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(25.06.2022 | Bild: IMAGO / GEPA pictures) Florian Wellbrock sorgte zum Abschluss der Beckenwettbewerbe bei den Schwimm-Weltmeisterschaften mit Bronze über die 1500m Freistil für den glänzenden Schlusspunkt aus deutscher Sicht (Mehr dazu: Welllbrock holt WM-Bronze bei Paltrinieris Europarekordrennen). Doch auch die anderen Deutschen in den Finals am Samstag zeigten überzeugende Vorstellungen.

Eine tolle Steigerung im Vergleich zum Vorlauf lieferten die Herren der 4x100m Lagenstaffel ab. In einem unglaublich engen Feld schlugen sie in 3:32,63 Minuten als Sechste an, nachdem sie zuvor das gesamte Rennen über Kontakt zu den Podestplätzen hatte. Nur 1,32 Sekunden fehlten am Ende zu den Briten, die sich die Bronzemedaille sicherten. 

Nachdem Ole Braunschweig als Startschwimmer das Team in 53,94 Sekunden erneut mit einer Sub-54-Zeit auf die Reise gebracht hatte, schob Lucas Matzerath (59,31) auf der Bruststrecke das deutsche Quartett sogar auf den vorübergehenden vierten Platz. Einen bärenstarken Auftritt legte anschließend Eric Friese hin, der mit einem Split von 51,03 Sekunden über sich hinaus wuchs. Zum Vergleich: Die Einzelbestzeit des in den USA trainierenden Potsdamers steht bei 52,10 Sekunden. Auf der Kraulstrecke bestätigte Rafael Miroslaw (48,34) seine Vorlaufleistung. “Wir haben nochmal alles rausgeledert, was wir hatten”, meinte Ole Braunschweig nach dem Finale zurecht.

Einen hervorragendes Rennen legte auch das Quartett aus Österreich hin, das nur 17 Hundertstel hinter der deutschen Mannschaft auf Rang sieben anschlug. Im Kampf um Gold sorgte Italien für eine faustdicke Überraschung. In 3:27,51 Minuten stellten sie den Europarekord ein und schnappten sich 0,28 Sekunden vor den Favoriten aus den USA den Weltmeistertitel.

Ole Braunschweig stand zuvor bereits im Finale über die 50m Rücken. Nachdem er sich als Achter gerade so für dieses qualifiziert hatte, schob sich der Berliner im Endlauf bei seiner ersten Weltmeisterschaft auf einen starken siebten Platz. In 24,66 Sekunden war er dabei nur acht Hundertstel langsamer als bei seinem Deutschen Rekord, den er im Vorlauf aufgestellt hatte. An der Spitze des Feldes sorgten Justin Ress (24,12) und Hunter Armstrong (24,14) vor dem polnischen Überraschungsdritten Ksawery Masiuk (24,49) für einen US-Doppelsieg. Ursprünglich war Ress eigentlich disqualifiziert worden, doch das Kampfgericht zog diese Entscheidung nach Einspruch des US-Teams und Studium der Videobilder zurück. Ress soll beim Anschlag komplett unter Wasser gewesen sein, was jedoch laut Regelwerk nicht zulässig ist. Mehr dazu hier: Weltmeister? Nein! - DOCH! DSQ-Chaos bei Schwimm-WM

Im Finale über die 50m Brust konnte sich Anna Elendt im Vergleich zum Halbfinale zwei Ränge verbessern und schlug in 30,22 Sekunden als Fünfte an. Den Sieg sicherte sich die litauische Olympiasiegerin Ruta Meilutyte (29,70), die damit ihr Comeback krönte. Ebenfalls unter 30 Sekunden blieben die weiteren Medaillengewinnerinnen Benedetta Pilato (ITA - 29,80) und Lara van Niekerk (RSA - 29,90). Für Anna Elendt gibt es nun keine Verschnaufpause. Morgen steht die 100m-Brust-Vizeweltmeisterin bereits wieder bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin auf dem Startblock.

“Ich bin sehr, sehr, sehr, sehr zufrieden mit meinem Ergebnis bei dieser WM. Ich hatte mir nur vorgenommen, über 100 Meter Brust ins Finale zu kommen und dann eben zu schauen, was geht, aber mit einer Medaille hatte ich nicht gerechnet und auch mit zwei Finalteilnahmen nicht. Ich bin auch mit dem fünften Platz über 50 Meter sehr zufrieden”, freute sich Elendt nach ihrem letzten WM-Start.

Die weiteren drei Entscheidungen des abschließenden Finalabends in Budapest fanden ohne deutsche Beteiligung statt. Die zweite Goldmedaille gab es am Samstag für die 15-jährige Kanadierin Summer McIntosh, die nach den 200m Schmetterling auch die 400m Lagen gewinnen konnte. In 4:32,04 Minuten hielt sie dabei die nur wenige Monate ältere US-Schwimmerin Katie Grimes (4:32,67) knapp hinter sich. Im Rennen um Bronze verwies Grimes' Teamkollegin Emma Weyant (4:36,00) auf den letzten Bahnen die Lokalmatadorin und Titelverteidigerin Katinka Hosszu (4:37,89) auf den undankbaren vierten Platz.

Auch Sarah Sjöström beendet die Schwimm-WM 2022 mit zwei Goldmedaillen. Nach ihrem Triumph über die 50m Schmetterling legte sie heute über die 50m Freistil nach. In 23,98 Sekunden knackte sie als Einzige des Finals die 24er-Marke. Hinter der Silbermedaillengewinnerin Kasia Wasick (24,18) aus Polen teilten sich die US-Amerikanerin Erika Brown und die Australierin Meg Harris in 24,38 Sekunden den dritten Platz.

Den Schlusspunkt unter die Beckenwettbewerbe setzten die US-Lagendamen. Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen ließen sie sich nicht die Butter vom Brot nehmen und schlugen auf der Außenbahn schwimmend nach 3:53,78 Minuten eine knappe halbe Sekunden vor dem Quartett aus Australien (3:54,25) und klar vor der Staffel aus Kanada (3:55,01) an.

In der Duna Arena von Budapest sind die Schwimmevents damit zwar beendet, doch dafür geht die WM nun im Freiwasser weiter. Schon am Sonntagmittag steht das Open Water Teamevent auf dem Programm. Die deutsche Mannschaft geht hier als Titelverteidiger ins Rennen. Es könnte sich also lohnen, sich ab 13 Uhr in den Livestream reinzuklicken.

Die wichtigsten Links zur Schwimm-WM 2022:

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