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(17.12.2010) Paul Biedermann hat sich trotz aller Unkenrufe über die 400m Freistil den Weltmeistertitel geholt und damit für die erste Medaille des DSV-Teams bei der Kurzbahn-WM in Dubai gesorgt. Steffen Deibler schwamm über die 50m Freistil ebenso knapp am Podium vorbei, wie Marco Koch, der über die 200m Brust auf Platz vier kam. Theresa Michalak wurde über die 100m Lagen Fünfte. US-Star Ryan Lochte gewann über die 200m Lagen und holte sich dabei nicht nur seinen dritten Titel, sondern stellte erneut einen neuen Weltrekord auf.

 

Paul Biedermann ist nun auch auf der Kurzbahn Weltmeister über die 400m Freistil. Der Hallenser holte in 3:37,06 Minuten den Titel und damit die erste Medaille für das deutsche Team. In typischer Manier zog er auf den letzten Bahnen am Russen Nikita Lobintsev (3:37,84) und dem Tunesier Oussama Mellouli (3:38,17) vorbei. “Das ist doch noch ein geiler Jahresabschluss”, erklärte Biedermann, der sich in den letzten Tagen nach den verpassten Medaillen über die 200m Freistil und mit der Staffel vielerorts Kritik anhören musste. “Die haben alle schon gedacht, dass ich nichts drauf habe. Mein Trainer Frank Embacher hat mir nach dem Vorlauf gesagt, dass ich nun eben zaubern muss. Das ist mir geglückt”, so der 24-Jährige.

Deibler und Koch mit der Holzmedaille – Michalak Fünfte

Weitere Medaillen verpassten die DSV-Schwimmer heute zum Teil recht knapp. Steffen Deibler schwamm über die 50m Freistil in 20,97 Sekunden auf Platz vier und damit neun Hundertstel am Podium vorbei. Der Sieg ging hier an Cesar Cielo aus Brasilien, der in 20,51 Sekunden in einer anderen Welt als der Rest des Feldes schwamm. Erst mehr als drei Zehntel dahinter schlug Fred Bousquet aus Frankreich in 20,81 Sekunden vor dem US-Boy Josh Schneider (20,87) an. Ein Trostpflaster gab es für Steffen Deibler trotzdem: Der Weltrekordhalter zog über die 50m Schmetterling in einer Zeit von 22,57 Sekunden souverän als Schnellster der Zwischenläufe ins morgige Finale ein. Ebenfalls nur “Holz” gab es für Marco Koch über die 200m Brust. Der Darmstädter kam in 2:05,15 Minuten auf Platz vier. Den Sieg holte sich der Japaner Naoya Tomita in 2:03,12 Minuten vor Daniel Gyurta (2:03,47) aus Ungarn und dem Australier Brenton Rickard (2:04,33). Über die 100m Lagen schwamm Theresa Michalak beim Sieg der US-Amerikanerin Ariana Kukors (58,95) auf Rang fünf. Silber und Bronze gingen an Kotuku Ngawati (59,27) aus Australien vor der Niederländerin  Hinkelien Schreuder (59,53).

US-Star Lochte erneut mit Weltrekord

Ryan Lochte aus den USA schwamm über die 200m Lagen nicht nur souverän zum Sieg sondern stellte über die 200m Lagen in 1:50,08 Minuten bereits seinen zweiten Einzel-Weltrekord der Titelkämpfe auf. Lochte drückt damit den Wettbewerben in Dubai mehr und mehr seinen Stempel auf. Auch über die 100m Lagen wird der Sunnyboy noch zu sehen sein. Auf Rang zwei über die 200m Lagen kam der Österreicher Markus Rogan (1:52,08), der damit einen US-Doppelsieg verhinderte. Dritter wurde Lochtes Teamkollege Scott Clary in 1:53,58 Minuten. Am Vormittag hatte Europameister Markus Deibler auf seinen Start über diese Strecke verzichtet. Seine Leistung aus Eindhoven (1:53,25) hätte auch zur WM-Medaille gereicht, doch der 20-Jährige konzentriert sich auf seinen Start über die 100m Lagen.

US-Lagenfrauen und Pellegrini geschlagen

Zwei kleinere Überraschungen gab es in den heutigen Finals ansonsten: Über die 4x100m Lagen der Frauen konnte die chinesische Staffel (3:48,29) das favorisierte Team aus den USA (3:48,36) hauchdünn schlagen. Bronze ging an die Frauen aus Australien (3:48,88). Über die 400m Freistil musste sich Italiens Sternchen Federica Pellegrini mit Platz drei zufrieden geben. Sie schlug in 3:59,52 Minuten deutlich hinter der US-Amerikanerin Katie Hoff (3:57,07) und der Australierin Kyie Palmer (3:58,39) an.

