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(28.07.2011) Am fünften Finaltag der Schwimm-WM in Shanghai sorgte US-Star Ryan Lochte für das bisherige Highlight der Titelkämpfe. Über die 200m Lagen stellte er angetrieben von Michael Phelps den ersten Weltrekord auf der Langbahn seit mehr als anderthalb Jahren auf. DSV-Athleten waren in den heutigen Finals nicht vertreten. Christian vom Lehn qualifizierte sich mit einer starken Leistung über die 200m Brust für den morgigen Endlauf.

 

Es war der Knaller der bisherigen Wettkämpfe in Shanghai: Gepusht von Olympiasieger Michael Phelps sorgte Ryan Lochte über die 200m Lagen in 1:54,00 Minuten für einen neuen Weltrekord und damit für die erste Bestmarke auf der Langbahn seit dem Verbot der Hightech-Anzüge vor anderthalb Jahren. Der Sunnyboy aus Kalifornien unterbot seinen eigenen Weltrekord von der WM 2009 um genau eine Zehntelsekunde. “Alles was ich sagen kann, lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Yeah!!”, so Lochte nach dem Rennen. Für Michael Phelps blieb wie schon über die 200m Freistil erneut nur Silber. Er schlug zwar 16 Hundertstel hinter Lochte an, der ihm vor allem auf der Rückenstrecke davongezogen war, schwamm damit jedoch trotzdem persönliche Bestzeit. Bronze ging in 1:57,69 Minuten an den Ungarn Laszlo Cseh.

Magnussen und Zueva holen WM-Gold

Die Goldmedaille über die 100m Freistil holte sich in 47,63 Sekunden der Australier James Magnussen. Er verwies dabei Brent Hayden aus Kanada (47,95) und William Meynard (48,00) aus Frankreich auf die Plätze. Der umstrittene Brasilianer Cesar Cielo schwamm um eine Hundertstelsekunden am Podium vorbei.  Die 100m Rücken der Damen entschied Anastasia Zueva in 27,79 Sekunden für sich und holte damit das erste Gold für Russland. Auf Platz zwei kam die Japanerin Aya Terakawa in 27,93 Sekunden. Bronze holte sich acht Hundertstel dahinter US-Girl Melissa Franklin.

US-Girls souverän zum Staffelsieg

Titelverteidigerin Zige Liu musste sich in einem engen Finale über die 200m Schmetterling in 2:05,90 Minuten ihrer chinesischen Team-Kollegin Liuyiang Jiao (2:05,55) und der Britin Ellen Gandy 2:05,59 Minuten geschlagen geben.

Die 4x200m Freistil der Damen entschied das Team aus den USA souverän in 7:46,14 Minuten für sich. Bei den US-Girls war die 16-Jährige Melissa Franklin in starken 1:55,06 Minuten angegangen. Dies war schneller als Italo-Diva Federica Pellgrini im Einzelrennen und hätte dort zum Titel gereicht. Auf Platz zwei schwammen die Australierinnen, die in 7:47,42 Minuten etwas hinter den Erwartungen zurückblieben. Die Bronzemedaille ging in 7:47,66 Minuten an die Titelverteidiger aus China. Das deutsche Quartett war bereits im Vorlauf gescheitert.

Vom Lehn als Drittschnellster ins Finale

Insgesamt waren heute keine DSV-Athleten in den Endläufen vertreten. Christian vom Lehn schwamm in den Halbfinals über die 200m Brust in 2:09,44 Minuten als Drittschnellster ins Finale und sorgte damit für das Highlight des Tages aus deutscher Sicht. Olympiasieger Kosuke Kitajima aus Japan zog in 2:08,81 Minuten mit der besten Zeit in den Endlauf ein.  Für Yannick Lebherz war im Semifinale über die 200m Rücken in 1:58,56 Minuten als Zwölfter Schluss. Die schnellste Zeit legte auch hier Ryan Lochte in 1:55,56 Minuten hin.

Britta Steffen sagt alle WM-Starts ab

Bereits heute morgen hatte Britta Steffen für Schlagzeilen gesorgt. Nachdem sie sich als 16. gerade so für das Halbfinale über die 100m Freistil qualifiziert hatte, verzichtete sie freiwillig auf ihren Start und kündigte an bei der WM nicht mehr anzutreten. Ohne die Titelverteidigerin sorgte in den Semifinals die Britin Fran Halsall in 53,48 Sekunden für die schnellste Zeit. Über die 200m Brust stellte Rebecca Soni im Halbfinale erneut unter Beweis, dass an ihr kein Weg vorbeiführen wird. In 2:21,03 Minuten schwamm die US-Amerikanerin bis auf weniger als eine Sekunden an den Weltrekord heran und als Schnellste in den morgigen Endlauf.

Medaillenspiegel nach 22 von 40 Entscheidungen:

    Gold Silber Bronze Ges.
1 USA 6 4 4 14
2 China 4 1 6 11
3 Australien 2 6 1 8
4 Italien 2 2   4
5 Frankreich 2 1 3 6
6 Brasilien 2     2
7 Russland 1 1   2
8 Südkorea 1     1
  Norwegen 1     1
  Niederlande 1     1
11 Dänemark 1     1
12 Japan   2 1 3
13 Kanada   2   2
  Großbritannien   2   2
15 Deutschland     3 3
16 Südafrika     2 2
  Ungarn     2 2