Medisports Network

Die swimsportnews-Berichterstattung zur Schwimm-WM 2019 wird präsentiert von Smit Sport 

(12.07.2019) Es ist soweit: In Korea beginnen die Schwimm-Weltmeisterschaften 2019 und damit der Höhepunkt des Jahres für die Wasserhelden des Globus. Doch bei vielen Spitzenschwimmern richtet sich der Blick bereits auf 2020, denn die Olympischen Spiele in Tokio werfen ihre Schatten voraus.

Die Schwimm-WM 2019 spielt für die gut zwölf Monate später stattfindenden Olympischen Spiele nicht nur als Formtest eine wichtige Rolle. Auch mehrere Tickets für Tokio werden bereits vergeben. Besonders spannend dürfte es in den Staffelwettbewerben werden. Hier fallen die Entscheidungen im Kampf um die Olympia-Startplätze bereits in den Vorläufen. Die jeweils besten zwölf Staffeln der 4x100m und 4x200m Freistil sowie 4x100m Lagen bei Damen und Herren und der neu-olympischen 4x100m Lagen Mixed sind für Tokio gesetzt. Ähnlich sieht es bei den Freiwasserschwimmern aus, die in der kommenden Nacht um 1 Uhr mit den 5km der Herren die Schwimm-Wettbewerbe der WM eröffnen. Die jeweils besten zehn Damen und Herren über die 10km-Strecke sichern sich automatisch ihre Tickets für Olympia 2020.

Aber nicht nur im Wasser werden in Gwangju bereits Weichen für Tokio gestellt. Beide Städte sind gerade einmal zwei Flugstunden voneinander entfernt. Für die Schwimmstars ist die WM also nicht nur eine sportliche Generalprobe, sondern auch die Gelegenheit Bedingungen wie Klima und Zeitumstellung kennenzulernen. Das deutsche Team will dies ebenfalls nutzten. Das Vorbereitungstraininglager für die Schwimm-WM 2019 findet und fand im japanischen Kumamoto statt. Dort soll den DSV-Assen ein Jahr später vor der Weiterreise nach Tokio auch der Feinschliff für die Olympischen Spiele verpasst werden.

An den personellen Schrauben wurde beim Deutschen Schwimm-Verband bereits in den zurückliegenden Monaten gedreht. Seit dem Jahreswechsel haben Bernd Berkhahn und Hannes Vitense als Bundestrainer-Duo die Verantwortung über die Schwimm-Nationalmannschaft übernommen. Mit Thomas Kurschilgen hält zudem seit September ein neuer Sportdirektor die Zügel in der Hand, der beste Kontakte zum Deutschen Olympischen Sportbund mitbringt und vom DSV bei Amtsantritt als der "neue starke Mann" angekündigt wurde. Dieses Bild bestätigt sich nun Stück für Stück: Während die Bundestrainer und Sportler an Leistungen arbeiten, ist es meist Kurschilgen, der nach außen hin auftritt. Trotz der noch immer vakanten Position im Präsidentenamt des Deutschen Schwimm-Verbands können sich die Blicke so nun auf die sportlichen Schlagzeilen richten. 

Im Becken und Freiwasser von Südkorea müssen sich die deutschen Schwimmer nach einigen vielversprechenden Leistungen im Frühjahr nicht verstecken. Mit den Magdeburgern Florian Wellbrock und Franziska Hentke gehen ein amtierender Europameister und eine Vize-Weltmeisterin an den Start. Hinzu kommen Dauerbrenner wie Philip Heintz und der zuletzt wiedererstarkte Marco Koch oder auch zum Beispiel Underdogs wie Marius Kusch, der von den USA aus Stück für Stück seine Form nach oben geschraubt hat. 

Bei den zurückliegenden Weltmeisterschaften 2017 in Budapest hatte Franziska Hentke mit ihrer Silbermedaille über die 200m Schmetterling für den einzigen Podestplatz der deutschen Schwimmer gesorgt. Die WM 2019 steht im vorolympischen Jahr nun unter etwas anderen Vorzeichen. Unklar ist so zum Beispiel, in welcher Form die US-Schwimmer bei den Weltmeisterschaften auftreten werden. Da ihr Fokus klar auf Olympia liegt, spielen die diesjährigen Weltmeisterschaften bei ihnen eine eher untergeordnete Rolle. Aus diesem Grund fand auch die Qualifikation für die Schwimm-Weltmeisterschaften 2019 bei ihnen bereits im Sommer 2018 statt. Das heißt, dass die in Südkorea startenden US-Athleten nicht unbedingt die derzeit besten US-Athleten sind. Nicht dabei sein wird so wird zum Beispiel der Youngster Luca Urlando, der zuletzt über die 200m Schmetterling in 1:53,84 Minuten mit seinen 17 Jahren so schnell war, wie es selbst ein Michael Phelps im selben Alter nicht sein konnte - und der hielt damals immerhin den Weltrekord.

Spannend werden mit Sicherheit auch die Auftritte von US-Supersprinter Caeleb Dressel. Bei der WM 2017 feierte er seinen großen Durchbruch. Mit sieben Goldmedaillen stellte Dressel damals den Rekord von Michael Phelps für die meisten Siege bei ein und denselben Weltmeisterschaften ein. Auch bei ihm ist offen, wie schnell er derzeit schwimmen kann. Doch auch wenn die US-Stars ihre Blicke bereits übers Meer nach Tokio richten: Alles andere als ein erneuter Sieg in der Team- und Medaillenwertung wäre eine Überraschung.

Für die deutsche Mannschaft geht es währenddessen bei der WM darum, sich gegen die internationale Konkurrenz Selbstbewusstsein für Tokio zu verschaffen und sich möglichst viele Staffeltickets sowie Startplätze im Freiwasser für die Olympischen Spiele zu sichern. Denn damit können schon wichtige Voraussetzungen geschaffen werden, um 2020 einen Aufwärtstrend sichtbar zu machen. 

Die Links zur Schwimm-WM 2019