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(13.03.2019) Ende des vergangenen Jahres wurde die niederländische Schwimmszene geschockt durch die Nachricht über einen positiven Dopingtest von einer ihrer größten Hoffnungsträgerinnen, der Rückenschwimmerin Kira Toussaint. Heute sollte sie sich vor dem Anti-Doping-Ausschuss des Weltverbandes FINA verantworten. Doch nun kommt alles ganz anders.

"Mir wurde von FINA mitgeteilt, dass sie den Dopingfall gegen mich offiziell und sofort zurückziehen werden", erklärte Toussaint am Dienstag in einem Statement des niederländischen Schwimmverbandes KNZB. Der Grund für die überraschende Wendung: Bei ihrem ursprünglich positiven Dopingtest scheint es zu einem Fehler im untersuchenden Labor gekommen zu sein.

Das auffällige Mittel, das Asthmatikum Tulobuterol, wurde bei Toussaint nur in einer Menge von 0.000000001 Gramm festgestellt. Da sie selbst Asthmatikerin ist und die Genehmigung für ein anderes Mittel hatte, vermutete die 24-Jährige zunächst eine Verunreinigung des ihr verschriebenen Asthmatikums. Die Welt-Anti-Doping-Agentur ließ daraufhin die bei ihr genommene Urin-Probe noch einmal untersuchen.

Das Ergebnis: Beim erneuten Test konnte die zuvor auffällige Substanz Tulobuterol nicht erneut nachgewiesen werden. Sowohl die erste Untersuchung als auch der Nachtest wurden im Dopinglabor in Peking (China) durchgeführt.

"Einerseits bin ich natürlich sehr glücklich, dass meine Unschuld jetzt bewiesen ist und ich wieder schwimmen kann. Auf der anderen Seite bin ich enttäuscht, wie der Prozess ablief", so Toussaint, die im Sommer 2018 bei den Europameisterschaften in Glasgow zwei Silbermedaillen mit den niederländischen Staffeln geholt hatte. "Wenn diese Nachproben nicht ergeben hätten, dass die bisher verwendeten Testmethoden nicht zuverlässig sind und zu einem falsch positiven Test für Tulobuterol führen können, wäre ich zu Unrecht zu einer zweijährigen Sperre verurteilt worden."

Dazu wird es nun nicht kommen. Nachdem die FINA die Vorwürfe zurückgezogen hat, wird der Fall offiziell zu den Akten gelegt.

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