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(02.08.2013) Endlich dürfen auch die deutschen Beckenschwimmer bei der WM in Barcelona jubeln: Marco Koch hat sich über die 200m Brust die Silbermedaille geholt und damit eine DSV-Nullnummer wie bei den Olympischen Spielen in London bereits jetzt verhindert. Außerdem schwammen Britta Steffen über die 100m Freistil sowie die deutschen Herren der 4x200m Freistilstaffel auf Platz sechs. Steffen Deibler sicherte sich die Chance auf Edelmetall über die 100m Schmetterling.


Das Warten hat ein Ende: Am sechsten von acht Finaltagen der Schwimm-WM 2013 hat Marco Koch die erste Medaille für die deutschen Beckenschwimmer geholt. Über die 200m Brust wurde der Darmstädter Vize-Weltmeister und feierte damit den größten Erfolg seiner Karriere.

In 2:08,54 Minuten musste sich Koch nur dem ungarischen Titelverteidiger und Olympiasieger Daniel Gyurta geschlagen geben, der in 2:07,23 Minuten mit neuem WM-Rekord dem Rest des Feldes haushoch überlegen war. Die Bronzemedaille ging in 2:08,95 Minuten überraschend an den Finnen Matti Mattsson. Sowohl Weltrekordhalter Akihiro Yamaguchi als auch Vize-Olympiasieger Michael Jamieson gingen leer aus.

Ergebnis des Finals über die 200m Brust der Herren bei der Schwimm-WM 2013:

Platz Schwimmer Land Zeit
1 Daniel Gyurta Ungarn 02:07,23
2 Marco Koch Deutschland 02:08,54
3 Matti Mattsson Finnland 02:08,95
4 Andrew Willis Großbritannien 02:09,13
5 Michael Jamieson Großbritannien 02:09,14
6 Viatcheslav Sinkevich Russland 02:09,34
7 Akihiro Yamaguchi Japan 02:09,57
8 Ryo Tateishi Japan 02:10,28

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Zufriedene Britta Steffen wird WM-Sechste

Eine überzeugende Leistung lieferte auch die zuletzt viel gescholtene Britta Steffen ab. Sie schwamm im Finale über die 100m Freistil auf Platz sechs und verbesserte dabei in 53,75 Sekunden ihre im Halbfinale aufgestellte Saisonbestleistung noch einmal um eine Zehntelsekunde. "Das ist eine gute Zeit. Ein sechster Platz ist nicht zu verachten", zeigte sich die zweifache Olympiasiegerin zufrieden. Zumindest ist sie weiterhin Inhaberin des Weltrekords über diese Strecke.

Ihre bei den Weltmeisterschaften 2009 aufgestellte Bestmarke geriet durch die Australierin Cate Campbell unter Beschuss. Letztlich blieb diese zwar deutlich über der Weltrekord-Marke von 52,07 Sekunden. Mit ihrer Zeit von 52,34 Sekunden deklassierte sie jedoch den Rest des Feldes und verfehlte ihren als Startschwimmerin der 4x100m-Staffel aufgestellten Textil-Weltrekord nur um eine Hundertstelsekunde. Die Silbermedaille sicherte sich mit deutlichem Rückstand die Schwedin Sarah Sjöström in 52,89 Sekunden. Olympiasiegerin Ranomi Kromowodjojo musste sich in 53,42 Sekunden mit Platz drei zufrieden geben. Dabei konnte sie US-Superstar Missy Franklin nur hauchdünn um fünf Hundertstel hinter sich halten.

Ergebnis des Finals über die 100m Freistil der Damen bei der Schwimm-WM 2013:

Platz Schwimmerin Land Zeit
1 Cate Campbell Australien 00:52,34
2 Sarah Sjöström  Schweden 00:52,89
3 Ranomi Kromowidjojo Niederlande 00:53,42
4 Missy Franklin USA 00:53,47
5 Femke Heemskerk Niederlande 00:53,67
6 Britta Steffen Deutschland 00:53,75
7 Tang Yi China 00:54,27
8 Shannon Vreeland USA 00:54,49

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Steffen Deibler schmettert weiter in Richtung WM-Medaille

Auf dem Weg zur erhofften WM-Medaille hat Steffen Deibler auch die nächste Prüfung erfolgreich bestanden und ist in einem beeindruckend schnellen Feld ins WM-Finale über die 100m Schmetterling eingezogen. In 51,65 Sekunden lieferte er die siebtschnellste Zeit des Halbfinals ab. Dabei hielt er sich auf auf den ersten 50m auffallend zurück und legte erst auf der zweiten Bahn einen Zahn zu. Für die Bestzeit der Halbfinals sorgte Ryan Lochte, der nur wenige Minuten nach seinem Sieg über die 200m Rücken in 51,48 Sekunden auf Platz zwei der Weltrangliste schwamm. Es verspricht ein spannendes Finale zu werden: Alle Athleten lagen innerhalb von nur drei Zehntelsekunden. Philip Heintz kam in 52,37 Sekunden auf den 14. Platz und steigerte dabei seine Zeit aus dem Vorlauf um anderthalb Zehntel.

DSV-Staffel wird Sechster über 4x200m Freistil

Über die 4x200m Freistil hat die DSV-Staffel in 7:10,07 Minuten den sechsten Platz belegt. Damit steigerten sich Clemens Rapp (1:47,80), Markus Deibler (1:48,63), Dimitri Colupaev (1:47,66) und Yannick Lebherz im Vergleich zum Vorlauf um fast genau eine Sekunde. Eine besonders starke Leistung lieferte erneut Schlussschwimmer Yannick Lebherz ab: Er sorgte in 1:45,98 Minuten für die stärkste Zwischenzeit der DSV-Schwimmer.

