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(23.05.2012) Am bisher erfolgreichsten Tag der DSV-Schwimmer bei der EM in Debrecen sicherte sich Paul Biedermann souverän den Titel über die 200m Freistil. Sarah Poewe sorgte mit ihrem Sieg über die 100m Brust für eine kleine Überraschung. Auch Britta Steffen und Daniela Schreiber schwammen aufs Podium. Pech hatten hingegen Tim Wallburger und Caroline Ruhnau, die sich jeweils um wenige Hundertstel mit Platz vier zufrieden geben mussten.

 

Paul Biedermann verteidigte wie erwartet seinen Europameistertitel über die 200m Freistil. In 1:46,29 Minuten schwamm er dabei seine bisher schnellste Zeit der Saison und verwies den Franzosen Amaury Leveaux (1:47,69) und den Ungarn Dominik Kozma (1:47,72) auf die weiteren Plätze. Knapp am Podium vorbei schrammte Tim Wallburger, der in 1:47,75 Minuten die Medaillen um drei Hundertstel verfehlte. Er schickte damit jedoch ein deutliches Zeichen an die sportliche Führung des DSV, die demnächst entscheiden muss, wer bei Olympia in der deutschen 4x200m Freistilstaffel starten soll.

Sarah Poewe schwimmt ohne Druck zum Titel

Nachdem sie im Halbfinale endlich die Olympianorm geknackt hatte, konnte Sarah Poewe im Endlauf über die 100m Brust befreit angreifen und holte sich ihren ersten Europameistertitel auf der Langbahn. Die 29-Jährige ließ in 1:07,33 Minuten die Schwedin Jennie Johansson (1:07,86) um mehr als eine halbe Sekunde hinter sich. “Durch die Qualifikation für meine vierten Spiele fühle ich mich jetzt schon so, als hätte ich eine Medaille gewonnen”, hatte Poewe bereits nach dem gestrigen Halbfinale erklärt. Für Caroline Ruhnau lief es hingegen ähnlich bitter wie wenige Minuten zuvor für Tim Wallburger. Sie schrammte in 1:07,95 Minuten um gerade einmal vier Hundertstel an der Bronzemedaille vorbei, welche stattdessen an Marina Garcia Urzainqui aus Spanien ging.

Sjöström lässt Steffen und Schreiber keine Chance

Britta Steffen und Daniel Schreiber mussten im Finale über die 100m Freistil der Schwedin Sarah Sjöström den Vortritt lassen, die sich in 53,61 Sekunden ihren zweiten EM-Titel in Debrecen holte.Die aus dem Training heraus schwimmende Steffen musste sich in 54,15 Sekunden recht deutlich um mehr als eine halbe Sekunde geschlagen geben. Daniela Schreiber schlug weitere 2,6 Zehntel dahinter als Dritte an.

Wolfgarten und Meißner deutlich über der Olympianorm

Über die 1500m Freistil schwammen Jan Wolfgarten (15:13,68 Minuten) und Sören Meißner (15:19,50) im Finale als Sechster beziehungsweise Achter deutlich an der Olympianorm von 15:05,27 Minuten vorbei. Der Sieg ging an den Italiener Gregorio Paltrinieri, der in 14:48,92 Minuten auf Platz drei der Weltrangliste schwimmen konnte. Silber und Bronze gingen an die beiden Lokalmatadoren Gergo Kis (14:58,15) und Gergely Gyurta (15:04,38). Bereits in den Vorläufen hatte Isabelle Härle ihre Olympiaträume begraben müssen. Sie war über die 800m Freistil am Finaleinzug gescheitert.

DSV-Athleten sichern Medaillenchancen für morgen

Auch morgen dürften den DSV-Schwimmern in den Endläufen einige Medaillen winken. In den Halbfinals des heutigen Tages konnten über die 200m Brust Marco Koch (2:10,92) und Christian vom Lehn (2:12,16) als Zweiter und Siebter problemlos in den Endlauf schwimmen. Theresa Michalak kam über die 200m Lagen in 2:12,76 Minuten als Vierte ins Finale, verfehlte dabei jedoch die Olympianorm um 3,9 Zehntel. Alexandra Wenk schied trotz persönlicher Bestzeit von 2:14,44 Minuten als Neunte knapp aus.
Jenny Mensing schwamm über die 100m Rücken in 1:00,55 Minuten als Fünfte ins Finale. Lisa Graf kam in 1:02,05 Minuten auf Platz elf.
Christian Diener konnte über die 50m Rücken zwar in 25,51 Sekunden seinen im Vorlauf aufgestellten Deutschen Altersklassenrekord um eine Hundertstel unterbieten, schied jedoch als Neunter knapp aus. Auch Helge Meeuw kam in 25,78 Sekunden nur auf den 13. Platz.

Nur Phelps bisher schneller als Laszlo Cseh

Im einzigen Finale ohne deutsche Beteiligung am heutigen Tag konnte der Ungar Laszlo Cseh über die 200m Lagen in 1:56,66 Minuten souverän zum Titel schwimmen. Weltweit war in diesem Jahr bisher nur Superstar Michael Phelps in 1:56,32 Minuten schneller gewesen. Silber ging an den Briten James Goddard in 1:57,84 Minuten vor Markus Rogan (1:59,39) aus Österreich. Stark präsentierte sich Csehs Landsmann Bence Biczo in den Halbfinals.  Der Youngster schwamm über die 200m Schmetterling in 1:55,77 Minuten als Schnellster in den Endlauf.