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(22.11.2012) Zum Auftakt der Kurzbahn-Europameisterschaften in Chartres gab es heute keine Medaillen, aber ein paar Achtungserfolge für das junge deutsche Team. Über die 200m Rücken verpasste Christian Diener als Vierter zwar das Podium, unterbot jedoch die Norm für die Kurzbahn-Weltmeisterschaften. Margarethe Hummel stellte einen neuen Altersklassenrekord auf. Im Kampf um die Medaillen gaben am ersten EM-Tag die Schwimmer aus Frankreich und Ungarn den Ton an.


Junioren-Weltmeister Christian Diener hat zum EM-Auftakt über die 200m Rücken knapp die Medaillen verpasst. In 1:52,47 Minuten konnte der Brandenburger jedoch die vom DSV geforderte Normzeit für die Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Istanbul unterbieten. Ob er damit auf den WM-Zug aufspringen kann, entscheidet das Ergebnis der nationalen Konkurrenz im Finale bei den Deutschen Meisterschaften in Wuppertal.
Zum drittplatzierten Benjamin Stasiulis (Frankreich) fehlten Diener 66 Hundertstel. Den Sieg sicherte sich der Pole Radoslaw Kawecki mit neuem Meisterschaftsrekord in 1:48,51 Minuten. Bereits im Mai hatte Kawecki diese Distanz bei der Langbahn-EM für sich entschieden. Silber holte sich der Jugend-Olympiasieger Péter Bernek aus Ungarn in 1:49,41 Minuten.

Hummel mit Rekord zu Achtungserfolg

Für einen weitern Achtungserfolg der DSV-Athleten in Chartres sorgte Margarethe Hummel. Die 15-Jährige schwamm über die 50m Brust in 30,95 Sekunden auf den sechsten Platz und unterbot damit ihren erst beim Weltcup in Berlin aufgestellten Deutschen Altersklassenrekord um 14 Hundertstel. Team-Kollegin Vanessa Grimberg kam in 31,58 Sekunden im Halbfinale auf den 14. Platz. Den Titel holte sich die Tschechin Petra Chocova in 30,02 Sekunden vor der Dänin Rikke Möller Pedersen (30,25) und Sycerika McMahon (30,34) aus Irland.

Lagenherren als Vierte disqualifiziert

Die größten Medaillenhoffnungen am ersten Tag der Kurzbahn-EM hatten auf dem Team über die 4x50m Lagen gelegen. Leider blieben sie unerfüllt. In einem spannenden Finale schlugen Christian Diener, Erik Steinhagen, Maximilian Oswald und Tim-Thorben Suck als Vierte an, wurden jedoch später wegen eines Wechselfehlers von Brust auf Schmetterling disqualifiziert. Den Titel holten sich erwartungsgemäß die Topstars aus Frankreich in 1:32,35 Minuten vor Russland (1:33,87) und dem Quartett aus der Tschechischen Republik (1:35,18).

Schluss im Halbfinale für Dietterle, Steinhagen und Graf

Anna-Stephanie Dietterle, Erik Steinhagen und Lisa Graf verpassten den Sprung in die morgigen Finals. Graf kam in 59,31 Sekunden auf den zwölften Platz des Halbfinals über die 100m Rücken . Als Schnellste schwamm hier die Ukrainerin Daryna Zevina in 57,10 Sekunden in den Endlauf. Steinhagen kam über die 100m Brust in 59,02 Minuten auf den zehnten Platz. Die Halbfinalbestzeit schwamm der ebenfalls aus der Ukraine stammende Andriy Kovalenko in 57,97 Sekunden. Über die 100m Freistil wurde Anna-Stephanie Dietterle in 55,31 Sekunden 15. Die Top-Zeit legte hier die Französin Charlotte Bonnet in 53,04 Sekunden hin.

Agnel mit angezogener Handbremse zum Sieg

Über die 400m Freistil ging der Titel wie erwartet an Superstar Yannick Agnel. Dabei ließ der 20-Jährige es in 3:37,54 Minuten deutlich ruhiger angehen als noch vor einer Woche bei den französischen Meisterschaften, als er in 3:32,25 Minuten den Weltrekord von Paul Biedermann geknackt hatte. Für die Konkurrenz in Chartres reichte es für Agnel jedoch problemlos. Der Italiener Gabriele Detti holte mit deutlichem Rückstand von 4,12 Sekunden Silber vor seinem Landsmann Andrea Mitchell d'Arrigo (3:42,32).
Teamkollege Florent Manaudou tat es Agnel gleich und entschied souverän die 50m Freistil für sich. Der Olympiasieger verwies in 20,70 Sekunden den Russen Vladimir Morozov um 19 Hundertstel auf Platz zwei. Bronze blieb ebenfalls in Frankreich. Fred Bousquet schwamm in 20,97 Sekunden auf Platz drei.

Hosszu mit identischer Zeit zu zwei Titeln

Die Weltcup-Gesamtsiegerin Katinka Hosszu konnte gleich doppelt glänzen. Kleine Kuriosität dabei: Sie sicherte sich den Titel über die 200m Lagen und 200m Schmetterling in exakt der gleichen Zeit. In 2:05,78 Minuten verwies sie über die Lagendistanz die lange führende Britin Hannah Miley um 4,3 Zehntel auf den zweiten Platz. Bronze holte sich Hosszus Team-Kollegin Zszuzsanna Jakabos in 2:06,66 Minuten. Die Schmetterlingsstrecke gewann Hosszu in ebenfalls 2:05,78 Minuten. Silber und Bronze gingen erneut nach Italien. Stefania Pirozzi wurde in 2:06,09 Minuten Zweite vor Alessia Polieri (2:06,63). Auch über die 200m Lagen der Herren ging der Titel nach Ungarn. Superstar Laszlo Cseh schwamm in 1:52,78 Minuten zum Sieg. Silber holte sich der Franzose Jeremy Stravius (1:54,00) vor Nevo Gal (1:55,14) Israel.

Zum Abschluss des Tages holte sich das Quartett der dänischen Damen den Titel über die 4x50m Freistil. In 1:38,10 Minuten ließen sie das Team aus Finnland hinter sich, dass mit der Silbermedaille für das beste finnische Ergebnis der vergangenen vier Jahre sorgte. Auf den dritten Platz kam die Staffel aus Weißrussland in 1:38,39 Minuten.
Im Medaillenspiegel liegen Frankreich und Ungarn mit je drei Goldmedaillen Kopf an Kopf.

Hier der EM-Medaillenspiegel nach neun Entscheidungen:

    Gold Silber Bronze Ges.
1 Frankreich 3 1 2 6
2 Ungarn 3 1 1 5
3 Dänemark 1 1   2
4 Tsch. Republik 1   1 1
5 Polen 1     1
6 Italien   2 2 4
7 Russland   2   2
8 Finnland   1   1
  Großbritannien   1   1
10 Weißrussland     1 1
  Irland     1 1
  Israel     1 1