Medisports Network

(30.01.2015) Den Spitzenschwimmern stehen bei den Olympischen Spielen 2016 lange Nächte bevor. Die Pläne, die Finals in Rio erst ab 22 Uhr Ortszeit stattfinden zu lassen, scheinen bereits beschlossene Sache zu sein.


Was zuletzt nur als Pläne durch die Schwimmwelt flatterte, steht nun wohl fest: Die Finalabschnitte der Schwimmwettbewerbe bei den Olympischen Spielen 2016 werden erst um 22 Uhr Ortszeit beginnen und damit so spät wie nie. Dies berichtet das Online-Portal swimvortex und bezieht sich dabei unter anderem auf Quellen aus Verbandskreisen.

Hintergrund ist wohl das Drängen des US-Fernsehsenders NBC, der für die Übertragungsrechte der Spiele in Rio 2016 und Tokio 2020 mehrere Milliarden US-Dollar bezahlt hat. Das Vorhaben, die Finals zu dieser für das US-Publikum günstigen Zeit zu veranstalten, war bereits im November durchgesickert.

Es regte sich daraufhin Widerstand bei mehreren großen Schwimmverbänden. Laut swimvortex soll es auch aus Deutschland kritische Stimmen an diesen Ideen gegeben haben. Dennoch scheint sich dieser Plan bei FINA und IOC durchgesetzt zu haben.

Damit dürften die Finalabschnitte in Rio etwa um 1 Uhr nachts beendet sein. Rechnet man die letzten Siegerehrungen, Dopingproben und den Weg zurück ins Athletendorf hinzu, dürften die Sportler damit erst recht spät die verdiente Ruhe finden.

Die Vorlaufabschnitte sollen zwar erst um 13 Uhr beginnen. Dennoch dürfte diese Missachtung der natürlichen Tag- und Nachtzeiten zusätzlich zum ohnehin bei manchem noch vorhandenen Jetlag zu einer Belastung führen. Diese Entscheidung ist auch angesichts des hohen Anteils an Minderjährigen unter den Athleten durchaus kritisch zu sehen.

Auch die deutschen Schwimmfans bekommen diese Entscheidung zu spüren. Für sie beginnen die Finals damit erst um 3 Uhr (MEZ). Somit dürfte man bis etwa 5 bis 6 Uhr am heimischen TV-Gerät sitzen, will man die Olympioniken live im Einsatz sehen.

Bild: Rio 2016