Favoritensiege in den restlichen Finals

In den weiteren Endläufen des Tages setzten sich die Favoriten durch. Über die 100m Freistil der Frauen holte sich Ranomi Kromowidjojo aus den Niederlanden problemlos in 51,45 Sekunden den Titel vor ihrer Teamkollegin Femke Heemskerk (52,18). Bronze ging an Natalie Coughlin aus den USA in (52,25). Die 50m Schmetterling der Frauen entschied Favoritin Therese Alshammar aus Schweden in 24,87 Sekunden für sich und konnte dabei die Australierin Felicity Galvez knapp um drei Hundertstel hinter sich halten. Bronze ging an Jeanette Ottensen (25,24) aus Dänemark. Über die 200m Rücken der Frauen holte sich die Französin Alexianne Castel in 2:01,67 Minuten den WM-Titel. Silber ging an Missy Franklin aus den USA in 2:02,01 Minuten. Auf Platz drei kam die Chinesin Yanxin Zhou (2:03,22).

Schluss für Herbst im Halbfinale

Im Halbfinale über die 50m Rücken war für Stefan Herbst Schluss. In 24,01 Sekunden schied der Leipziger als 14. aus. Die schnellste Zeit legte erwartungsgemäß der Russe Stanislav Donets in 23,02 Sekunden hin. Über die 100m Brust der Frauen zog 50m-Weltmeisterin Rebecca Soni in 1:04,17 Minuten als Schnellste vor Mitfavoritin Leisel Jones (1:04,75) in das morgige Finale ein.

Hier der Medaillenspiegel nach 23 von 40 Entscheidungen:

 
 
 
 
 

 

    Gold Silber Bronze Ges.
1 USA 7 3 5 15
2 Russland 3 3   6
3 Spanien 3 1 1 3
4 China 2 2 4 8
5 Frankreich 2 2 2 6
6 Niederlande 1 1 1 3
7 Brasilien 1   3 4
8 Schweden 1   1 2
9 Deutschland 1     1
10 Südafrika 1     1
10 Japan 1     1
11 Australien   5 2 7
12 Tunesien   1 2 3
13 Italien   1 1 2
14 Großbritannien   1   1
15 Venezuela   1   1
16 Ungarn   1   1
17 Österreich   1   1
18 Dänemark     1 1

 

 

 

 

 

 

Hier die Titelträger des dritten WM-Tages:

100m Freistil weiblich:
1. Ranomi Kromowidjojo – Niederlande – 51,45
2. Femke Heemskerk – Niederlande – 52,18
3. Natalie Coughlin - USA – 52,25

200m Rücken weiblich:
1. Alexianne Castel – Frankreich – 2:01,67
2. Melissa Franklin – USA – 2:02,01
3. Yanxin Zhou – China – 2:03,22

200m Brust männlich:
1. Naoya Tomita  – Japan – 2:03,12
2. Daniel Gyurta  – Ungarn – 2:03,47
3. Brenton Rickard – Australien – 2:04,33
4. Marco Koch – Deutschland – 2:05,15

50m Schmetterling weiblich:
1. Therese Alshammar – Schweden – 24,87
2. Felicity Galvez – Australien – 24,90
3. Jeanette Ottensen – Dänemark – 25,24

400m Freistil männlich:
1. Paul Biedermann- Deutschland – 3:37,06
2. Nikita Lobintsev – Russland – 3:37,84
3. Oussama Mellouli – Tuniesien – 3:38,17

400m Freistil weiblich:
1. Kathy Hoff – USA – 3:57,07
2. Kyie Palmer – Australien – 3:58,39
3. Federica Pellegrini – Italien – 3:59,52

50m Freistil männlich:
1. Cesar Cielo – Brasilien – 20,50
2. Fred Bourquet – Frankreich – 20,81
3. Josh Schneider – USA – 20,88
4. Steffen Deibler – Deutschland – 20,97

100m Lagen weiblich:
1. Ariana Kukors – USA – 58,95
2. Kotuku Ngawati – Australien – 59,27
3. Hinkelien Schreuder – Niederlande – 59,53
5. Theresa Michalak – Deutschland – 59,97

200m Lagen männlich:
1. Ryan Lochte – USA – 1:50,08 Minuten WELTREKORD
2. Markus Rogan – Österreich – 1:52,90
3. Tyler Clary – USA – 1:53,56

4x100m Lagen weiblich:
1. China – 3:48,29
2. USA – 3:48,36
3. Australien – 3:48,88