Im Kampf um Gold ließen die USA dem Rest des Feldes keine Chance. In 7:01,72 Minuten verwies das Quartett um Ryan Lochte die Staffeln aus Russland (7:03,92) und China (7:04,75) deutlich auf die weiteren Plätze.

Ergebnis des Finals über die 4x200m Freistil der Herren bei der Schwimm-WM 2013:

Platz Team Zeit
1 USA 07:01,72
2 Russland 07:03,92
3 China 07:04,74
4 Frankreich 07:04,91
5 Japan 07:04,95
6 Deutschland 07:10,07
7 Belgien 07:11,15
8 Großbritannien 07:12,00

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Lochte schnappt sich Gold über die 200m Rücken

Vor dem Finale über die 4x200m Freistil und dem Halbfinale über die 100m Schmetterling hatte sich Ryan Lochte bereits über die 200m Rücken zum Weltmeister gekrönt. In 1:53,79 Minuten verwies er den Polen Radoslaw Kawecki souverän auf Platz zwei. Dieser stellte in 1:54,24 Minuten einen neuen Europarekord auf und unterbot die alte Bestmarke des Russen Arkady Vyatchanin um mehr als eine halbe Sekunde. Olympiasieger Tyler Clary musste sich in 1:54,64 Minuten mit Platz drei zufrieden geben.

Ergebnis des Finals über die 200m Rücken der Herren bei der Schwimm-WM 2013:

Platz Schwimmer Land Zeit
1 Ryan Lochte USA 01:53,79
2 Radoslaw Kawecki Polen 01:54,24
3 Tyler Clary USA 01:54,64
4 Ryosuke Irie Japan 01:55,07
5 Kosukue Hagino Japan 01:55,43
6 Craig McNally Großbritannien 01:55,67
7 Xu Jianyu China 01:57,13
8 Peter Bernek Ungarn 01:58,26

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Yefimova schnappt Weltrekordhalterin Möller Pedersen den WM-Titel weg

Die frisch gebackene Weltrekordhalterin Rikke Möller Pedersen musste sich im Finale über die 200m Brust knapp der Russin Yuliya Yefimova geschlagen geben. Diese warf auf der letzten Bahn den Turbo an und schlug in 2:19,41 Minuten mit 6,7 Zehnteln Vorsprung vor Pedersen an. Die Dänin hatte im gestrigen Halbfinale in 2:19,11 Minuten einen neuen Weltrekord aufgestellt. Die Bronzemedaille sicherte sich US-Schwimmerin Micah Lawrence in 2:22,37 Minuten.

Ergebnis des Finals über die 200m Brust der Damen bei der Schwimm-WM 2013:

Platz Schwimmerin Land Zeit
1 Yuliya Yefimova Russland 02:19,41
2 Rikke Möller Pedersen Dänemark 02:20,08
3 Micah Lawrence USA 02:22,37
4 Rie Kaneto Japan 02:22,96
5 Viktoriya Solnceva Ukraine 02:23,01
6 Marina Garcia Urzainqui Spanien 02:23,55
7 Sally Foster Australien 02:24,01
8 Martha McCabe Kanada 02:25,21

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Manaudou, Franklin und Ottesen Gray mit Halbfinal-Bestzeiten

Olympiasieger Florent Manaudou peilt über die 50m Freistil die Goldmedaille an. Der Franzose schwamm in 21,37 Sekunden die schnellste Zeit der Halbfinals. Stark präsentierte sich auch US-Star Anthony Ervin. Der Olympiasieger von 2000 schwamm in 21,42 Sekunden die zweitschnellste Zeit des beeindruckend schnellen Feldes. Überraschend ausgeschieden ist der Australier James Magnussen. Mit seiner Zeit von 21,79 Sekunden verfehlte der 100m-Weltmeister den Sprung unter die besten Acht um fünf Hundertstel.
Die Bestzeit im Halbfinale über die 200m Rücken schwamm Titelverteidigerin Missy Franklin in 2:06,46 Minuten. Sie hatte hier bereits ihren Finalstart über die 100m Freistil in den Knochen. Italo-Star Federica Pellegrini verpasste in 2:09,97 Minuten als Neunte knapp ihr erstes WM-Finale über diese Strecke.
Die Bestzeit im Halbfinale über die 50m Schmetterling der Damen ging in 25,50 Sekunden an die Dänin Jeanette Ottesen Gray, die damit eine neue Weltjahresbestzeit aufstellen konnte.

DSV-Team steigt im Medaillenspiegel auf Platz 15 ein

Im Medaillenspiegel konnte sich das DSV-Team durch die Medaille von Koch an 15. Stelle einreihen. Australien verbesserte sich durch den WM-Titel von Cate Campbell auf den zweiten Platz. An der Spitze jedoch konnten die USA dank der Titel von Ryan Lochte und der 4x200m Freistilstaffel ihren Vorsprung weiter ausbauen.

Medaillenspiegel der Schwimm-WM (Becken) nach 26 von 40 Entscheidungen:

  Team Gold Silber Bronze Gesamt
1 USA 10 6 6 22
2 China 4 1 2 7
3 Australien 3 6 - 9
4 Südafrika 2 1 1 4
5 Frankreich 2 - 4 6
6 Ungarn 2 - 1 3
7 Russland 1 2 2 5
8 Schweden 1 1 - 2
9 Brasilien 1 - 2 3
10 Litauen 1 - - 1
11 Japan - 2 2 4
12 Spanien - 2 1 3
13 Polen - 2 - 2
  Dänemark - 2 - 2

15

Deutschland - 1 - 1
  Italien - 1 - 1
16 Neuseeland - - 2 2
  Niederlande - - 2 2
18 Kanada - - 1 1
  Finnland - - 1 1

Die wichtigsten Links zur Schwimm-WM 2013: