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(26.04.2013) Starke Vorstellung der DSV-Schwimmer in den heutigen Vorläufen der Schwimm-DM in Berlin: Insgesamt 29 mal wurden die vom DSV geforderten Vorlaufnormen für die WM-Qualifikation geknackt. Nur die Athleten, die diese unterbieten, haben im Finale die Chance auf ein Ticket für die Weltmeisterschaften. Gleich doppelt hoffen darf dabei Dorothea Brandt, die sowohl über die 50m Brust als auch 50m Schmetterling unter die Norm sprintete.


Zweiter Tag der Jagd nach den WM-Tickets bei der Schwimm-DM in Berlin. Dabei stellt der DSV in diesem Jahr zwei Qualifikationshürden auf: Nicht nur im Finale müssen Normen geknackt werden, auch in den Vorläufen müssen die Athleten bereits Zeitvorgaben erfüllen. Diese sind zwar lockerer als die Final-Normen, sollten aber trotzdem nicht unterschätzt werden. Am ersten Tag der Schwimm-DM gelang es 28 Athleten unter den Vorlauf-Normen zu bleiben.

50m Brust: Alle Finalistinnen knacken die Vorlaufnorm

Besonders stark präsentierten sich dabei die Brustsprinter. Alle zehn Damen, die sich für das Finale über die 50m Brust qualifiziert haben, blieben unter der geforderten Vorlaufnorm von 32,90 Sekunden. Dabei war Dorothea Brandt das Maß der Dinge: Sie schwamm in 31,01 Sekunden die mit Abstand schnellste Zeit und unterbot bereits deutlich die im Finale zu knackende WM-Norm von 32,00 Sekunden. Neben ihr zogen auch Caroline Ruhnau (32,02), Julia Willers (32,08), Margarethe Hummel (32,22), Sibylle Dalacker (32,35), Alice Ruhnau (32,40), Laura Simon (32,54), Vanessa Grimberg (32,56), Nicole Frackowski (32,63) und Marlene Hüther (32,82) ins DM-Finale ein. Bei den Herren hofft ein Trio über diese Strecke auf die WM-Qualifikation. Hendrik Feldwehr (27,91), Erik Steinhagen (28,00) und Max Werkmeister (28,21) unterboten die Vorlaufnorm von 28,21 Sekunden und dürfen nun im Finale auf die WM-Tickets hoffen. Steinhagen und Feldwehr bewiesen damit zudem, dass die die im Endlauf geforderte Zeit von 28,00 Sekunden drauf haben.

Doppelte WM-Chance für Dorothea Brandt

Dorothea Brandt konnte nach ihrem souveränen Finaleinzug über die 50m Brust auch ihre WM-Chance über die 50m Schmetterling wahren. Sie knackte in 26,94 Sekunden die Vorlaufnorm von 27,24 Sekunden. Gleiches gelang ihrer Essener Team-Kollegin Paulina Schmiedel in 27,21 Sekunden. Um sich im Finale für die Weltmeisterschaften in Berlin zu qualifizieren wird eine Zeit von 26,83 Sekunden zu schlagen sein.
Bei den Herren konnte Olympia-Finalist Steffen Deibler über diese Distanz bereits im Vorlauf glänzen. Mit seiner Zeit von 23,48 Sekunden schwamm er nicht nur deutlich unter die Vorlaufnorm (24,26) sondern unterbot auch bereits die im Finale geforderte Zeit von 23,96 Sekunden deutlich. Für das Finale kündigte Deibler bereits an, seinen Deutschen Rekord von 23,34 Sekunden angreifen zu wollen. Neben Deibler hat auch Jonas Bergmann im Endlauf die Chance auf das WM-Ticket. Er brachte im Vorlauf eine Zeit von 24,06 Sekunden ins Wasser.

Wallburger und Rapp wollen Biedermann-Nachfolger werden

In Abwesenheit von Weltrekordhalter Paul Biedermann gelang es über die 400m Freistil Tim Wallburger (3:50,83) und Clemens Rapp (3:50,97) unter der Vorlaufnorm von 3:53,52 Minuten zu bleiben. Nach der Absage von Biedermann wird es über diese Strecke erstmals seit sieben Jahren einen neuen Deutschen Meister geben. Auf dem Weg zur WM muss hier eine Zeit von 3:49,55 Minuten geknackt werden.Bei den Damen gelang es über diese Distanz nur Antonia Massone die WM-Vorlaufnorm zu unterbieten. In 4:16,42 Minuten blieb sie zwei Hundertstel unter der geforderten Zeit. Titelverteidigerin Sarah Köhler verfehlte hingegen in 4:17,61 Minuten die Vorlauf-Norm. Gestern hatte sie sich bereits das WM-Ticket über die 1500m Freistil gesichert. Im Finale wartet die Norm von 4:09,81 Minuten auf Massone.

