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(12.12.2012) Zum Auftakt der Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Istanbul hat sich Weltrekordhalter Paul Biedermann über die 200m Freistil nur haarscharf US-Superstar Ryan Lochte geschlagen geben müssen. Christian Diener konnte sich über die 100m Rücken für das morgige Finale qualifizieren. Marco Koch schied über die 100m Brust im Halbfinale denkbar knapp aus. Zudem konnte die internationale Elite bereits mit drei Europarekorden glänzen.


Im ersten Finale der Kurzbahn-WM 2012 ist Paul Biedermann nur knapp am Sieg vorbeigeschrammt. Über seine Paradestrecke 200m Freistil musste er sich in 1:42,07 Minuten nur um anderthalb Zehntel dem Titelverteidiger Ryan Lochte aus den USA geschlagen geben. Wie gewohnt hielt sich Biedermann lange Zeit zurück und zündete auf den letzten 50m den Turbo. US-Superstar Lochte konnte den heraneilenden Biedermann jedoch gerade so hinter sich lassen. Die Bronzemedaille ging an Lochtes Landsmann Conor Dwyer, der in 1:43,78 Minuten mit deultichem Rückstand als Dritter anschlug. Der ebenfalls im Finale startende Dimitri Colupaev wurde in 1:45,38 Minuten Achter.

Diener schwimmt ins WM-Finale / Koch knapp raus

Christian Diener gelang über die 100m Rücken mit einer starken Leistung als Achter der Sprung in sein erstes WM-Finale im Erwachsenenbereich. In persönlicher Bestzeit von 51,06 Sekunden sorgte der Cottbuser dabei zudem für einen neuen Deutschen Altersklassenrekordn bei den 19-Jährigen. Die schnellste Zeit des Halbfinals schwamm Titelverteidiger Stanislav Donets aus Russland in 49,89 Sekunden.
Marco Koch hingegen musste über die 100m Brust die Segel streichen. In 58,43 Sekunden verpasste er den Einzug ins Finale als Neunter nur um acht Hundertstelsekunden. Seine Vorlaufzeit von 58,10 Sekunden hätte locker für einen Platz im Endlauf gereicht. Die schnellste Zeit des Halbfinals schwamm der Italiener Fabio Scozzoli in 57,66 Sekunden

Katinka Hosszu setzt Erfolgserie fort

Die Ungarin Katinka Hosszu stellte zudem heute einmal mehr ihre derzeitige Top-Form unter Beweis. Nachdem sie sich erst vor wenigen Wochen den Gesamtsieg der Weltcup-Serie holte, sicherte sie sich heute über die 200m Schmetterling ebenfalls mit neuem Europarekord den Weltmeistertitel. In 2:02,20 Minuten verwies sie die chinesische Olympiasiegerin Liuyang Jiao nur um hauchdünne acht Hundertstel auf den zweiten Platz. Der mehr als 150m lang führenden Britin Jemma Lowe blieb in 2:03,19 Minuten nur die Bronzemedaille.
Später musste sich Hosszu über die 400m Lagen mit dem dritten Platz zufrieden geben. Den Sieg sicherte sich hier die Britin Hannah Miley, die in 4:23,14 Minuten ihren erst bei den Kurzbahn-Europameisterschaften vor zwei Wochen aufgestellten Europarekord verbesserte. Die Silbermedaille ging an Olympiasiegerin Ye Shiwen in 4:23,33 Minuten.

Supertalent Meilutyte schwimmt Europarekord

Für ein Ausrufezeichen sorgte auch die erst 15-jährige Olympiasiegerin Ruta Meilutyte aus Litauen. Im Halbfinale über die 50m Brust stellte sie in 29,51 Sekunden nicht nur einen neuen Weltmeisterschaftsrekord auf. Das Supertalent unterbot damit auch den bisher von Janne Schäfer gehaltenen Europarekord um vier Hundertstelsekunden. Über die 100m Rücken schwamm die junge Dänin Mie Niesen in neuen nationalen Rekord von 57,15 Sekunden ins Finale.

USA holen Staffelsiege und übernehmen Führung im Medaillenspiegel

Die Siege in den ohne deutsche Beteiligung stattfindenden Staffelwettbewerben holte sich das US-Team.  Über die 4x100m Freistil der Herren holten die US-Boys um Ryan Lochte in 3:06,40 Minuten mit 6,7 Zehnteln Vorsprung vor dem Quartett aus Italien den Sieg. Bronze ging an das Team aus Australien in 3:07,27 Minuten. Auch über die 4x200m Freistil der Damen war das US-Quartett nicht zu schlagen. In 7:39,25 Minuten hatte das Team deutliche dreieinhalb Sekunden Vorsprung vor der Staffel aus Russland. In 7:43,26 Minuten holte China Bronze.

Im Medaillenspiegel übernahmen die USA damit nach dem ersten Wettkampftag souverän die Führung. Mit drei Goldmedaillen liegt man vor den Teams aus Großbritannien und Ungarn. Deutschland rangiert durch die Medaille von Paul Biedermann an fünfter Stelle.

Hier der Medaillenspiegel nach dem ersten Wettkampftag:

    Gold Silber Bronze Ges.
1 USA 3   1 4
2 Großbritannien 1   1 2
  Ungarn 1   1 2
4 China   2 1 3
5 Deutschland   1   1
  Italien   1   1
  Russland   1   1
8 Australien     1 1