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(26.07.2009) Der erste Tag der Beckenwettbewerbe der Schwimm-Weltmeisterschaften in Rom ist vorüber und die deutschen Schwimmer haben die Zielvorgabe von vier Medaillen bereits zur Hälfte erfüllt. Für einen Paukenschlag sorgte schon im ersten Finale Paul Biedermann mit dem Sieg über die 400 Freistil. Im vorletzten Lauf des Tages holten dann die Frauen der deutschen 4×100 Meter Freistil-Staffel  die Silbermedaille.

 

Eigentlich wollte Paul Biedermann die 400 Meter Freistil nur zum Einschwimmen nutzen, bei den Deutschen Meisterschaften hatte er nicht einmal die Normzeit auf dieser Strecke unterboten. Über den Sieg und den Weltrekord von 3:40,07 Minuten war der 22-Jährige dann selbst überrascht. ”Ich hätte am Anfang nicht einmal gedacht, dass ich es ins Finale schaffe”, so der Hallenser nach dem Rennen. Bereits im Vorlauf war Biedermann in 3:43,01 Minuten einen neuen Europarekord geschwommen. Der Titel ist die erste deutsche WM-Medaille über diese Strecke seit dem Doppelsieg von Jörg Hoffmann und Stefan Pfeiffer 1991 in Perth. Biedermann schlug die favorisierten Oussama Mellouli aus Tunesien und Lin Zhang aus China.

Silber für deutsche Freistilsprinterinnen

Für die zweite deutsche Medaille zum Auftakt der WM sorgte die 4×100 Meter Freistil-Staffel in 3:31,83 Minuten, die sich nur knapp dem Quartett aus den Niederlanden (3:31,72 – Weltrekord) geschlagen geben mussten. ”Wir sind sehr zu frieden mit der Silbermedaille”, so Britta Steffen nach dem Rennen. Die Berlinerin war als Startschwimmerin in 52,22 Sekunden einen neuen Weltrekord geschwommen und hatte ihre Teamkolleginnen damit auf Medaillen- und lange auch Goldkurs geschickt. Am Ende behielt Marleen Veldhuis  einen Hauch ihres Vorsprungs vor Daniela Schreiber, die als Schlussschwimmerin vier Zehntel schneller war als die niederländische Mitfavoritin auf eine Einzelmedaille. Dritter wurden die Frauen aus Australien.
Bei den Männern sorgten die US-Schwimmer erneut für eine Überraschung indem sie, wie schon bei den Olympischen Spielen in Peking, Gold über 4×100 Freistil holten und damit das Team aus Frankreich schlugen. Die hochfavorisierten Schwimmer aus unserem Nachbarland wurden am Ende nur Dritter, denn auch die russische Staffel war schneller. Dabei blieben vor allem  50-Meter-Weltrekordler Fred Bousquet und Gregory Mallet unter ihren Möglichkeiten. US-Star Michael Phelps holte sich mit der Staffel den ersten der angepeilten sechs Titel in Rom.
Die 400 Meter Freistil der Frauen entschied Federica Pellegrini in der Weltrekordzeit von 3:59,15 für sich vor Joanne Jackson und Rebecca Adlington aus Großbritannien. Pellegrini sorgte damit für den ersten Sieg der italienischen Gastgeber.

Feldwehr überzeugend ins Finale

Über die 100 Meter Brust konnte sich Hendrik Feldwehr in neuem Deutschen Rekord von 59,15 Sekunden als Drittschnellster für das Finale qualifizieren. Johannes Neumann scheiterte in 59,85 als Zwölfter. Anika Mehlhorn sorgte in 57,90 Sekunden über 100 Schmetterling für einen neuen Deutschen Rekord, verpasste trotzdem den Einzug ins Finale. Die Schwedin Sarah Sjostrom schwamm im selben Lauf in 56,44 einen neuen Weltrekord, ebenso wie Ariana Kukors aus den USA im Halbfinale über die 200 Meter Lagen in 2:07,03 Minuten.
In den Vorläufen schwammen Thomas Rupprath in 23,49 Sekunden als 17. und Johannes Dietrich in 23,55 Sekunden als 19. über die 50 Schmetterling knapp am Halbfinale vorbei.