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(15.08.2014) Wir machen weiter mit unserem Ausblick auf die Beckenwettbewerbe der Schwimm-EM 2014 in Berlin. Diesmal sind die Bruststrecken der Herren dran. Auch die DSV-Schwimmer haben hier Medaillenchancen.


50m Brust: Spannender Kampf um die Medaillenplätze

(Finale am 23. August) Auch über die 50m Brust der Herren stellt sich die Frage: In welcher Form reisen die britischen Schwimmer nach Berlin? Sie gaben über die Bruststrecken in diesem Jahr den Ton an. Youngster Adam Peaty blieb als einziger Europäer unter der Marke von 27 Sekunden. Kann er dies bei der EM wiederholen, winkt dem 19-jährigen Ausnahmetalent Gold. Auch sein Teamkollege Ross Murdoch zählt zu den Medaillenkandidaten. Gerade die Brustsprinter sind jedoch immer für Überraschungen gut und es gibt etliche Anwärter auf die Podestplätze, so zum Beispiel Titelverteidiger Damir Dugonjic aus Slowenien, der serbische Newcomer Caba Siladji oder auch der Italiener Mattia Pesce.

Der DSV schickt Europarekordhalter Hendrik Feldwehr ins Rennen. Nähert er sich der 27-Sekunden-Marke, kann auch er um die Medaillen mitschwimmen. Zuletzt schwächelte er jedoch und konnte nur gerade so die EM-Qualifikation klar machen.

100m Brust: Gyurta greift auf den 100m an

(Finale am 19. August) Die Briten Peaty und Murdoch zählen auch über die 100m Brust zu den Favoriten. Konkurrenz bekommen sie hier unter anderem von Giedrius Titenis aus Litauen, der zu den vier Europäern zählt, die in diesem Jahr unter der wichtigen Marke von einer Minute blieben. Dies war auch Hendrik Feldwehr schon gelungen. Sollte er sich bis zum EM-Start fangen und an diese Leistungen anknüpfen können, zählt auch er zu den Medaillenkandidaten. Konkurrenz bekommen die 100m-Schwimmer von Athleten, die sonst auf der doppelten Strecke unterwegs sind. Ungarns Olympiasieger Daniel Gyurta verzichtet so zum Beispiel auf die 200m-Distanz und konzentriert sich auf die kürzere Strecke.
Neben Feldwehr könnte auch Marco Koch über die 100m Brust an den Start gehen. Auch er kratzte in diesem Jahr bereits an der Minutenmarke. Sein Fokus liegt jedoch auf der doppelten Distanz.

200m Brust: Verzicht von Gyurta und Jamieson stärkt Kochs Chancen

(Finale am 21. August) Über die 200m Brust der Herren hat das deutsche Team mit Marco Koch einen der Goldfavoriten in seinen Reihen. In Berlin will er den Deutschen Rekord und erstmals eine 2:07er Zeit in Angriff nehmen. Dies dürfte auch nötig sein, um den Traum vom EM-Gold zu verwirklichen.
Zwar fehlen mit Ungarns Olympiasieger Daniel Gyurta und dem britischen Olympia-Zweiten Michael Jamieson zwei Top-Favoriten. Doch statt Jamieson dürfte dessen Landsmann Ross Murdoch unserem DSV-Star Koch das Leben schwer machen wollen. Murdoch holte vor wenigen Tagen bei den Commonwealth Games mit Weltjahresbestzeit von 2:07,30 Minuten den Titel. Koch und Murdoch dürften Gold unter sich ausmachen. Dahinter wird das Feld eng. Unter den europäischen Spitzenschwimmern konnten sich in diesem Jahr kaum weitere Athleten über die 200m Brust in den Fokus schwimmen. Es dürfte also einen spannenden Kampf um Bronze geben.

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Bild: © Gian Mattia D'Alberto/LaPresse - arena