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(13.08.2014) Am kommenden Montag beginnen die Beckenwettbewerbe der Schwimm-EM 2014 in Berlin. Wir werfen Lage für Lage einen Blick auf die Favoriten und die Chancen der DSV-Schwimmer. Diesmal widmen wir uns den Freistilschwimmerinnen:


50m Freistil - Kampf der Sprintqueens

(Finale am: 24.08.) Spannung pur darf auf der kurzen Freistilstrecke erwartet werden. Hier dürften sich die Britin Francesca Halsall und Schwedens Superstar Sarah Sjöström einen engen Kampf um Gold liefern. Beide blieben in diesem Jahr bereits unter 24 Sekunden. Auch die Däninen Jeanette Ottesen Gray und Pernille Blume, die Niederländerin Inge Dekker oder die Weißrussin Aliaksandra Herasimenia sollte man hier auf der Rechnung haben.
Für den DSV wird Dorothea Brandt an den Start gehen. Sie dürfte gute Chancen auf den Finaleinzug haben. Um in den Kampf ums Podest einzugreifen, müsste sie sich jedoch deutlich steigern.

100m Freistil - Sjöström auf Mission Titelverteidigung

(Finale am: 20.08.) Über die 100m Freistil ist Sarah Sjöström die klare Favoritin und amtierende Titelverteidigerin. Als einzige Europäerin knackte sie in diesem Jahr die 53-Sekunden-Marke und schwimmt derzeit in der Form ihres Lebens. Hinter ihr wird das Feld eng. Wie über die 50m-Strecke zählen auch hier Jeanette Ottesen Gray und Pernille Blume sowie Aliaksandra Herasimenia zu den Medaillenkandidatinnen. Zu ihnen gesellen sich die Niederländerin Femke Heemskerk und Sjöströms Team-Kollegin Michelle Coleman.  Dabei profitieren die Sprinterinnen auch davon, dass Olympiasiegerin Ranomi Kromowidjojo auf ihre EM-Teilnahme verzichten wird.

200m Freistil - Pellegrini jagd den nächsten Titel

(Finale am: 23.08.) Auch auf der 200m-Strecke geht Sjöström als Goldkandidatin ins Rennen. In 1:55,04 Minuten hält sie die aktuelle Weltjahresbestzeit. Ihre größte Konkurrentin dürfte die Italienerin Federica Pellegrini werden. Sie könnte in Berlin zum dritten Mal hintereinander EM-Gold holen. Einen Platz auf dem Podium erhofft sich auch Multitalent Katinka Hosszu aus Ungarn. Diesen wollen ihr Femke Heemskerk, die Russin Veronika Popova oder auch die Britin Siobhan-Marie O’Connor streitig machen.

400m Freistil - Nächste Titelchance für Pellegrini

(Finale am: 24.08.) Mireia Belmonte aus Spanien und Federica Pellegrini sind die Favoritinnen über die 400m Freistil. Auch die Britin Jazmin Carlin und die Dänin Lotte Friis sollte man auf dem Zettel haben. Katinka Hosszu wird auch hier an den Start gehen. Die Ungarin sollte man beim Kampf um die Medaillenplätze nie abschreiben. Recht zurückhaltend präsentierie sich in diesem Jahr bisher Vize-Weltmeisterin Melanie Costa aus Spanien. Doch davon sollte man sich nicht täuschen lassen. Auch vor ihrem Silbergewinn bei der WM in Barcelona hatten sie nur wenige auf dem Zettel gehabt. Mit Olympiasiegerin Camille Muffat fehlt eine Top-Favoritin. Die Französin hatte kurz vor der EM überraschend ihr Karriereende bekanntgegeben.
Der DSV schickt Sarah Köhler und Johanna Friedrich ins Rennen. Finalplätze wären für beide bereits ein großer Erfolg.

800m Freistil - Kann Carlin die Favoritinnen überraschen?

(Finale am: 21.08.) Die klaren Favoritinnen auf den langen Freistilstrecken heißen Mireia Belmonte und Lotte Friis. Die Spanierin glänzte im Frühjahr bereits mit Spitzenzeiten. Friis startet als amtierende Vize-Weltmeisterin. Im Kampf um Gold könnte jedoch auch die Britin Jazmin Carlin die lachende Dritte werden. Sie holte vor wenigen Tagen bei den Commonwealth Games Gold und schwamm in 8:18,11 Minuten Europa-Bestzeit über die 800m Freistil. Auch Titelverteidigerin Boglarka Kapas aus Ungarn ist für einen Podestplatz gut.
Aus dem deutschen Team qualifizierte sich Sarah Köhler für einen Start über diese Strecke. Auch hier wäre die Finalqualifikation für die Frankfurterin das maximal Erreichbare.

1500m Freistil - Belmonte will EM-Titel verteidigen

(Finale am: 23. August) Über die 1500m Freistil startet Mireia Belmonte als aktuelle Spitzenreiterin der Europarangliste und amtierende Titelverteidigerin. Auch über diese Strecke wird Lotte Friis ihre schärfste Konkurrentin werden. Die weiteren Athletinnen erwartet ein spannender Kampf um Bronze. Ins Rennen gehen hier Jazmin Carlin, die Spanierin Maria Vilas Vidal, Boglarka Kapas oder auch die Italienerin Martina Caramignoli.
Für DSV-Schwimmerin Isabelle Härle sollte ein Finalplatz machbar sein. Kann sie ihre zu Beginn des Jahres aufgestellte Bestzeit von 16:18,02 Minuten noch steigern, könnte sie sogar die Medaillenkandidatinnen ein wenig ärgern. Auch Leonie Antonia Beck und Sarah Köhler haben sich über diese Strecke für die EM qualifiziert. Für einen Platz im EM-Finale müssen sie bereits im Vorlauf alles in die Waagschale werfen.

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