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(25.05.2012) Die frisch gebackene Europameisterin über die 100m Brust, Sarah Poewe, sorgte auch am heutigen Tag der Europameisterschaften in Debrecen für das Highlight aus deutscher Sicht: Über die doppelte Distanz schwamm die 29-Jährige zur Bronzemedaille und holte damit das einzige Edelmetall für das DSV-Team am fünften EM-Tag. Enttäuschend präsentierte sich Marco di Carli, der auch seine letzte Chance auf den Einzelstart über die 100m Freistil bei Olympia vergab.

 

Nach ihrem Sieg über die 100m Brust konnte Sarah Poewe heute mit Bronze über die doppelte Distanz eine weitere EM-Medaille sammeln. “Ich glaube, das ist eine sehr besondere Medaille, da es wahrscheinlich meine letzte internationale Medaille über die 200m Brust sein wird”, so Poewe, deren Stärken eher auf den 100m liegen. In 2:27,80 Minuten hielt sie dabei die Schwedin Joline Hoestman auf den letzten Metern um nur sieben Hundertstel hinter sich. Der Sieg ging in 2:26,91 Minuten an die Norwegerin Sara Nordenstam vor Irina Novikova (2:27,25) aus Russland.

Di Carli verfehlt Olympianorm erneut deutlich

Einen schlechten Tag erwischte hingegen Sprintexperte Marco di Carli. Über die 100m Freistil kam er nur auf Rang sechs und – für ihn persönlich umso bitterer – verpasste in 49,18 Sekunden erneut deutlich die Olympianorm (48,49) und damit die letzte Chance, sich über diese Strecke das direkte Ticket nach London zu sichern. “Das ist natürlich Scheiße. Irgendwie hat’s hier nicht sollen sein”, so der Frankfurter nach dem Rennen. Damit war er nur unwesentlich schneller als bei den Deutschen Meisterschaften, als er durch Magen-Darm-Probleme geschwächt an den Start ging. Seine stärkste Leistung hatte di Carli im Vorlauf in 48,81 Sekunden gezeigt.

Die Goldmedaille holte sich in einem eher langsamen Finale der einstige Weltrekordhalter Filippo Magnini aus Italien in 48,77 Sekunden. Silber ging an den französischen Olympiasieger Alain Bernard in 48,95 Sekunden, der sich für London nicht qualifiziert hat und seinen Titel dort nicht wird verteidigen können. Auf den dritten Platz kam der Rumäne Norbert Trandafir in 49,13 Sekunden. Zum Vergleich: In Berlin hätte dies gegen die deutsche Konkurrenz nur zu Platz vier gereicht.

Lebherz, Wolf, Mensing und Lippok morgen im Finale

In den Halbfinals konnten sich die 200m Rücken beide DSV-Starter für den Endlauf qualifizieren. Yannick Lebherz schwamm in 1:58,23 Minuten als Drittschnellster weiter. Felix Wolf zog als Achter in 1:59,41 Minuten ins Finale ein. Die bereits mit Gold und Silber über die längeren Rückenstrecken dekorierte Jenny Mensing schwamm auch im 50m-Sprint souverän in 28,47 Sekunden als Vierte in den Endlauf. Lisa Graf schied als Zwölfte in 29,22 Sekunden aus.

Im Halbfinale über die 200m Freistil schwamm Vize-Europameisterin Silke Lippok in 1:59,07 Minuten problemlos als Viertschnellste in den morgigen Endlauf. Die zuletzt krankheitsgeschwächte Lisa Vitting schied in 2:01,82 Minuten als 16. aus. Schluss war auch für Philip Heintz, der über die 100m Schmetterling in 52,91 Sekunden im Halbfinale auf Platz elf kam.

Italienischer Youngster verpasst Doppeltitel

Nach seinem sensationellen Sieg über die 1500m Freistil konnte der erst 17-jährige Italiener Gregorio Paltrinieri über die nicht-olympischen 800m Freistil der Herren eine weitere Medaille erschwimmen. In 7:52,23 Minuten musste er sich nur dem Lokalmatador Gergo Kis (7:49,46) geschlagen geben. Bronze ging in 7:52,81 Minuten an den Ukrainer Sergiy Frolov.
Für die zweite norgwegische Medaille des Tages sorgte Ingvild Snildal über die 100m Schmetterling. In 58,04 Sekunden lag sie beim Anschlag nur drei Hundertstel vor der Schwedin Martina Granström. Bronze ging an Amit Irvi (58,78) aus Israel.