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(04.08.2023) „Wenn es läuft, dann läuft es“, sagte Bundestrainerin Ute Schinkitz – und bei den deutschen Para Schwimmern läuft es bei den Weltmeisterschaften in Manchester (Großbriannien) richtig, richtig gut: Am Donnerstag kamen vier weitere Medaillen hinzu. Elena Semechin holte sich Gold auf den 100 Metern Brust (SB12). Tanja Scholz (Silber) und Gina Böttcher (Bronze) schwammen im selben Rennen auf den 50 Meter Rücken (S4) zu Edelmetall und komplettierten so den Medaillensatz für Team Deutschland Paralympics. Malte Braunschweig packte auf den 100 Meter Freistil (S9) zudem noch eine Bronzemedaille drauf. Durch Gold von Semechin und Silber von Scholz konnten zwei weitere Slots für die Paralympics 2024 in Paris geholt werden.

Elena Semechin ist zurück auf dem Thron, hat sich zur Weltmeisterin auf den 100 Metern Brust (SB12) gekrönt: Die 29 Jahre alte Berlinerin stellte in ihrer Paradedisziplin einen Championship Record auf, schlug nach 1:13,13 Minuten im Ziel an. „Ich freue mich sehr, dass ich dieses Jahr wieder Weltmeisterin geworden bin“, sagte Semechin und schob hinterher: „Das ist eine große Erleichterung!“ Im Rennen lieferte sich Semechin lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Brasilianerin Maria Carolina Gomes Santiago, die im Endspurt aber nicht mehr mithalten konnte und Silber holte. Bronze ging an Alani Ferreira aus Südafrika.

Nach Semechins Goldmedaille bei den Paralympics 2021 wurde ein Gehirntumor bei ihr diagnostiziert: Eine OP sowie die kräftezehrende Chemotherapie folgten. Den Krebs hat sie vorerst besiegt. Weltmeisterin nach den beiden harten vergangenen Jahren zu werden, bedeute Semechin aber nicht mehr als ihr Gold in Tokio: „Der Paralympics-Sieg ist etwas ganz Besonderes. Und: Ich bin damals schon mit dem Tumor geschwommen“, sagte Semechin. „Es ist einfach Wahnsinn, zu was der Körper fähig ist, wenn es im Kopf stimmt.“
 
„Ich spüre gerade nichts anderes außer Schmerzen“, sagte ein sichtlich abgekämpfter Malte Braunschweig im Ziel. Der Berliner sicherte sich auf den 100 Meter Freistil (S9) seine zweite Bronzemedaille in Manchester. „Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet und bin sehr glücklich darüber." Der Schwimmer, der am Freitag 23 wird, lag bei der Wende noch auf Rang zwei hinter dem späteren Weltmeister Simone Barlaam aus Italien. „Ich habe gar nichts mehr mitbekommen, ich habe nur noch ums Überleben gekämpft“, sagte Braunschweig, der noch vom Franzosen Udo Didier abgefangen wurde und nach 56,56 Sekunden im Ziel anschlug.
 
„We did it again!“, rief Gina Böttcher freudestrahlend durch die Mixed Zone: Wie bereits am Dienstag auf den 100 Metern Freistil (S4) gab es für sie und Tanja Scholz zwei Medaillen in einem Finale zu holen. Auf den 50 Meter Rücken (S4) holte sich Scholz mit Silber bereits ihre vierte Medaille in Manchester (zwei Mal Gold und zwei Mal Silber). Für Böttcher ist es das dritte Edelmetall (ein Mal Silber und zwei Mal Bronze). „Wir sind ein Dreamteam“, sagte Scholz, nachdem sie Böttcher innig umarmt hatte. „Ich war während des Rennens einfach im Tunnel – es lief einfach“, sagte Scholz, die nach 50,43 Sekunden im Ziel war. „Ich bin zwischendurch fast ertrunken“, scherzte hingegen Böttcher über ihre 50 Meter Rücken in 52,24 Sekunden. Erste wurde die Südafrikanerin Kat Swanepoel. Vier Starts von Scholz: vier Medaillen. Drei Starts von Böttcher: drei Medaillen. Wenn es läuft, dann läuft es eben.
 
Beim deutschen Team sind nach dem vierten von sieben Wettkampftagen 13 Medaillen auf dem Konto. Am Freitag geht es für Tanja Scholz, Gina Böttcher (beide S4) und Taliso Engel (S13) jeweils auf die 50 Meter Freistil. Verena Schott startet bei den 100 Meter Brust (SB5).

Text: Patrick Dirrigl / DBS | Bild: Ralf Kuckuck

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