Medisports Network

(24.10.2011) Nicht nur der Weltrekord von Missy Franklin zeugt davon, dass der Weltcup in Berlin das bisher “schnellste” Meeting der Wettkampfserie war. Auch der Blick in die Liste der punktbesten Leistungen zeigt dies. Bei keinem der Weltcups in diesem und auch im vergangenen Jahr mussten die Athleten so schnell sein, um ein paar Zähler für die Gesamtwertung (siehe unten) zu erhalten. Bei den Herren konnte Chad le Clos seine Führung ausbauen. Auch für Marco Koch gab es wieder Weltcup-Punkte.

 

Mit ihrem Weltrekord über die 200m Rücken ist US-Girl Melissa Franklin an die Spitze der Weltcup-Gesamtwertung gestürmt. Sie erhielt dafür nicht nur 25 Punkte für die beste Leistung in Berlin. Die 16-Jährige wurde zudem mit den bei einem Weltrekord fälligen 20 Sonderpunkten belohnt. Damit konnte sie Therese Alshammar von der Spitze der Gesamtwertung verdrängen. Die Schwedin hat nun 45 Zähler auf dem Konto und liegt 15 Punkte hinter Franklin. Diese hat zwar nun gute Chancen, auch am Ende der Weltcup-Serie einen Spitzenplatz inne zu haben. Doch auf die somit Mögliche satte Prämie der FINA würde die Weltmeisterin ohnehin verzichten. Bereits ihren 10.000$-Bonus für den Weltrekord in Berlin nahm sie nicht an, um ihren Status als reiner Amateur zu pflegen. Dies ist für die Förderung durch das us-amerikanische College-System von Bedeutung.

Berlin der schnellste Weltcup seit dem Hightech-Verbot

Insgesamt war der Weltcup in Berlin das bisher schnellste Meeting der Serie seit dem Verbot der Hightech-Anzüge. Um überhaupt Weltcup-Punkte zu erhalten, mussten so zum Beispiel die Damen Leistungen erbringen, die mindestens 934 Zähler der FINA-Punkteliste wert waren. Zum Vergleich: Die bisher höchste Hürde um sich unter den besten zehn Leistungen zu platzieren lag bei 907 Punkten beim Weltcup in Stockholm. Beim diesjährigen Auftakt-Meeting in Dubai hätten die Berliner 934 Zähler sogar zur punktbesten Leistung gereicht.
Die bisher beste Leistung bei den Damen waren 954 Punkte für Sarah Sjöström, geschwommen beim Weltcup in Stockholm. In Berlin hätte dies im Ranking der Spitzenleistungen nur zu Platz fünf gereicht. Auch bei allen sieben Weltcup-Meetings des vergangenen Jahres war das Punktniveau geringer als in Berlin.

Die zehn punktbesten Leistungen der Damen in Berlin:

  Schwimmerin Strecke Zeit Punkte
1 Melissa Franklin 200m Rücken 02:00,03 1003
2 Allison Schmitt 200m Freistil 01:52,08 975
3 Belinda Hocking 200m Rücken 02:01,24 973
4 Therese Alshammar 100m Schmetterling 00:55,62 969
5 Angie Bainbridge 200m Freistil 01:53,02 951
6 Francesca Halsall 100m Lagen 00:58,73 950
7 Erica Morningstar 200m Lagen 02:06,97 945
8 Elizabeth Simmonds 200m Rücken 02:02,54 943
9 Daryna Zevina 200m Rücken 02:02,85 936
10 Lotte Friis 400m Freistil 04:00,29 934

Gleiches gilt für die Männer, bei denen erstmals seit dem Ende der Hightech-Ära überhaupt mehr als 900 Punkte notwendig waren, um sich unter den besten Zehn zu platzieren und somit Punkte für das Weltcup-Konto zu sammeln. Chad le Clos aus Südafrika Zeit von 1:50,15 Minuten über die 200m Schmetterling war mit 971 Punkten nicht nur die beste Leistung der diesjährigen Weltcup-Serie. Auch im Jahr 2010 hatte kein Athlet im Rahmen der FINA-Meetings eine höhere Punktzahl erzielen können. Damit konnte der 19-Jährige auch seine Führung in der Gesamtwertung ausbauen und seinem Verfolger Hidemaso Sano einen kleinen Dämpfer verpassen. Der Japaner hatte bei den vergangenen beiden Meetings jeweils die beste Leistung aufgestellt und war damit le Clos in der Gesamtwertung auf die Versen gerückt.

