2:01,88) durch. Die Bronzeplakette ging dahinter an Yamato Fukasawa (2:02,01) aus Japan.
Den ersten Titel des Tages hatte die italienische Mixed-Staffel über die 4x50m Freistil geholt. In 1:28,50 Minuten verwiesen Alessandro Miressi, Leonardo Deplano, Silvia di Pietro und Sara Curtis die Staffeln aus Kanada (1:28,60) und Polen (1:28,80) auf die weiteren Podestplätze.
Das Highlight aus deutscher Sicht setzte am Freitag Isabel Gose, die sich über die 1500m Freistil den WM-Titel sicherte. Mehr dazu gibt es hier --> WELTMEISTERIN! Isabel Gose über die 1500m Freistil nicht zu schlagen
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Bild: Tino Henschel