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(22.07.2019) Mit seinem stillen Protest gegen den chinesischen Weltmeister Sun Yang sorgte der australische Olympiasieger Mack Horton am Sonntag bei der Siegerehrung über die 400m Freistil für den bisherigen Aufreger der Schwimm-Weltmeisterschaften 2019. Heute schlug sich auch der deutsche Staffel-Europameister Jacob Heidtmann auf die Seite Hortons und fand klare Worte zur neuerlichen Dopingaffäre Sun Yangs. 

"Ich bin froh dass endlich mal jemand ein Zeichen gesetzt hat, weil dass der (Sun Yang) hier schwimmen darf, ist eine Frechheit für alle sauberen Athleten", meinte der Hamburger nach seinem Vorlauf über die 200m Freistil, den er auf Platz 18 (1:47,38) beendete, in der Mixedzone.

Die zweitschnellste Zeit des Feldes hatte kurz zuvor Sun Yang ins Becken gebracht. Der Chinese zog erneut eine kleine Show ab und badete nach dem Rennen langsam von Bahn zu Bahn in Richtung Beckenrand, während seine Mitschwimmer den Pool längst verlassen hatten. Die Athleten des folgenden Laufes, darunter auch Heidtmann, mussten sich in Geduld üben.

Doch es ist nicht Sun Yangs aktuelles Verhalten am Rande der Schwimm-WM von Gwangju sondern dessen Umgang mit dem Thema Doping, das für Unmut unter den Athleten sorgt. Der 27-Jährige war in diesem Jahr erneut in die Schlagzeilen geraten, nachdem bekannt wurde, dass er im September 2018 Dopingfahndern zufolge bei ihm entnommene Blutproben nach einem unangekündigtem Test von seinem Sicherheitsteam mit einem Hammer zerstören ließ. Vom Weltverband FINA wurde er dafür freiggesprochen, doch die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA legte Einspruch ein.

Da die Verhandlung vor dem Sportgerichtshof CAS erst im September ist, kann Sun Yang ungehindert bei den derzeitigen Weltmeisterschaften starten. "Das ist ein Schlag ins Gesicht. Ich habe mich sehr geärgert, darf mich damit aber eigentlich gar nicht beschäftigen, weil das macht einen sonst fertig. Aber das frisst alle im Team an und alle waren froh, dass endlich mal ein Zeichen gesetzt wurde", so Heidtmann, der innerhalb der deutschen Mannschaft auch die Rolle des Teamsprechers inne hat und Verständnis dafür zeigte, dass sich Mack Horton gestern weigerte, neben Sun Yang aufs Podium zu steigen. "Ich hoffe, dass jetzt die FINA einsieht, dass der nie wieder auf so einer Bühne stehen darf."

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WM-Bilder: Alibek Käsler / swimsportnews