Markus Deibler verpasst über 200 Lagen die Vorlaufnorm

Eine kleine Überraschung gab es über die 200m Lagen der Herren. Titelverteidiger und Olympiafinalist Markus Deibler verfehlte in 2:02,21 Minuten die Vorlaufnorm. Deibler hatte zuletzt mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, die sich nun bemerkbar zu machen scheinen. Auf das WM-Ticket darf er jedoch trotzdem hoffen, da er durch seine Finalleistung der Olympischen Spiele in London vornominiert ist. Die Chance auf Barcelona wahrte sich Philip Heintz, der in 2:00,53 Minuten die Normzeit von 2:01,44 Minuten knacken konnte. Im Finale wird eine Zeit von 1:59,99 Minuten zu unterbieten sein.
Stark präsentierten sich die Damen über diese Strecke. Alexandra Wenk (2:13,84), Theresa Michalak (2:13,96) und Kathrin Demler (2:16,40) konnten die geforderte Vorlaufnorm von 2:17,09 Minuten unterbieten. Wenk und Michalak waren dabei sogar schneller als die Final-Norm, welche bei 2:14,97 Minuten liegt.

Fünf Athleten knacken Vorlaufnorm über 50m Rücken

Über die 50m Rücken der Herren konnte ein Trio unter die WM-Vorlaufnorm schwimmen. Nicolas Graesser (25,31), Christian Diener (25,83) und Mark Fischer (26,07) knackten die Zeit von 26,08 Sekunden. Dabei konnte Graesser bereits unter der im Endlauf geforderten Zeit von 25,43 Sekunden bleiben. Bei den Damen wahrten Jenny Mensing  (28,94) und Selina Hocke (28,93) ihre Chance auf die WM-Qualifikation. Die Vorlaufnorm lag hier bei 29,12 Sekunden. Im Finale werden Mensing und Hocke unter die Marke von 28,84 Sekunden schwimmen müssen, um sich für Barcelona zu qualifizieren. Eine herausragende Leistung lieferte in den Vorläufen über diese Strecke zudem Nachwuchsathletin Lia Neubert ab. Sie stellte in 30,28 Sekunden einen neuen Altersklassenrekord bei den 13-Jährigen auf.

Hohenbrunn-Riemerling und Essen holen die ersten Titel des Tages

Über die 4x100m Freistil der Damen holte sich das Quartett des TSV Hohenbrunn-Riemerling in 3:49,67 Minuten den ersten Meistertitel des Tages. Gestern hatte man sich über die doppelte Distanz noch mit Platz zwei hatte zufrieden geben müssen. Silber ging mit 23 Hundertsteln Rückstand an die SG Dortmund. Die Damen der SG Köln schlugen eine weitere halbe Sekunde dahinter auf dem dritten Platz an.

Die zehn schnellsten Teams über die 4x100m Freistil der Damen:

  Verein Zeit
1
TSV Hohenbrunn-Riemerl.
03:49,67
2
SG Dortmund
03:49,90
3
Telekom Post SG Köln
03:50,40
4
SSG Leipzig
03:55,22
5
SG Frankfurt
03:56,82
6
VFL Gladbeck 1921
03:58,68
7
SC Wiesbaden 1911
03:58,71
8
Wasserfreunde Bielefeld
03:59,94
9
SV Cannstatt 1898
04:00,77
10
SGS Hannover
04:01,43

Mit der Entscheidung über die 4x100m Freistil der Herren ging der heutige Vorlaufabschnitt zu Ende. Der Titel ging dabei in 3:22,64 Minuten an die Herren der SG Essen. Die SG Bayer (3:24,27) und die SG Stadtwerke München (3:25,05) holten sich die weiteren Podestplätze.

Die zehn schnellsten Teams über die 4x100m Freistil der Herren:

  Verein Zeit
1 SG Essen 03:22,64
2 SG Bayer Wup/Uer/Dor 03:24,27
3 SG Stadtwerke München 03:25,05
4 SSG Leipzig 03:27,33
5 W98 Hannover 03:28,27
6 SG Regio Freiburg 03:28,53
7 VfL Sindelfingen 03:29,01
8 SG Bamberg 03:31,46
9 SG Osnabrück 03:33,32
10 SSV Ulm 1846 03:34,93

Titelbild: © Gian Mattia D'Alberto/LaPresse - arena