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(28.07.2009) Er hat es geschafft. Paul Biedermann hat Michael Phelps über die 200 Meter Freistil bei der WM in Rom geschlagen und den Superstar erstmals bei einem WM-Finale eine Niederlage zugefügt. Biedermann darf sich nun Doppelweltmeister nennen. Zudem holte sich Helge Meeuw über 100 Meter Rücken die Silbermedaille. Der Abend hätte kaum besser laufen können für die deutschen Sportler.

“Ich denke, ich hab das gut gemeistert.”  Typisch, diese vornehme Zurückhaltung, mit der Biedermann nach seinem Sieg über 200 Meter Freistil das Rennen einschätzte. In 1:42,00 Minuten (Weltrekord) fügte er Michael Phelps eine deutliche Niederlage zu, die dem Rekordolympioniken sichtlich die gute Laune verdarb. Zuletzt verlor der Amerikaner bei Olympia 2004 ein großes Finale über diese Strecke, damals gegen Ian Thorpe und Peter van den Hoogenband. Der Lauf damals ging als “Rennen der Giganten” in die Schwimmgeschichte ein. In eben dieser hat sich nun auch Paul Biedermann einen Platz verschafft. Dabei schlug der Hallenser den Weltstar genau dort, wo Phelps eigentlich immer seinen Rennen entschied: auf den zweiten 100 Metern. Hier nahm er dem US-Star über eine Sekunde ab. “Es war ein hartes Rennen, die letzten Meter taten richtig weh”, erklärte Biedermann. Auch seine Mannschaftskollegen freuten sich für den 22-Jährigen. “Dass er Phelps doch so deklassiert, ist einfach nur geil”, so Johannes Neumann. Helge Meeuw bezeichnete die Leistung von Biedermann einfach nur als “krass”.

DSV-Schwimmer mit Spitzenleistungen

Eben dieser Meeuw sorgte etwa eine Stunde später dann für die zweite deutsche Medaille am heutigen Tag. In 52,54 Sekunden holte er sich Silber, ein vor der WM eher nicht zu erwartender Erfolg. “Ich bin sehr zufrieden, eigentlich wollte ich nur ins Finale kommen”, so Meeuw. Der Sieg ging an den Japaner Junya Koga in 52,26. Bronze holte sich der Spanier Aschwin Wildeboer Faber (52,64). 
Für ein weiteres Highlight aus deutscher Sicht sorgte Hendrik Feldwehr im Halbfinale über die 50 Meter Brust. In neuem Europarekord von 26,83 Sekunden zog er als Zweitschnellster ins Finale ein. “Es hat alles geklappt, wie ich es mir vorgestellt habe”, so der Essener. Johannes Neumann schied über diese Strecke in 27,43 Sekunden aus. Bereits im Vorlauf war Feldwehr in 27,25 Sekunden neuen Deutschen Rekord geschwommen. Auch Johannes Neumann blieb am Vormittag in 27,27 Sekunden unter der alten Bestmarke, die die beiden zusammen hielten. Beide Zeiten hätten nicht für das Finale gereicht. Der Semifinalschnellste, Cameron van der Burgh, stellte in 26,74 Sekunden einen neuen Weltrekord auf.
Im Finale über 100 Meter Brust stellte Sarah Poewe in 1:07,01 einen neuen Deutschen Rekord auf und wurde damit trotzdem nur Achte. Es siegte die Amerikanerin Rebecca Soni in 1:04,93 vor Julia Efimova aus Russland und Kasey Carlson, ebenfalls aus den USA.
Die 100 Meter Rücken der Frauen entschied die Britin Gemma Spofforth in 58,12 (Weltrekord) für sich, gefolgt von der Russin Anastasia Zueva und der Australierin Emmly Seebohm. Lokalmatadorin Alessia Filippi gewann die 1500 Meter Freistil vor der Dänin Lotte Friis und Camelia Potec aus Rumänien.
Jan Wolfgarten schied heute Vormittag als Neunter über 800 Meter Freistil in 7:50,10 Minuten im Vorlauf aus.