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(14.04.2014) Noch bis zum 30. Juni ist die Deutsche Vermögensberatung im Rahmen der vierten Bewerbungsrunde für das DVAG-Juniorteam auf der Suche nach fünf neuen Nachwuchstalenten, die den Sprung in den Spitzensport schaffen wollen. In diesem Zusammenhang nutzte die DVAG die Gelegenheit, dem sportlichen Leiter des DVAG-Juniorteams, Joshua Neuloh, ein paar Fragen rund um das Thema Nachwuchsförderung im deutschen Schwimmsport zu stellen. Hier gibt's das gesamte Interview:

Herr Neuloh, wie schätzen Sie das Engagement zur Nachwuchsförderung im deutschen Schwimmsport ein?

Wir haben ein generelles Problem in der Förderung von jungen Sportlern in Deutschland. Obwohl der demografische Wandel zum Problem beisteuert, ist er bei weitem nicht ausschlaggebend. Es ist vielmehr, wie ich es nenne, die fehlende Professionalität. Ich spreche hier von fehlender Struktur, was sich meist in einem nicht leistungsgerechten Umfeld und fehlender finanzieller oder auch materieller Unterstützung im Nachwuchsbereich zeigt. In diesem Bereich muss jedes Engagement ansetzen, um letztendlich international überhaupt eine Chance zu haben. Erst eine breit aufgestellte Nachwuchsarbeit wird uns in Deutschland die Möglichkeit geben im Spitzensport Potential zu generieren.

Mit dem DVAG-Juniorteam engagiert sich die Deutsche Vermögensberatung seit 2011 im Schwimmsport. Was macht die Talentsuche und –förderung effektiv und nachhaltig?

Wir haben hier ein Förderprogramm eines großen Unternehmens, was seines gleichen sucht und das auch sportübergreifend in allen olympischen Sportarten. Am Anfang steht immer die Auswahl von Talenten, die eine sehr große Rolle für den Erfolg des Förderprogramms spielt. Deswegen betreiben wir an diesem Punkt schon einen hohen Aufwand. Letztendlich ist es aber die langjährige Erfahrung in dem Aufbau von zukünftigen Top-Sportlern und natürlich auch die Unterstützung von Verband und Trainerkollegen.

Welche Rolle spielen die Schulen bei dem Thema Nachwuchsförderung mit Blick auf die Vereinbarkeit von Sport und Schule?

Eine systematische Zusammenarbeit von Schule und Verein ist unabdingbar für den Sport. Gerade die zeitliche Verfügbarkeit von Schülern für das Training neben der Schule spielt eine bedeutende Rolle, da der Schwimmsport sehr zeitintensiv ist. Wird hier die Schulzeit quantitativ intensiviert, fehlt diese Zeit natürlich im langfristigen Aufbau des Trainings der Sportler. 

Welche Eigenschaften muss man mitbringen, um Mitglied im DVAG-Juniorteam zu werden?

Da ich gerne aus dem Vollen schöpfe, haben wir bewusst die Eingangskriterium für eine Bewerbung niedrig gehalten. Das macht meine Arbeit nicht gerade leichter, ich habe aber somit einen Gesamtüberblick über den deutschen Schwimmsport und kann dann nach leistungsrelevanten Kriterien neue Mitglieder auswählen. An erster Stelle steht selbstverständlich die schwimmerische Leistungsfähigkeit. Die Gesamteinschätzung von Kandidaten wird aber erst durch die Beurteilung des Umfeldes vervollständigt. Ich schaue ganz besonders auch auf die persönliche Entwicklung von jungen Sportlern außerhalb des Sports. Da wir ein Team sind spielt die Sozialkompetenz eine weitere Rolle.

Was macht das DVAG-Juniorteam so besonders?

Wir haben hier ein Vorzeigeprojekt im deutschen Schwimmsport. Es werden dieses Jahr 20 deutsche Nachwuchshoffnungen sein, die von uns professionell unterstützt werden. Da wir von Verein und Verbänden gelöst sind, können wir relativ flexibel agieren und die Förderung sehr bedarfsgerecht gestalten.

Welche Rolle übernehmen Sie als sportlicher Leiter des DVAG-Juniorteams?

Ich betreue und leite das gesamte Programm aus sportlicher Sicht. Angefangen von der konzeptionellen Arbeit, bin ich federführend für die Talentsichtung und die Aufnahme der Sportler zuständig. Bei zentralen Maßnahmen arbeite ich auch im klassischen Sinne am Beckenrand direkt mit den Sportlern zusammen.

Wie eng stehen Sie mit den Heimatsvereinen der Mitglieder im Austausch?

Aus dem Kreis der beteiligten Institutionen und Personen spielen die Heimatvereine der Sportler eine wichtige Rolle. Sie geben das direkte Umfeld, in dem der Sportler heranwächst und sich sportlich entwickelt. Hier ist natürlich der Heimtrainer hervorzuheben, mit dem ich regelmäßig im Kontakt stehe. Ob es hier kleine Gesprächspunkte in der Trainingssteuerung sind oder wir im Austausch die sportliche Entwicklung des Schwimmers diskutieren. Ich stehe den Heimtrainer jederzeit zur Verfügung.

Welche Rolle spielen Paul Biedermann und Marco Koch als prominente Paten des DVAG-Juniorteams?

Paul und Marco haben wichtige Aufgaben als Mentoren im Programm. Sie sind die Figuren im Team, an dem sich die jungen Sportler orientieren sollen. Ihre Aufgaben gehen aber auch soweit, dass sie die Mitglieder aktiv unterstützen. Sei es mit Tipps zur Wettkampfvorbereitung oder der Umgang mit den Medien – Paul und Marco stehen den Sportlern mit Rat und Tat zur Seite. Selbst längere Zeiträume, wo keine zentralen DVAG-Maßnahmen stattfinden halten wir regelmäßig Telefonkonferenzen mit den Junioren und Paul und Marco.

Welchen Tipp würden Sie jungen Sportlern, die den Traum vom Profisport verfolgen, mit auf dem Weg geben?

Am Anfang muss jeder seine Hausaufgaben machen. An den grundlegenden Sachen, wie viel Disziplin und kontinuierliches Training kommt man im Leistungssport nicht vorbei. Aber das letzte ein Prozent kommt nur durch Innovation und indem man etwas Anderes macht als die Anderen. Der Aufwand für einen Weltrekord heute wird morgen nicht mehr reichen.