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Die swimsportnews-Berichterstattung zur Schwimm-EM 2014 wird präsentiert von Speedo!

(19.08.2014) Am zweiten Tag der Wettbewerbe im Beckenschwimmen bei der Schwimm-EM 2014 in Berlin haben die deutschen Schwimmer erstmals für Jubel beim Heimpublikum sorgen können. Über die 100m Rücken holte Jan-Philip Glania die erste DSV-Medaille. In den Halbfinals schwammen sich Paul Biedermann, Philip Heintz und Markus Deibler in Stellung für morgige Medaillenchancen.


Fünf Finals mit deutscher Beteiligung standen heute bei der Schwimm-EM in Berlin auf dem Plan. Eine Medaille sprang dabei für die DSV-Athleten heraus. Das erste Edelmetall der Schwimmer von Chef-Bundestrainer Henning Lambertz lieferte Rückenschwimmer Jan-Philip Glania ab.

Über die 100m-Strecke schlug er in 54,15 Sekunden als Dritter hinter Commonwealth Sieger Chris Walker-Hebborn (53,32) aus Großbritannien und Weltmeister Jeremy Stravius aus Frankreich (53,64) an. Direkt dahinter wurde DSV-Kollege Christian Diener in 54,23 Sekunden Vierter. Der Potsdamer war das Rennen beherzt angegangen und lag lange auf Medaillenkurs. Auf den letzten Metern musste er sich jedoch abfangen lassen.

In den weiteren Finals lief es eher durchwachsen für die DSV-Athleten. Besonders Steffen Deibler erwischte einen bitteren Tag. Zunächst hatte er zu Beginn des Finalabschnitts über die 50m Schmetterling die Podestplätze und damit die erhoffte erste Einzelmedaille bei einer großen internationalen Meisterschaft auf der 50m-Bahn deutlich verpasst. In 23,64 Sekunden schlug er nur als Achter an. "Ich habe versucht so schnell zu schwimmen, wie es geht aber die Zeit ist schlecht", erklärte er nach dem Rennen.

Kurios: Im Kampf um die Medaillen waren die Top-Athleten gleich doppelt zeitgleich: Gold sicherten sich der Weißrusse Yauhen Tsurkin und Frankreichs Olympiasieger Florent Manaudou in 23,00 Sekunden. Auch die beiden Athleten dahinter schlugen gleichzeitig an. Der Ukrainer Andriy Govorov und Großbritanniens Sprinthoffnung Ben Proud kamen in 23,21 Sekunden auf den geteilten dritten Platz.

Zum Abschluss des Wettkampftages war Deibler in der gemischten deutschen Lagenstaffel gemeinsam mit Jenny Mensing, Marco Koch und Alexandra Wenk dann noch einmals im Einsatz. Als Schlussschwimmer wurde er an fünfter Stelle liegend ins Rennen geschickt und schwamm mit einer beherzten Leistung von 47,96 Sekunden nach vorn. Zu dem russischen Team auf Position drei und damit den Medaillenplätzen fehlten in 3:47,61 Minuten am Ende jedoch 2,7 Zehntelsekunden.

Gold ging aus das Quartett aus Großbritannien, das in 3:44,02 Minuten einen neuen Weltrekord aufstellte. Auf den zweiten Platz schwamm die Staffel aus den Niederlanden (3:45,93).

Auch Lisa Graf hatte zuvor die Einzelmedaillen verpasst. Über die 200m Rücken wurde die Berlinerin in 2:10,64 Minuten Vierte. Jenny Mensing, die ebenfalls einen schlechten Tag erwischt hatte, schlug in enttäuschenden 2:11,77 Minuten nur als Siebte an.

Gold ging in 2:09,37 Minuten an die Spanierin Duane da Rocha Marce. Sie schlug 2,9 Zehntel vor der Britin Elizabeth Simmonds an. Die erst 15-Jährige Russin Daria Ustinova schwamm in 2:09,79 Minuten zu Bronze. Bitter hierbei: Mit ihrer bei den Deutschen Meisterschaften geschwommenen Saisonbestleistung von 2:09,25 Minuten hätte Mensing in diesem alles andere als schnellen Finale Gold geholt.

Im Finale über die 100m Brust der Herren hatte Hendrik Feldwehr mit der Vergabe der Medaillen nichts zu tun. Der Essener kam in 1:01,02 Minuten auf den achten Platz. Gold holte der erst 19-jährige Brite Adam Peaty in 58,96 Sekunden. Sein Team-Kollege Ross Murdoch wurde in 59,43 Sekunden Zweiter. Die Bronzemedaille ging in 59,61 Sekunden an Giedrius Titenis aus Litauen.

In den heutigen Halbfinals erarbeiteten sich die deutschen Schwimmer gute Chancen auf morgige Podestplätze. Nach den verpatzten 400m Freistil peilt Paul Biedermann über die halbe Distanz Gold an. Im Semifinale über die 200m Freistil lieferte der Hallenser in 1:46,69 Minuten die schnellste Zeit des Feldes ab. Spannend machte es hingegen Mitfavorit Yannick Agnel aus Frankreich. In 1:47,90 Minuten hatte der Olympiasieger als Siebter nur vier Hunderstel Vorsprung vor dem neunten Platz. Clemens Rapp verpasste in 1:48,07 als Elfter das Finale.

Über die 200m Lagen der Herren liegen mit Philip Heintz und Markus Deibler gleich zwei DSV-Asse auf Medaillenkurs. Heintz schwamm in starken 1:58,17 Minuten die zweitschnellste Zeit der Halbfinals. Markus Deibler zog in 1:59,43 Minuten mit der drittschnellsten Zeit des Feldes in den Endlauf ein. Besser als die beiden Deutschen war lediglich Serienmeister Laszlo Cseh, der in 1:58,00 Minuten die europäische Jahresbestzeit von Deibler einstellte und morgen seinen fünften Titel in Folge über die 200m Lagen anpeilt!

Im Halbfinale über die 100m Brust der Damen schwamm die Dänin Rikke Möller Pedersen in 1:06,34 Minuten mit der schnellsten Zeit in den Endlauf. Vanessa Grimberg landete über diese Strecke in 1:08.50 Minuten auf dem 15. Platz. Ihre Konzentration gilt jedoch den 200m Brust, deren Vorläufe morgen auf dem Plan stehen.

Ein Finale ging heute ohne deutsche Beteiligung über die Bühne. Keinen Weltrekord, aber sicheres Gold gab es für Sarah Sjöström über die 50m Schmetterling. In 24,98 Sekunden knackte sie erneut die 25-Sekunden-Marke, verpasste jedoch ihren angepeilten Weltrekord deutlich um eine halbe Sekunde. Silber ging dahinter an Jeanette Ottesen aus Dänemark (25,34), die im Kampf um Silber fünf Hundertstel vor der Britin Francesca Halsall anschlug.

Morgen wird Sjöström die nächste Goldmedaille angreifen. Über die 100m Freistil der Damen schwamm sie im heutigen Halbfinale in 54,31 Sekunden mit einer kontrollierten Leistung in den Endlauf. Femke Heemskerk aus den Niederlanden lieferte in 53,66 Sekunden die Halbfinalbestzeit ab.

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Bild: Alibek Käsler