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(27.01.2019) Chinas Schwimmstar Sun Yang steht mal wieder in den Schlagzeilen und dies nicht durch sportliche Spitzenleistungen. Wie die britische Sunday Times berichtet, lieferten sich der Olympiasieger und einer seiner Sicherheitsleute eine handfeste Auseinandersetzung mit unabhängigen Dopingfahndern, die bei ihm eine unangekündigte Kontrolle durchführten. 

Nachdem Sun Yang und seine Vertrauten die Identifikationsdokumente der Dopingfahnder anzweifelten, sollen sie die zuvor von ihm genommene Blutprobe laut des Berichts mit einem Hammer zerstört haben. Dabei beruft sich der Artikel auf die Aussagen der Dopingfahnder in Dokumenten des Weltverbandes FINA, die im Januar eine Anhörung zu dem Vorfall durchgeführt hatte.

Im Ergebnis dieser Anhörung verzichtete die FINA darauf, gegenüber Sun Yang Strafen oder ähnliche Konsequenzen auszusprechen. Man könne im Nachgang nicht mehr rekonstruieren, was sich tatsächlich zugetragen habe. Die Wahrheit werde man wohl "nie erfahren", so die FINA, die sich schon in der Vergangenheit im Umgang mit Sun Yang recht milde zeigte.

Nach einer positiven Dopingprobe im Jahr 2014 wurde der Weltrekordhalter für drei Monate gesperrt, ohne dass die Öffentlichkeit davon erfuhr. Als der Vorgang publik wurde, war Sun Yang bereits wieder startberechtigt und hatte internationale Medaillen geholt. 

Abseits von Dopingsperren und sportlichen Erfolgen sorgte Sun Yang bereits mehrfach auch mit seinem Verhalten außerhalb des Pools für Schlagzeilen. Nachdem er 2013 einen Autounfall verursachte ohne überhaupt einen Führerschein zu haben, musste er mehrere Tage in Haft. Am Rande der Schwimm-WM 2015 soll der Freistilspezialist eine Schwimmerin aus Brasilien angegriffen haben, auch dieser Vorfall blieb letztlich ohne Konsequenzen. 

Ob Sun Yang nun nach den jüngsten Auseinandersetzung mit den Dopingfahndern erneut ungeschoren davonkommt, bleibt abzuwarten. Die FINA hat den Fall zwar bereits zu den Akten gelegt und in chinesischen Medien drohen die Anwälte Sun Yangs der Sunday Times mit rechtlichen Konsequenzen wegen deren Veröffentlichung. Allerdings hat auch die Welt-Anti-Dopingagentur WADA bereits angekündigt, sich den Vorgang ebenfalls anzuschauen und möglicherweise den internationalen Sportgerichtshof CAS anzurufen.