Die zehn punktbesten Leistungen der Herren in Berlin:

  Schwimmer Strecke Zeit Punkte
1 Chad le Clos 200m Schmettterling 01:50,15 971
2 Hidemaso Sano 200m Schmettterling 01:50,58 960
3 Michael Phelps 200m Lagen 01:51,89 952
4 James Goddard 200m Lagen 01:52,57 935
5 Ashwin Wildeboer 100m Rücken 00:50,23 924
6 Paul Biedermann 200m Freistil 01:42,42 913
7 Daiya Seto 400m Lagen 04:02,85 911
8 Evgeny Korotshkin 100m Schmetterling 00:50,04 909
9 Marco Koch 200m Brust 02:04,61 908
10 Kenneth To 100m Lagen 00:52,46 905

Unter den Spitzenleistungen in Berlin konnten sich auch zwei DSV-Athleten platzieren. Paul Biedermanns Weltjahresbestzeit über die 200m Freistil brachte ihm sieben Punkte für die Gesamtwertung ein. Er liegt mit 23 Zählern an sechster Stelle. Weitere Punkte werden jedoch nicht hinzukommen, da Biedermann auf die Weltcup-Meetings in Asien verzichtet. Anders sieht es bei Marco Koch aus, der auch die drei Wettkämpfe in Fernost bestreiten wird. In Berlin konnte er immerhin zwei weitere Punkte auf sein Weltcup-Konto packen und rangiert nun mit 27 Zählern an fünfter Stelle. Koch liegt damit in Schlagweite des vor ihm platzierten Australiers Kenneth To, der noch vier Zähler Vorsprung vor dem Darmstädter hat. Michael Phelps, der sich nach dem Meeting in Berlin auf Platz drei der Gesamtwertung befindet, wird kein weiteres Weltcup-Meeting bestreiten und dürfte somit nach hinten durchgereicht werden.

DSV-Trio bei Thorpe-Comeback

Der Weltcup-Zirkus geht nun in eine gut anderthalbwöchige Pause und wird seine Zelte dann am 4. und 5. November beim Meeting in Shanghai erneut aufschlagen. Hier wartet ein ganz besonderes Highlight auf die Schwimmwelt: Olympiasieger Ian Thorpe wird nach mehr als fünf Jahren seinen ersten Wettkampf bestreiten.
Aus den Reihen des DSV werden neben Dauerbrenner Marco Koch auch die beiden Rückenspezialisten Jenny Mensing und Jan-Philip Glania die drei Meetings in Asien bestreiten.

Die Gesamtwertung der Weltcup-Serie:

Schwimmer Dubai Stockholm Moskau Berlin Ges.
Chad Le Clos 25 16 20 25 86
Hidemasa Sano   25 25 20 70
Michael Phelps     16 16 32
Kenneth To   20 10 1 31
Marco Koch 20 5   2 27
Paul Biedermann   3 13 7 23
Daiya Seto   13   5 18
Dinko Jukic 16       16
Evgeny Korotyshkin 10   3 3 16
James Goddard       13 13
Samuel Pizzetti 13       13
David Verraszto   10     10
Ashwin Wildeboer       10 10
Naoya Tomita   7 2   9
Yuma Kosaka 7       7
Nikita Lobintsev     7   7
Pawel Korzeniowski   1 5   6
Sergii Frolov 5       5
Masafumi Yamaguchi 3       3
Geoff Huegill   2     2
Jason Dunford 2       2
Gustav Lejdström 1       1
Tyler McGill     1   1
  Schwimmerin Strecke Zeit Punkte
1 Melissa Franklin 200m Rücken 02:00,03 1003
2 Allison Schmitt 200m Freistil 01:52,08 975
3 Belinda Hocking 200m Rücken 02:01,24 973
4 Therese Alshammar 100m Schmetterling 00:55,62 969
5 Angie Bainbridge 200m Freistil 01:53,02 951
6 Francesca Halsall 100m Lagen 00:58,73 950
7 Erica Morningstar 200m Lagen 02:06,97 945
8 Elizabeth Simmonds 200m Rücken 02:02,54 943
9 Daryna Zevina 200m Rücken 02:02,85 936
10 Lotte Friis 400m Freistil 04:00,29 934

Damen:

Schwimmerin Dubai Stockholm Moskau Berlin Ges
Melissa Franklin     25 25 + 20 70
Therese Alshammar   16 16 13 45
Allison Schmitt     20 20 40
Angie Bainbridge   20   10 30
Daryna Zevina 25     2 27
Lu Ying   13 13   26
Sarah Sjöström   25     25
Izumi Kato 16 2 3   21
Xiaoyu Liu 20       20
Gong Jie   10 10   20
Erica Morningstar   7 7 5 19
Belinda Hocking       16 16
Ranomi Kromowidjojo 13       13
Marleen Veldhuis 10       10
Francesca Halsall       7 7
Shijia Wang 7       7
Rong Fan 5       5
Theresa Michalak   5     5
Choi Hye Ra   3 2   5
Lena Sokolova     5   5
Elizabeth Simmonds       3 3
Petra Grandlund 3       3
Hang Yu Sze 2       2
Zsuzsanna Jakabos   1     1
Barbora Zavadova 1       1
Daniela Schreiber     1   1
Lotte Friis       1 1