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(12.12.2016) Bis ins Frühjahr war Park Tae-Hwan noch wegen Dopings gesperrt, bei Olympia schaffte er es nicht einmal ins Finale. Doch nun scheint der Südkoreaner wieder oben auf zu sein. Am letzten Tag der Kurzbahn-WM 2016 gewann er die 1500m Freistil in dominanter Weise und holte damit seinen dritten Titel bei den Meisterschaften.

Über weite Teile des Finals über die lange Freistilstrecke lag er gleichauf mit dem italienischen Olympiasieger Gregorio Paltrinieri. Doch bei der 1100m-Marke verschäfte Park das Tempo deutlich um mehr als eine Sekunde je 100m. Die letzten beiden Bahnen absolvierte er sogar 26,84 Sekunden!

In 14:15,51 Minuten holte Park, der bereits über die 200 und 400m Freistil ganz oben stand, den WM-Titel. Paltrinieri blieb in 14:21,94 Minuten nur Silber. Auf Platz drei landete der überraschend starke Pole Wojciech Wodjak (14:25,37).

Die Skepsis wird nicht geringer, mit Blick darauf, dass Park nur zehn Minuten nach dem 1500m-Sieg schon wieder im Einsatz war. Diesmal belegte er über die 100m Freistil in 47,09 Sekunden den siebten Platz vor DSV-Schwimmer Marius Kusch.

Der Münchner war der einzige deutsche Athlet in den Finals am Sonntag. In 47,44 Sekunden blieb er 17 Hundertstel über seiner im Halbfinale aufgestellten Bestzeit. "Das Rennen hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Ich habe leider zwei meiner Wenden nicht getroffen", meinte er nach dem Rennen.

Seine ersten Weltmeisterschaften waren für ihn in jedem Fall eine positive Erfahrung: "Man merkt in den Wettkampftagen, dass man deutlich selbstbewusster wird", so das Fazit, des in den USA lebenden und trainierenden 23-Jährigen.

Im Kampf um den WM-Titel über die 100m Freistil lieferten sich Simonas Bilis aus Litauen und der Japaner Shinri Shioura einen packenden Kampf. Überraschungssieger Bilis schlug in 46,58 Sekunden nur eine Hundertstel vor Shioura an. Den dritten Rang schnappt sich Tommaso D'Orsogna (46,70) aus Australien.

Einen Favoritensieg gab es über die 50m Brust der Herren. In 25,64 Sekunden holte der Südafrikaner Cameron van der Burgh vor Peter Stevens (25,85) aus Slowenien den Titel. Bronze ging an Felipe Lima (25,98) aus Brasilien. Über die 200m Rücken war der Pole Radoslaw Kawecki in 1:47,63 Minuten klar am schnellsten. US-Schwimmer Jacob Pebley gewann in 1:48,98 Minuten Silber mit zwei Zehnteln Vorsprung auf den Japaner Masaki Kaneto.

Im abschließenden 4x100m Lagenfinale gewann - erneut - Russland. In 3:21,17 Minuten schlug das Quartett knapp vor den USA an, die jedoch disqalifiziert wurden. Australien (3:23,17) und Japan (3:24,71) rückten nach. Damit gingen bei der Kurzbahn-WM alle Herrenstaffeln an Teams aus Russland, ausgerechnet in der Woche, in der es erneut schwerwiegende Enthüllungen zum systematischen Doping in diesem Land gab.

Auch bei den Damen standen in der Nacht zu Montag noch einmal fünf Finals auf dem Programm. Hier könnt ihr nachlesen, wie diese liefen: Wieder WM-Gold: Siebter Streich von Katinka Hosszu

Die wichtigsten Links zur Kurzbahn-WM 2016: